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Gäbe es kein Geld, wäre man gezwungen, Güter direkt zu tauschen.
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Money, Money, Money
Wie Geld in die Welt kommt
Früher hatte Geld einen Wert an sich. Die Geldmenge entsprach dem verfügbaren Gold und Silber. Heute ist Geld eine beliebig vermehrbare Schuld - und ein Versprechen, diese zu begleichen. Eine Tatsache über die nicht alle Ökonomen glücklich sind.
Das Geld ist ins Gerede gekommen. Natürlich spielt dabei die Finanzkrise eine große Rolle. Aber es geht nicht nur um den Umgang mit Geld. Es geht auch um das Geld selbst. Seit das Finanzsystem beinahe kollabierte ist wieder in den Blick geraten, wie Geld eigentlich in die Welt kommt. Vor allem die Tatsache, dass es nur zum Teil die Druckmaschinen der Zentralbanken sind, die "Geld" produzieren.

Banken schöpfen Geld aus dem Nichts
Als erstes assoziieren wir mit Geld wohl Scheine und Münzen. Die werden von den Zentralbanken ausgegeben. Darüber hinaus gibt es aber noch ein anderes "Geld". Es entsteht immer, wenn Banken einen Kredit vergeben. Sie müssen dafür nicht die Spareinlagen anderer Kunden verwenden und brauchen als "Pfand" nur einen Bruchteil des Betrages in "Zentralbankgeld" zurück zu halten, die so genannte Mindestreserve. Kredit- Buch - oder Giralgeld heißt dieses unsichtbare Geld.

© faz Lupe
Grafik: Aus 100 Euro kann eine Bank ganz schnell 10.000 Euro machen.
Konkret bedeutet das: Banken können selbst Geld schöpfen. Und sie haben dafür kaum Limits. Zwar müssen sie sich immer wieder Zentralbankgeld besorgen, aber in Zeiten von Niedrigstzinsen ist das kein Problem. Der positive Effekt der Geldschöpfung durch die Banken ist, dass das System dadurch sehr flexibel bleibt. Die Geldmenge ist nicht ohne weiteres begrenzbar, sie kann sich den Bedürfnissen der Wirtschaft anpassen. Allerdings auch falsche Anreize geben und über diese hinauswachsen. Eine besondere Ausweitung dieses Geldes über Kredite hat es vor der Finanzkrise gegeben - und nach Meinung Vieler zu dieser beigetragen.

Geld braucht dringend eine Reform
Es gibt daher seit einiger Zeit Initiativen, die Geldschöpfung neu zu regeln. In der Schweiz hat die sogenannte "Vollgeldinitiative" über 110000 Unterschriften für eine Volksabstimmung eingereicht. Das Ziel ist, der Zentralbank das Monopol über das komplette Geld zu verschaffen. Auch in Island, das stark von der Finanzkrise gebeutelt wurde, gibt es Bestrebungen, die Geldschöpfung in diese Richtung zu reformieren.

Neben dem Argument, dass die Banken (als "Urheber" des Kredit- oder Giralgeldes) vielleicht nicht die zuverlässigsten und sichersten Orte der Geldschöpfung seien, führen die Kritiker noch einen weiteren Punkt an: Mit der Erzeugung von "Kreditgeld" wird - über die Zinsen - auch Geld verdient. Das würde nach einer solchen Reform nicht den Banken, sondern den Zentralbanken zustehen. Und die müssen ihre Gewinne an den Staat überweisen.

Es hat schon früher Bestrebungen gegeben, die Geldschöpfung besser zu kontrollieren. Während der Weltwirtschaftskrise des vergangenen Jahrhunderts plädierte unter anderem Milton Friedman von der University of Chicago dafür, die Mindestreserve an Zentralbankgeld, die die Banken für Kredite vorhalten müssen, auf 100 Prozent anzuheben. Auf diese Weise wäre das Kreditgeld zu 100 Prozent durch von der Zentralbank ausgegebenes Geld gedeckt und würde in der Höhe von ihr kontrolliert. Der Vorstoß scheiterte.

Banken-Geld ist gefährlich
Video: Prof. Joseph Huber zum Thema Vollgeld Video
Video: Ökonom und Sozialwissenschaftler Prof. Joseph Huber möchte unser Geld durch Vollgeld ersetzen. Eine solche Reform könne auch den Staaten helfen, Schulden abzubauen.
Auch in Deutschland gibt es Bemühungen um einen "Kurswechsel" bei der Geldschöpfung. Nicht alle haben die gleichen Lösungsansätze, aber alle gehen gleichermaßen davon aus, dass das Banken-Geld systemisch Gefahren birgt. Professor Joseph Huber hat deshalb den Verein "Monetative" gegründet, der die Geldschöpfung von den Banken hin zu einer "vierten Gewalt im Staat" übertragen möchte.
Thomas Mayer, immerhin ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank, möchte ein Aktivgeldsystem einführen: Geld sollte von den Zentralbanken direkt an die Bürger fließen und Banken nur noch Kredite vergeben dürfen, die tatsächlich durch Spareinlagen gedeckt sind. Der Staat sollte sich seiner Meinung nach raushalten.

Glaube & Profit
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Der unerklärte Krieg
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Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.