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Sendung am 4. August
China-Beben
Der "Made in China"-Boom hat China reich und mächtig werden lassen und über ein Drittel zum globalen Wirtschaftswachstum beigetragen. Doch Chinas Erfolgsformel - billige, einfache Produkte für die Welt - zieht nicht mehr.
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Vorschau
Sendung am 11. August
Bye-bye Bargeld
Der totale bargeldlose Zahlungsverkehr rückt näher. Der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff erklärt gegenüber dem Wirtschaftsmagazin makro, warum er die weitgehende Bargeld-Abschaffung für eine gute Sache hält.
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© reuters Video
Dass der ansonsten omnipräsente Kim Jong Un wochenlang nicht mehr auftrat, hat jede Menge Spekulationen über seine Gesundheit angeheizt.
Kim Jong-Un kann sich Auszeit leisten
Position des Diktators ist gesichert
Die Herrschaft von Kim Jong-Un ist offensichtlich stabil, ideologisch rückt er immer mehr in den Vordergrund sagt Prof. Rüdiger Frank. Seine beiden Vorfahren verschwinden zwar nicht aus der Propaganda, aber 80 Prozent der Slogans beschäftigen sich mit der Lobpreisung von Kim Jong-un.
makro: Sie haben gesagt, Kim Jong-un sitzt fest im Sattel. Woraus schließen Sie das? Er war ja mehrere Wochen aus der Öffentlichkeit verschwunden.

RF: Die Putschgerüchte waren im Prinzip ein Sturm im Wasserglas der westlichen Medien. Soweit man das von außen sagen kann, ist seine Position gesichert. Und zwar so sehr, dass er sich auch eine längere Abwesenheit erlauben kann. Im Prinzip ist er ja mit Ansage verschwunden. Erst ist er im Staatsfernsehen gehumpelt, dann hieß es in den offiziellen Nachrichten, er hat gesundheitliche Probleme, dann war er ein paar Wochen weg und dann ist er mit einem fast schon aggressiv präsentierten Gehstock wieder gekommen. Wenn Sie sich die Fotos ansehen: Der Gehstock stand wirklich immer im Vordergrund, der wurde nicht versteckt. Das ist eine wichtige Aussage, die man damit treffen möchte. Sie lautet: Ich bin auch nur ein Mensch, und ich schufte für Euch ohne Rücksicht auf meine Gesundheit. Die Adressaten dieses ja doch sehr traditionellen ostasiatischen Bildes einer Führungsperson sind sein eigenes Volk, nicht wir im Westen. Führung durch Vorbild. Und das scheint auch anzukommen, diese PR-Strategie.

makro: Es gab im Herbst überraschend konziliante Töne aus Nordkorea. Das Regime hat sogar signalisiert, dass es bereit sei, über Menschenrechtsfragen zu sprechen. Wie ernst sind solche Töne aus Nordkorea zu nehmen?

RF: Hier müssen wir als erstes aufpassen, nicht zu Opfern unserer eigenen Propaganda zu werden. Nordkorea ist sein internationales Image nämlich längst nicht so egal, wie man das bei uns annimmt. Die dortige Führung ist stolz und von sich überzeugt, und sie ist auch erstaunlich pragmatisch. Weder die angestrebte Normalisierung der Beziehungen mit den USA noch der erhoffte Zustrom von westlichem Investment oder die moralische Überlegenheit über den Süden werden sich realisieren lassen, wenn das Land als ignoranter Ort des Schreckens dasteht. Im Februar 2014 hat Kim Jong-un eine bei uns weitgehend ignorierte Rede gehalten, in der er seine Kader nachdrücklich zu einer offensiveren Medienpolitik aufgefordert hat. Genau das wird nun umgesetzt.

Nordkorea lehnt die westliche Berichterstattung über seine Menschenrechte nicht einfach ab, sondern versucht auch, seine eigene Sicht zu propagieren und Vorwürfe zu entkräften. Klar ist, dass es dabei nicht um einen Gesinnungswandel in Pyongyang geht, sondern um eine pragmatische Abwägung von Kosten und Nutzen. Man hält die Vorwürfe für schädlich und tut etwas dagegen.

Die Autorin
..ist Moderatorin und Redakterin bei makro. Sie führte das ausführliche Gespräch mit Prof. Rüdiger Frank
Der Experte
LupeRüdiger Frank
.. ist Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens an der Universität Wien. 2014 ist sein Buch "Nordkorea: Innenansichten eines totalen Staates" erschienen. Er gehört weltweit zu den wenigen Nordkorea-Experten, die in mehreren sozialistischen Systemen gelebt haben: in Nordkorea, der Sowjetunion und der DDR.
Nordkorea
Caesaren-Wahn
Nordkorea wird von einer Familienbande regiert. Wenn wundert es da, dass Kim Il-Sungs Nachfahren als erste kommunistische Dynastie einer Art "Caesaren-Wahn" erliegen könnten?
Interview
Eva Schmidt hat Prof. Frank auch ausführlich zu anderen Nordkorea-Themen befragt.
Korea huldigt seinem Diktator