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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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© dpa Lupe
Mit der Aufhebung der Sanktionen gibt der Westen ein Druckmittel auf, für das auf internationaler Ebene mühsam ein Konsens gewonnen werden musste.
Das Atomabkommen mit dem Iran
Politische Bedenken und Hintergründe
Dem Iran ist es in zähen Verhandlungen gelungen, am 14. Juli 2015 einen Atom-Deal mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates, der EU und Deutschland auszuhandeln. Die zwölf Jahre dauernde internationale Krise scheint damit vorerst beigelegt, das Ende der westlichen Sanktionen gegen den Iran greifbar nahe.
Durch das Embargo sollte das Land daran gehindert werden, unkontrolliert waffenfähiges Uran anzureichern, und sich wieder internationalen Kontrollen unterwerfen. Bis es zu den Sanktionen kam, dauerte es Jahre. Der Iran hatte stets behauptet, keine militärischen Absichten mit seinem Atomprogramm zu verfolgen.

Militärische Zielrichtung
Doch einen anderen Grund für die forcierte Urananreicherung - was in größeren Mengen ausschließlich zur Waffenproduktion benötigt wird - konnte das Land nicht glaubhaft machen. Der Iran hat große Öl- und Gasvorkommen und benötigt keine Atomkraftwerke zur Energiegewinnung. Zudem verheimlichte Teheran Teile seines Nuklear-Programms vor der Wiener Atomenergiebehörde und warf deren Kontrolleure wiederholt aus dem Land, obwohl diese - gemäß dem vom Iran unterzeichneten Atomwaffensperrvertrag - zu derartigen Inspektionen berechtigt waren. Hinweise auf eine militärische Zielrichtung häuften sich, mehrere Anlagen waren zudem unterirdisch angelegt worden zum Schutz vor Angriffen - auch dies keine beruhigende Maßnahme. Nach zähen Verhandlungen einigte sich die internationale Staatengemeinschaft unter Führung der USA schließlich auf die harten Sanktionen, die der iranischen Wirtschaft jetzt so stark geschadet haben.

Die Vorzüge des Deals scheinen zunächst minimal: So schätzt die amerikanische Regierung, dass der Iran künftig nicht mehr 2 - 3 Monate, sondern etwa ein Jahr benötigen würde, um genug hochangereichertes Uran für den Bau einer Atombombe herzustellen. Denn gemäß dem Abkommen muss das Land die Zahl seiner Zentrifugen reduzieren und die Menge des angereicherten Urans verringern. Außerdem darf Teheran nur mit Einschränkungen auf diesem Gebiet forschen und muss sich umfassenden Inspektionen unterwerfen. Sollte der Gottesstaat dennoch versuchen, die Kernenergie militärisch zu nutzen, hätte die Staatengemeinschaft also etwas mehr Zeit, darauf zu reagieren – und es träten sofort die Sanktionen wieder in Kraft ("snapback provision").

Israel ist unzufrieden
Besonders Israel genügt dieses Verhandlungsergebnis nicht: Das Abkommen sei ein historischer Fehler. Die Sanktionen würden aufgehoben, ohne dass der Iran zu größeren Zugeständnissen gezwungen worden sei. Man erlaube dem Land, auch auf militärischem Gebiet ein nuklearer Schwellenstaat zu sein. Tatsächlich darf der Iran gemäß dem Abkommen nach zehn Jahren ohne Einschränkung Uran anreichern und könnte damit auch atomares Kriegsgerät herstellen. Andererseits wird der Iran bereits in einigen Monaten Zugriff auf seine eingefrorenen Auslandsguthaben bekommen - immerhin handelt es sich hier um 100 Milliarden US-Dollar. Damit, so argumentiert Israel, würde der Iran nicht nur seine Wirtschaft ankurbeln, sondern auch "die Revolution" iranischer Machart exportieren und so die Konflikte im Nahen Osten noch weiter eskalieren.

Bereits jetzt unterstützt das Ajatollah-Regime Organisationen wie Hisbollah, Hamas und den Islamischen Dschihad finanziell, genauso wie die Huthis im Jemen sowie die Schiiten in Bahrain und Saudi-Arabien. Die Raketen, die Israel und Teile Europas erreichen können, sind nicht Teil des Deals. Und noch immer erkennt der Iran das Existenzrecht Israels nicht an. All dies lässt viel Kritik an dem Abkommen laut werden.

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© apIm Iran geht wieder was
Einigung im Atomstreit belebt die deutsche Wirtschaft.
Schwerpunkt
Naher Osten
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