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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Dokumentation ansehen Video
Firmenchefin Tuba Terekli weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, ein Unternehmen zu gründen.
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Saudi-Arabien - Nichts als Öl?
Teil 2 - Der Startup-Inkubator
Frau Terekli denkt praktisch. Als sie eine Firma gründen wollte, stellte sie rasch fest, dass man als Jungfirma jede Menge Schwierigkeiten hat. Da wäre es doch eine gute Geschäftsidee, anderen Startups zu helfen!
Qotuf ist ein Unternehmen in Dschiddah, dass saudische Startups unterstützt. An der Spitze steht eine Frau, Tuba Terekli. Das ist schon erstaunlich genug, in einem Land, in dem Frauen ohne männliche Erlaubnis noch nicht mal einen Pass beantragen dürfen, geschweige denn Autofahren. Ebenso erstaunlich ihre Geschäftsidee: Sie bietet Startups einen Operationsrahmen, denn, so erzählt Terekli, es gebe viele junge Saudis, die ein Startup gründen wollen, jedoch nicht die Unterstützung finden, die sie für den Anfang brauchen.

Sechs Teams haben hier drei Monate lang die Möglichkeit, ihre Ideen zur Marktreife zu bringen. 4000 Euro, Büroräume, technische und wirtschaftliche Tutoren sowie einen regen Austausch mit Gleichgesinnten Entwicklern im Silicon Valley bekommen sie gestellt. Qotuf erhält im Gegenzug 20% des künftigen Unternehmens.

Ein Startup für die Startups
"Als ich angefangen habe, über Accelerator-Programme für Startups zu sprechen, haben die Leute mich für verrückt erklärt", erinnert sich die Chefin. "Sie meinten, wir hätten keine Computerfreaks in Saudi-Arabien, keine Programmierer. Niemand glaubte an eCommerce, obwohl wir eine strak konsumorientierte Gesellschaft sind." Und, das fügt sie hinzu, Investoren interessieren sich eher für die Ölindustrie, den Immobilienmarkt oder Gaststättenbetriebe. Die Ideen, an denen hier getüftelt wird, reichen hingegen von Dienstleistungen über eCommerce bis zu eLearning.

Einfach ist das Dasein als Unternehmensgründer aber keineswegs. Ohoud El Essami hat gerade ziemlich zu kämpfen. Sie will die Angebote aller Schönheitssalons des Landes auf einer Website bündeln. Nur wollen die Schönheitssalons das irgendwie nicht.

"Für mich ist es ein großes Risiko", erzählt Ohoud El Essami. "Ich investiere viel Energie und Zeit in das Projekt, und ich bin mir nicht sicher, ob ich am Ende erfolgreich sein werde. Das macht mich ganz schön nervös." Sie hat eigentlich Jura studiert. Sich jetzt mit Mode und Wirtschaft zu beschäftigen, sei ein riesiger Schritt.

Frauen und Männer in einem Raum
© dpa Lupe
Frau am Steuer: in Saudi-Arabien ein Akt des zivilen Ungehorsams.
Die Gründer unter dem Dach von Frau Terekli sind mit ihrer Risikofreude allerdings eher die Ausnahme. Eine saudische Zeitung hat gerade eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass eine Mehrheit der jungen Saudis einen sicheren Job beim Staat bevorzugt, der in Saudi-Arabien der größte Arbeitgeber ist. Im Privatsektor müsse man zu hart arbeiten, gaben viele als Begründung an.

Außergewöhnlich ist auch, dass Frauen und Männer hier in einem Raum arbeiten. Das mächtige religiöse Establishment verbietet eigentlich das Mischen der Geschlechter. Aber auch der Regierung ist klar, dass viele Frauen schon aus wirtschaftlichen Gründen in Zukunft werden arbeiten müssen. Die Scheidungsrate ist hoch, immer Haushalte werden von Frauen geführt, die ihre Familien ernähren müssen.

Alle wollen die Moderne, schrieb der Spiegel über Saudi-Arabien, nur keiner will, was dazugehört.

Sendedaten
Freitag, 14. August 2015, 13.25 Uhr

Wiederholung Samstag, 7.00 und 9.45 Uhr

Ein Film von Katrin Sandmann
Saudi-Arabien für Anfänger
© reutersMan fährt nicht mal einfach so nach Saudi-Arabien. Wer in das Königreich möchte, braucht viel Zeit, Geduld und als Frau unbedingt eine Abaya. Filmautorin Katrin Sandmann hat das am eigenen Leib erfahren.
Vereinigte Arabische Emirate
Zukunft am Golf
Dubai hat den Glanz, Abu Dhabi die Macht und das Geld. Auf diesen knappen Nenner lässt sich das Verhältnis der beiden bedeutendsten Emirate am Golf zusammenfassen. Es geht um Prestige, Touristen, Passagiere und Profit. (06.12.2013)
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
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