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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© dapd Lupe
Die ältere Generation dreht der jüngeren den Rücken zu - zumindest finanziell
Die Erbengeneration schaut in die Röhre
Ältere brauchen ihr Vermögen selbst
Da es nicht mehr genug Zinsen auf Sparvermögen gibt, wird die ältere Generation in Zukunft von der Substanz leben. Infolgedessen, werden die jüngeren auch weniger erben glaubt Georg von Wallwitz.
makro: Was bedeuten die niedrigen Sparzinsen für unsere Sparernation Deutschland?

GW: Das heißt, dass die Erbengeneration in die Röhre schaut. Diejenigen, die Erspartes haben, das ist in der Regel die ältere Generation, die wird einen guten Teil ihrer Ersparnisse auch aufbrauchen. Einfach deshalb, weil sie nicht mehr von den Zinsen leben kann. Das heißt, sie wird von der Substanz leben. Und die Erbengeneration wird ein weniger leichtes Leben haben, als sie sich das vielleicht Mal vorgestellt hat. Aber es ist nicht etwa so, dass das Land deswegen untergeht. Im Gegenteil, es ist für ein Land selten gut, wenn ein zu großer Teil der Bevölkerung nur von Ersparnissen lebt.

makro: Das heißt, wir müssen uns damit abfinden, dass unser Vermögen schrumpft und damit unser Wohlstand?

GW: Das Guthaben der Sparer wird schrumpfen, aber man muss es nicht ganz so negativ sehen, wie es jetzt auf dem Papier aussieht. Denn auf der anderen Seite haben wir kaum noch eine Inflation, und das kommt den Sparern sehr entgegen. Es ist der reale Zins, auf den es ankommt. Das Geld verliert ja kaum noch an Kaufkraft. Übrigens bemisst sich der Wohlstand eines Landes nicht nach der Höhe der Sparkonten, sondern nach der produktiven Leistung, nach der Fähigkeit sinnvolle Waren und Dienstleistungen zu produzieren. Und da sieht es in Deutschland ganz gut aus.

makro: Es gab 2014 ein Buch, das weltweit Furore gemacht hat: Das Kapital im 21. Jahrhundert. Der französische Ökonom Piketty kritisiert die Ungleichheit des Wohlstands: Reiche werden reicher, Arme bleiben arm. Geht diese Entwicklung so weiter?

© reuters Video
Video: Kapitalismuskritik
GW: Die Entwicklung wird getragen von Trends, die noch eine Weile weiter gehen werden und die auch schon eine ganze Weile lang laufen. Diese Trends sind erstens die Globalisierung, die dazu geführt hat, dass die lokale Arbeiterschaft weniger Verhandlungsmacht hat. Die Firmen können sagen: Dann lass ich eben woanders fertigen. Zweitens ist da die Computerisierung, Technisierung, Automatisierung. Das ist jener Trend, der dazu führt, dass wenige gute Programmierer oder Ingenieure Maschinen bauen, die die Arbeit tun, die früher viele Arbeiter und Angestellte getan haben. So dass man heute nur noch wenige hochqualifizierte Leute braucht, die dafür aber sehr hoch bezahlt sind. Und drittens führt die Globalisierung der Finanzen dazu, dass wir einen Steuerwettbewerb haben. Die Firmen und damit die wohlhabenden Leute zahlen tendenziell immer weniger Steuern. Und das führt auch zu Ungleichheit. Das sind drei Tendenzen, die wir schon eine Weile haben und deren Ende derzeit noch nicht absehbar ist.

Interview mit Georg von Wallwitz

Die Autorin
LupeEva Schmidt
..ist Moderatorin und Redakterin bei makro. Sie führte das ausführliche Gespräch mit Georg von Wallwitz
Der Experte
LupeGeorg von Wallwitz
..ist Philosoph und Mathematiker und ein Kritiker des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus. Auch als Buchautor hat er sich einen Namen gemacht. Zuletzt erschien von ihm "Mr. Smith und das Paradies - Die Erfindung des Wohlstands".
Umverteilung
Geld macht Geld
Irgendwie hat man es ja geahnt: Vermögen wächst schneller als Arbeitslohn. Das war schon immer so. Daher werden Reiche immer reicher. Bis die Ungleichheit zu groß wird.
Die Reichen werden reicher
Thomas Piketty erklärt in seinem Buch: die Kluft zwischen Arm und Reich wird unüberwindbar groß.