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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© dpa Lupe
Durchatmen für Tsipras - nach wochenlangen Verhandlungen gibt es erstmals eine Einigung
Kein Grexit und Milliarden-Kredite
Einigung im Schuldenstreit
Nach einer Marathonsitzung haben sich die Staats- und Regierungschefs am Montagmorgen zu einem dritten Hilfsprogramm für Griechenland durchgerungen.
In den nächsten drei Jahren sollen weitere 82 bis 86 Milliarden Euro nach Athen fließen. Im Gegenzug muss die griechische Regierung Sofortmaßnahmen wie eine Mehrwertsteuer- und eine Rentenreform beschließen. "Wir haben eine harte Schlacht geschlagen", sagte der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras. "Wir stehen vor schwierigen Entscheidungen." Tsipras hatte sich die ganze Nacht vor allem gegen den geplanten Privatisierungsfonds über 50 Milliarden Euro gewehrt.

© dpa Lupe
Merkel und Co. nahmen sich Tsipras zwei Mal für insgesamt mehr als sechs Stunden vor
Vorausgesetzt, die Privatisierung von griechischen Staatsunternehmen spült Milliarden in den Treuhandfonds, dann sollen 12,5 Milliarden Euro in Investitionen fließen, 25 Milliarden an die griechischen Banken und ein kleinerer Teil in die Rückzahlung von Schulden. "Ein nominaler Schuldenschnitt kommt für uns nicht infrage", betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch einmal.

Aus der deutschen Wirtschaft kommt scharfe Kritik am Schuldendeal mit Griechenland. "Die europäischen Steuerzahler werden wieder einmal genötigt, für viel Geld ein bisschen Zeit zu erkaufen", sagte der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel. "Das ist Insolvenzverschleppung. Griechenland wird seine Schulden nie zurückzahlen können. Es wird nur weiteres Geld ins Feuer geworfen." Jeder Bürger müsse für einen Kredit Sicherheiten oder Liquidität nachweisen. "Griechenland kann das kaum und bekommt trotzdem Milliarden", ergänzte Goebel.

Zeit ist Geld
Volkswirte haben zurückhaltend reagiert. Immerhin sei die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum, dem so genannten Grexit, etwas gesunken, erklärte Chefvolkswirt Ulrich Kater von der Dekabank. „Aus unserer Sicht liegt die Wahrscheinlichkeit nun wieder bei unter 50 Prozent.“ Risiken sieht Kater vor allem beim griechischen Parlament, das die Ergebnisse der 17-stündigen Marathonsitzung der Staats- und Regierungschefs bis Mittwoch billigen muss.

Auch die Commerzbank sieht die weitere Entwicklung der Eurozone nach dem Gipfel kritisch. In hochverschuldeten Ländern des Währungsraums ließen sich Reformen nicht in der Breite durchsetzen, meinte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Besonders kritisch sei die mangelnde Reformbereitschaft des Euro-Schwergewichts Italien. Für die EU-Finanzminister geht der Verhandlungsmarathon weiter, denn sie müssen sich möglichst schnell auf eine Brückenfinanzierung für Griechenland einigen. Denn bis die ESM-Milliarden nach Athen fließen, können noch einige Wochen ins Land gehen. Griechenland hat aber schon jetzt keine Euros mehr.

Videos zum Thema:

Interview: Reformvorschläge und dann?
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Die beiden Ökonomen Aloys Prinz und Matthias Fifka sind sich einig: die Reformvorschläge Griechenlands sind heiße Luft und egal ob Schuldenschnitt oder Grexit, das bisher geliehene Geld ist weg.
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Interview: Chance Grexit
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Die beiden Ökonomen Aloys Prinz und Helge Peukert glauben, dass ein Grexit durchaus eine Chance für die griechische Wirtschaft ist. Auch wenn der Austritt aus dem Euro zunächst für Tumulte sorgen würde.
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Interview: Auszeit für Griechenland
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Robert Halver von der Baader Bank sagt, Griechenland könne in seiner derzeitigen Verfassung nicht im Euroraum bestehen. Er plädiert für eine 10-jährige Auszeit in Verbindung mit einem Schuldenschnitt.
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Experten-Meinung
"Der Schuldenschnitt kommt"
Grexit, Schuldenschnitt oder doch noch ein neues Reformpaket: Die Zukunft Griechenlands steht auf Messers Schneide. makro-Moderatorin Eva Schmidt sprach mit dem Wirtschaftswissenschaftler Matthias Fifka darüber, wie lange die Gläubigerstaaten den Umschuldungswunsch Griechenlands tatsächlich noch ablehnen können.
Experten-Meinung
© apWelche Folgen hätte ein Grexit?
Die Euro-Krise könnte er nicht mit einem Schlag beenden, sagt Finanzwissenschaftler Aloys Prinz. Doch an den Finanzmärkten wären wochenlange Tumulte zu erwarten.
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© dpaDritter Schuldenschnitt?
Die Debatte über einen Schuldenschnitt Griechenlands ist durch die Eskalation des griechischen Schuldendramas erneut aufgeflammt. Schon zweimal hat das Euroland erhebliche Schuldenerleichterungen erhalten.
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Musterfall Griechenland?
Bis Sonntag soll es eine "finale Lösung" in Sachen Griechenland geben. Die Entscheidung für oder gegen Reformauflagen könnte auch auf andere Euro-Krisenländer ausstrahlen.