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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Firmengründer Abdal Salem Al Mutlaq hätte gerne mehr Saudis im Betrieb, nur findet er keine.
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Saudi-Arabien - Nichts als Öl?
Teil 4 - Fachkräftemangel in der Wüste
Abdal Salem Al Mutlaq könnte ohne ausländische Angestellte einpacken. Der Unternehmer hat eine Art saudischer Siemens gegründet. Sein Klagelied kommt einem bekannt vor: der Fachkräftemangel.
Wie sehr die Saudis auf die Ausländer angewiesen sind, zeigt sich auch in einem der größten Industrieunternehmen des Landes. Alfanar, was übersetzt Leuchtturm bedeutet, ist eine Art Siemens von Saudi-Arabien, ein großes Industriekonglomerat mit 14.000 Angestellten. Von Stromkabeln über Lichtschalter bis hin zu Kraftwerken reicht die Produktpallette des Unternehmens.

Alle Arbeiter, die wir hier sehen, sind Ausländer. Das gilt auch für die Vorarbeiter in den Werkshallen. Statistiken besagen, dass etwa 80% der Angestellten im saudischen Privatsektor keine Saudis sind. Der Gründer des Unternehmens Abdal Salem Al Mutlaq könnte ohne sie einpacken. Er hätte gerne mehr Saudis im Betrieb, nur findet er keine.

In Saudi-Arabien sei es ein Problem, gut ausgebildete Angestellte zu finden, erzählt uns Al Mutlaq. "Das ist in anderen Ländern nicht anders. Ich bin mir sicher, dass Sie in Deutschland auch Probleme damit haben. Aber in Entwicklungsländern, und Saudi-Arabien ist eines, bleibt es ein riesen Problem. Wir suchen in den Unis nach Talenten, engagieren Studenten direkt nach ihrem Abschluss und bilden sie dann selbst weiter aus, was sich als erfolgreiches Model erwiesen hat."

Kooperation von Industrie und Universitäten
Al Mutlaq wünscht sich eine Kooperation von Industrie und technischen Universitäten, um saudische Studenten besser auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. "Eine solche Kooperation braucht eine eigene Kultur", sagt der Chef. "Es wird Zeit brauchen, und wir werden aus unseren Fehlern lernen müssen."

Er ist geduldig. Und es wäre nicht das erste Mal, dass Al Mutlaq etwas ins Rollen bringt. Immerhin war er mit der erste Unternehmer, der 2003 Frauen eingestellt hat. 600 sind es heute, nirgends arbeiten mehr Frauen als in einer seiner Fabrikhallen. Da unsere Autorin Katrin Sandmann mit einem Kameramann unterwegs ist, dürfen wir dort nicht filmen. Anders als die progressiveren Startups hält sich Al Mutlaq an die strengen Regularien der Geschlechtertrennung.

Alfanar hält Geschlechtertrennung ein
"Es wäre natürlich einfacher, wenn Frauen und Männer zusammenarbeiten würden", sagt Al Mutlaq. "Aber ich denke, es ist sehr wichtig, die lokalen Traditionen zu achten. Wenn Sie hier gegen den Strom schwimmen, kann das zu Rückschlägen führen." Egal mit welchem Unternehmer man spricht, die gesellschaftlichen Schranken werden immer wieder zum Thema. Es gibt viele rote Linien in Saudi-Arabien und auch Pioniere können die nicht einfach überschreiten.

"Niemand will scheitern, sagt Al Mutlaq. "Wenn man etwas beginnt, geht man davon aus, dass man Erfolg hat. Viele Menschen hier haben Angst vor dem Scheitern, und das mag einige davon abhalten, sich selbstständig zu machen. Wie man damit umgeht, ist letztlich eine persönliche Frage. Ich denke, man sollte keine Angst davor haben, dass Dinge auch mal schief laufen. Aber natürlich muss man willens sein, ein kalkuliertes Risiko einzugehen."

Sendedaten
Freitag, 14. August 2015, 13.25 Uhr

Wiederholung Samstag, 7.00 und 9.45 Uhr

Ein Film von Katrin Sandmann
Saudi-Arabien für Anfänger
© reutersMan fährt nicht mal einfach so nach Saudi-Arabien. Wer in das Königreich möchte, braucht viel Zeit, Geduld und als Frau unbedingt eine Abaya. Filmautorin Katrin Sandmann hat das am eigenen Leib erfahren.
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Zukunft am Golf
Dubai hat den Glanz, Abu Dhabi die Macht und das Geld. Auf diesen knappen Nenner lässt sich das Verhältnis der beiden bedeutendsten Emirate am Golf zusammenfassen. Es geht um Prestige, Touristen, Passagiere und Profit. (06.12.2013)
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