makro
Kalender
Dezember 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
06
© reuters Lupe
Chinesische Investoren sind in Afrika herzlich willkommen - obwohl eine klare Trennung zwischen profitorientierten Investitionen und Entwicklungshilfe sehr schwer ist.
Chinas Einfluss in Afrika
Infrastruktur gegen Rohstoffe
"Chinafrika", so nennen die Chinesen den ärmsten Kontinent der Welt. Aus gutem Grund. Kein anderes Land ist auf politischer und wirtschaftlicher Weise derart mit Afrika verbunden. Doch zu welchem Preis?
Chinas Regierung unterstützt Afrika in allen Bereichen. Sei es, um den Flughafen in Mosambik, den Justizpalast von Maputo oder einfach nur Fußballstadien zu bauen. Die Großmacht investiert schon seit Jahren mehrere Milliarden in das Land. Während Europa sich mit dem Bau von Schulen und Brunnen beschäftigt, kurbelt China die Wirtschaft an.Doch ganz so selbstlos und unbegrenzt hilfsbereit ist China nicht.

Afrika ist reich an Rohstoffen - von Holz über Kupfer bis hin zu Kohle und Öl, all das, was China nicht bieten kann, aber so dringend benötigt. Und genau diese Güter verlangt China im Gegenzug zur großzügigen Entwicklungshilfe und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Wachstum. Ein Beispiel: 2007 schlossen die Supermacht und der Kongo einen Deal. Für 600.000 Tonnen Kobalt und zehn Millionen Tonnen Kupfer war China bereit, 9,2 Milliarden Dollar in die Infrastruktur zu investieren. Daraus resultierten 31 Krankenhäuser, 2 Flughäfen, 3215 Kilometer Bahnlinien und 3400 Kilometer Straßen.

China unterstützt autoritäre Regime
© dpa Lupe
Mehrfach gab es schon internationale Kritik an Chinas Unterstützung für den Diktator Robert Mugabe.
Doch die sino-afrikanische Beziehung bringt auch Nachteile mit sich. Zum einen unterstützt China autoritäre Regime und Diktaturen wie die von Robert Mugabe, Diktator von Simbabwe. Im Gegensatz zu den Europäern legen die Chinesen keinen Wert auf Demokratie oder den entschiedenen Einsatz gegen Korruption. So wollte China 2008 ein Schiff prall gefüllt mit drei Millionen Patronen für Sturmgewehre, mehrere Tausend Mörser und weitere Waffen nach Simbabwe verfrachten. Und genau dieses Vorgehen gefällt so vielen afrikanischen Politikern.

China gewährt Milliardenkredite, treibt die Infrastruktur voran, stellt keine Forderungen und liefert auch in die umstrittenen Länder Waffen. Auch mit den Menschenrechten nimmt es die Weltmacht nicht so ernst. So werden in chinesischen Firmen die Arbeiter schlecht behandelt, es kommt zu gewalttätigen Übergriffen und zu Schießereien. Hinzu kommt die Tatsache, dass immer mehr chinesische Gastarbeiter nach Afrika kommen, um in den chinesischen Firmen zu arbeiten, sodass man nicht mehr auf regionale Arbeitskräfte angewiesen ist.

Afrika-China-Handel hängt den Westen ab
Lupe
Seit der Jahrtausendwende hat China den Handel mit Afrika um durchschnittlich 32 Prozent im Jahr gesteigert.
Des Weiteren stellt Afrika einen wichtigen Absatzmarkt für China dar. Die Volksrepublik liefert Infrastruktur und billige Konsumgüter, meist von schlechter Qualität. Die Nachfrage von Handys, Fernseher oder Autos steigt, und China produziert diese Güter in Massen.

Die USA und die Europäer haben ihre Beziehung zu Afrika schleifen lassen - und bekommen es jetzt zu spüren. China ist schon seit 2009 Afrikas wichtigster Handelspartner, und wird es erstmal bleiben. Denn Afrika ist schon zu abhängig von der chinesischen Weltmacht, ob nun gewollt oder nicht.

Sendungstipp
© reutersAfrika - Wege aus der Armutsfalle
Halbierung der extremen Armut und des Hungers lautete das wohl wichtigste Milleniumsziel, das die Vereinten Nationen im Jahr 2000 verabschiedeten. Doch viele Länder Afrikas haben es verfehlt. (makro: Freitag, 25.09.2015, 21 Uhr)
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Rückzugsraum für Despoten wie Mugabe in Simbabwe. Der letzte verkannte Binnenmarkt, Aufbruch, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.