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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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© dpa Lupe
China ist die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Trotzdem lässt das Wirtschaftswunder auf sich warten.
Wohlstand in China
Von uns weit entfernt
In seinem Buch "Mr. Smith und das Paradies: Die Erfindung des Wohlstands", beschäftigt sich Georg von Wallwitz unter anderem mit China, dessen starkes Wachstum unseren Wohlstand als Exportnation sehr mitgetragen hat.
Etwas pessimistisch schreibt er darin: "Beim Staunen über das Wunder des chinesischen Wachstumsmodells behalten wir im Hinterkopf, dass es in der Geschichte schon viele Wirtschaftswunder gab, aus denen nichts geworden ist."

makro: Was heißt das? Dass das chinesische Wirtschaftswunder eigentlich eine Luftnummer ist?

GW: Nein, es ist toll, was da passiert in den letzten 30 Jahren. Noch nie sind so viele Menschen aus der Armut herausgehoben worden wie in dieser Phase in China. Das ist, wenn Sie wollen, ein toller Erfolg des marktwirtschaftlichen Systems. Aber China ist noch ein ganzes Stück davon entfernt, auf unserem Wohlstandsniveau anzukommen. Und es sind Zweifel berechtigt, ob sie das so schaffen. Denn Wohlstand - so wie wir ihn haben - hängt sehr stark daran, dass die Leute erfinderisch sind und dass sie Eigeninitiative entwickeln, dass sie Unternehmen gründen, und dass die Unternehmen auch mal pleite machen können.

In China haben wir nach wie vor eine Kommandostruktur und über allem thront die Partei, denn sie hat bei allem das letzte Wort. Und ob die Partei diese Rolle des Unternehmers so toleriert, so wie wir es im Westen haben, ist doch sehr fraglich. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist, dass die chinesische Wirtschaft sehr stark von Investitionen getrieben ist. Was bei uns der Konsum ist, ist bei denen die Investition. Nur kann ein Land wie China nicht nur investieren, investieren, investieren und darauf hoffen, dass der Rest der Welt ihnen ihre Waren abkauft. Die müssen irgendwann auch selber anfangen zu konsumieren.

Und dieser Umbau der Wirtschaft von den Investitionen weg hin zum Konsum ist wahnsinnig schwierig. Und es ist keineswegs gesagt, dass das gelingt. Was in China durchaus passieren kann, ist, dass es in der sogenannten "middle income trap" landet, also in der Falle des mittleren Einkommens. Es kann sein, dass es China so ergeht wie etwa Thailand. Thailand ist seit 30 Jahren auf dem Sprung zu einer wohlhabenden Nation. Aber es gelingt nicht, weil die gesellschaftlichen Strukturen nicht da sind, die gleichermaßen den Wettbewerb wie den sozialen Frieden sichern.

makro: Was glauben Sie, was passiert, wenn China als Motor des weltweiten Wirtschaftswachstums ausfällt?

GW: Das wäre nicht schön für uns. Das weltweite Wachstum hängt oder hing in den letzten 10 Jahren sehr stark an China. Deutschland hat viele Autos und Maschinen dorthin verkauft und enorm von der Nachfrage nach Investitionsgütern profitiert. Das wäre nicht zu ersetzen, wenn das plötzlich ausfallen würde. Eine offensichtliche neue Lokomotive ist derzeit nicht in Sicht. Ob die USA, denen es derzeit am besten geht, das auffangen können, ist eher fraglich.

Interview mit Georg von Wallwitz

Die Autorin
LupeEva Schmidt
..ist Moderatorin und Redakterin bei makro. Sie führte das ausführliche Gespräch mit Georg von Wallwitz
Der Experte
LupeGeorg von Wallwitz
..ist Philosoph und Mathematiker und ein Kritiker des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus. Auch als Buchautor hat er sich einen Namen gemacht. Zuletzt erschien von ihm "Mr. Smith und das Paradies - Die Erfindung des Wohlstands".
Wirtschaftsgipfel
© dpaHerr Li besucht Berlin
Zum dritten Mal haben am 10. Oktober 2014 in Berlin die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen stattgefunden. Besonderes Augenmerk lag dabei wie immer auf der Wirtschaftskooperation.
Wirtschaftsdokumentation
Deutschland süß-sauer
Chinesische Unternehmen investieren massiv in deutsche Firmen und verschaffen sich so Zugang zu Know-how und Technik.