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Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© dpa Lupe
Dritter Schuldenschnitt für Griechenland?
Am 20. Juli ist die nächste Rate fällig
Die Debatte über einen Schuldenschnitt Griechenlands ist durch die Eskalation des griechischen Schuldendramas erneut aufgeflammt. Schon zweimal hat das Euroland erhebliche Schuldenerleichterungen erhalten.
320 Milliarden Schulden hat Griechenland mittlerweile. 80 Prozent davon entfallen an öffentliche Geldgeber. Bei der EZB stehen die Hellenen mit 25 Milliarden in der Kreide. Beim IWF mit rund 31 Milliarden. Während EZB und IWF auf kompletter und pünktlicher Schuldentilgung bestehen, müssen die Kredite aus dem EU-Hilfsprogramm erst in 15 bis 30 Jahren zurückgezahlt werden.

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Ein weiterer Schuldenerlass, der von Athen gefordert wird, ist in der Eurozone höchst umstritten. Was Griechenland bisher erhalten hat - und was die vorrangigen Geldgeber, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank sagen:

Erster Schuldenschnitt:
Im März 2012 verzichteten überwiegend private Gläubiger «freiwillig» auf rund die Hälfte ihrer Forderungen - als Teil eines umfassenden Hilfsprogramms von Euroländern und IWF. Banken und Versicherungen verzichteten auf 53,5 Prozent. Insgesamt sank der Schuldenberg Griechenlands um 105 Milliarden Euro.

Die Entlastung dauerte nicht lang: Weil die Wirtschaftsleistung weiter dramatisch schrumpfte, stieg die Schuldenquote - gemessen am Anteil des Bruttoinlandsprodukts - rasch wieder über den Stand vor dem Schuldenschnitt (2011: 160 Prozent). Zuletzt lag sie bei 180 Prozent, der Schuldenberg bei 315 Milliarden Euro.

Zweiter, indirekter Schuldenschnitt:
Im November 2012 erhielt Griechenland von der Eurogruppe eine weitere Erleichterung der Schuldenlast. Das Paket sah unter anderem eine Verlängerung der Laufzeiten für Kredite um 15 auf 30 Jahre vor, Zinsen wurden gesenkt oder auf zehn Jahre gestundet. Allein der Effekt dieser Zinsstundung wurde auf 44 Milliarden Euro geschätzt - und wegen des Verzichts auf Zinsen als Schuldenschnitt interpretiert.

Vom IWF vorgeschlagener dritter Schuldenschnitt
Die Experten des IWF kommen in ihrer jüngsten Analyse vom 26. Juni zu dem Schluss, dass die Schulden nicht mehr tragbar sind und weitere Hilfen notwendig werden. Athen habe die vereinbarten Ziele verfehlt, Reformen seien nur schwach ausgefallen, Fortschritte beim Haushalt geringer als erwartet.

Eine Option wäre laut IWF, die Schuldenstundung auf 20 Jahre auszudehnen und die Rückzahlung auf 40 Jahre zu strecken. Ein weiterer Vorschlag wäre ein Schuldenschnitt im Umfang von mehr als 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Griechenlands, das zuletzt bei rund 180 Milliarden Euro lag. Dennoch benötigt Griechenland aus Sicht des IWF und vieler anderer Geldgeber weitere, frische Hilfskredite: ein drittes Hilfsprogramm.

EZB nimmt Sonderrolle ein
Die EZB nimmt in dieser Gemengelage eine Sonderrolle ein: An einer Umschuldung oder einem Schuldenschnitt, der EZB-Gelder mit einbezieht, darf sich die EZB nicht beteiligen. Denn das wäre eine unerlaubte Staatsfinanzierung durch die Zentralbank, wie der Chef der französischen Zentralbank, Christian Noyer bekräftigte.

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