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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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© ap Lupe
Die Zitterpartie geht weiter
Griechenland ist noch lange nicht überm Berg
Der erste Schritt ist gemacht. Das griechische Parlament hat gestern mit klarer Mehrheit ersten Spar- und Reformmaßnahmen zugestimmt. Damit ist zumindest formal der Weg frei für Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland.
Die angenommenen Gesetze sehen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer vor, Zusatzabgaben für Freiberufler sowie für Besitzer von Luxusautos, Häusern und Jachten sowie einen nahezu vollständigen Stopp aller Frühverrentungen. Bis zum 22. Juli muss das griechische Parlament allerdings weitere Reformschritte verabschieden.

Noch heute wollen die Finanzminister der Eurogruppe in einer Telefonkonferenz über erste Details zum Hilfsprogramm beraten. Griechenland könnte im Rahmen dieses dritten Hilfspaketes über den ESM-Rettungsschirm Kredite in Höhe von bis zu 86 Mrd. Euro bekommen.

Bevor die Verhandlungen aber in die nächste Runde gehen können, müssen noch mehrere nationale Parlamente zustimmen, unter anderem auch der Deutsche Bundestag. Der soll am Freitag zu einer Sondersitzung zusammen kommen. Bis das Hilfspaket aber steht und die ersten Kredite ausgezahlt werden, kann es noch locker vier Wochen dauern.

Auf die EZB ist stets Verlass
© dpa Video
Die EZB hat in den letzten Jahren immer mehr die Schlüsselposition in der Euro-Rettung eingenommen, auch wenn das eigentlich nicht ihre Aufgabe ist.
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Zeit, die Griechenland nicht hat. Das Land braucht dringend Geld. Die Banken sollten eigentlich in Kürze wieder öffnen. Doch ohne frisches Kapital, dürfte das kaum möglich sein. Hinzu kommt, dass Griechenland bereits am Montag 3,5 Milliarden Euro an die EZB zu zahlen hat. Ohne eine Finanzspritze aus Brüssel können die Griechen die Summe nicht bezahlen. Dann müsste die Europäische Zentralbank Hellas aber direkt als zahlungsunfähig einstufen. Griechische Staatsanleihen könnten dann nicht mehr als Sicherheiten angenommen werden und die EZB dürfte die griechischen Banken auch nicht weiter mit Notkrediten versorgen. Ein Zusammenbruch des griechischen Bankensystems wäre die Folge. Bis dahin will die Europäische Zentralbank die griechischen Banken aber zunächst weiter mit Liquidität versorgen. Der Rat der EZB hat auf seiner heutigen Sitzung eine Erhöhung der Notkredite um weitere 900 Millionen Euro für eine Woche beschlossen.

Fest steht: Griechenland braucht eine Brückenfinanzierung bis das dritte Hilfsprogramm steht. Die Euro-Finanzminister haben sich nun auf einen Vorschlag der EU-Kommission geeinigt. Danach bekommt Griechenland 7 Milliarden Euro aus dem EFSM-Rettungsfonds. Dagegen hatten sich zunächst mehrere EU-Länder, darunter vor allem Grußbritannien, gewehrt. Sie wollten sich als Nicht-Euro-Mitglied auf keinen Fall an der Rettung Griechenlands beteiligen.

Schäuble ist für den Grexit
© dpa Lupe
Doch kein "Isch over". Der Griechenland-Krimi geht in die nächste Runde
Trotzdem ist Griechenland noch lange nicht über den Berg. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wertete die Abstimmung im griechischen Parlament zwar als wichtigen Schritt, wies jedoch auch darauf hin, dass die Verhandlungen über das Hilfspaket noch hart würden. Er schlug in diesem Zusammenhang abermals ein freiwilliges vorübergehendes Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro vor. Erst dann würde auch der Weg für einen echten Schuldenschnitt frei. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde hatte die Tragfähigkeit der griechischen Staatsschulden bezweifelt und einen weiteren Zahlungsaufschub vorgeschlagen.

 

Interview: Reformvorschläge und dann?
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Die beiden Ökonomen Aloys Prinz und Matthias Fifka sind sich einig: die Reformvorschläge Griechenlands sind heiße Luft und egal ob Schuldenschnitt oder Grexit, das bisher geliehene Geld ist weg.
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Interview: Chance Grexit
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Die beiden Ökonomen Aloys Prinz und Helge Peukert glauben, dass ein Grexit durchaus eine Chance für die griechische Wirtschaft ist. Auch wenn der Austritt aus dem Euro zunächst für Tumulte sorgen würde.
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Interview: Auszeit für Griechenland
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Robert Halver von der Baader Bank sagt, Griechenland könne in seiner derzeitigen Verfassung nicht im Euroraum bestehen. Er plädiert für eine 10-jährige Auszeit in Verbindung mit einem Schuldenschnitt.
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Info
32 Abgeordnete von Tsipras Linkspartei Syriza sprachen sich gegen das Gesetzespaket aus. Insgesamt 229 von 300 Abgeordneten stimmten für die Maßnahmen, 64 Parlamentarier votierten dagegen, sechs enthielten sich.
Experten-Meinung
"Der Schuldenschnitt kommt"
Grexit, Schuldenschnitt oder doch noch ein neues Reformpaket: Die Zukunft Griechenlands steht auf Messers Schneide. makro-Moderatorin Eva Schmidt sprach mit dem Wirtschaftswissenschaftler Matthias Fifka darüber, wie lange die Gläubigerstaaten den Umschuldungswunsch Griechenlands tatsächlich noch ablehnen können.
Experten-Meinung
© apWelche Folgen hätte ein Grexit?
Die Euro-Krise könnte er nicht mit einem Schlag beenden, sagt Finanzwissenschaftler Aloys Prinz. Doch an den Finanzmärkten wären wochenlange Tumulte zu erwarten.
Griechenland
© dpaKein Grexit und Milliarden-Kredite
Nach einer Marathonsitzung haben sich die Staats- und Regierungschefs am Montagmorgen zu einem dritten Hilfsprogramm für Griechenland durchgerungen.
Archiv
Musterfall Griechenland?
Bis Sonntag soll es eine "finale Lösung" in Sachen Griechenland geben. Die Entscheidung für oder gegen Reformauflagen könnte auch auf andere Euro-Krisenländer ausstrahlen.