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Vorschau
Sendung am 24. November
Marshallplan für Afrika
Entwicklungshilfe war gestern: Auf dem EU-Afrika-Gipfel Ende November 2017 sollen die Weichen für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit gestellt werden.
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Rückblick
Sendung vom 10. November
Baustelle Bahn
Von München nach Berlin in weniger als vier Stunden. Das geht ab Dezember mit der Bahn. Doch reichen Prestigeprojekte wie dies, um die Bahn nach vorne zu bringen?
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Jedes Jahr werfen die deutschen Textilunternehmen rund 500 Millionen T-Shirts und Unterhemden auf den Markt. © colourbox Lupe
Jedes Jahr werfen die deutschen Textilunternehmen rund 500 Millionen T-Shirts und Unterhemden auf den Markt.
Die Preis-Lüge
Wer zahlt für mein T-Shirt?
Vor 12 Jahren kostete in den Filialen der meisten Modeketten ein Standard-T-Shirt 9,90 DM. Seitdem sind flächendeckend die Preise gestiegen. Alles ist teurer geworden. Nur T-Shirts kosten immer noch denselben Preis: 4,95 Euro. Wie kann so etwas funktionieren?
Bis ein T-Shirt bei uns auf dem Ladentisch landet, hat es schon jede Menge Kosten verursacht: Die Baumwolle für den Stoff muss angepflanzt und weiter verarbeitet werden. Der Stoff muss gewebt und gefärbt werden. Die Zuschnitte müssen gefertigt werden, die Einzelteile müssen zusammen genäht und mit einem Label versehen werden. Nach Fertigstellung wird die Ware transportiert - zunächst zum Großhandel, dann zum Einzelhandel. Und jeder will daran verdienen. Eigentlich unmöglich bei dem Preis!

Herstellungs- und Transportkosten
Rund 180 Millionen Menschen arbeiten heute weltweit in der Baumwollproduktion. 400 Gramm Baumwolle braucht man für ein T-Shirt. 400 Gramm kosten momentan auf dem Weltmarkt rund 60 Cent.  © reutersLupe60 Cent
Rohstoffkosten
In Deutschland wird, wenn  nach Tarif gearbeitet wird, ein Stundenlohn von 18,01 Euro gezahlt. Eine Näherin in Bangladesch arbeitet für 8 Cent pro Stunde. 95 Cent kostet dort die Produktion eines T-Shirts in der Kalkulation des Unternehmens. Das macht zusammen mit dem Preis der Baumwolle 1,55 Euro.Lupe95 Cent
Produktionskosten
Bis das T-Shirt in den einzelnen Bekleidungsgeschäften angekommen ist, hat es bereits einen Weg von etwa 20.000 Kilometern zurückgelegt. Es ist vor allem der billige Transportpreis, der die Auslagerung von Produktionskosten in alle Welt so attraktiv macht. Lupe6 Cent
Transportkosten

60 Cent Gewinn
Rechnet man nun die Kosten für Filialmiete, für den Transport innerhalb Deutschlands, die Gehälter von Verkäuferinnen und Buchhaltern, für Kataloge und Werbeplakate, dazu und zieht vom Bruttoverkaufspreis von 4,95 Euro die Steuer ab, bleibt ein kalkulierter Gewinn von rund 60 Cent pro T-Shirt.

Folgekosten unbekannt
Lupe
Die Kalkulation geht nur auf, wenn Preis und Kosten voneinander abgekoppelt sind. Neben den Herstellungs- und Transportkosten entstehen Kosten, über die sich ein normaler Kunde sehr wenig Gedanken macht. Jedes Produkt enthält verdeckte Kosten - materielle, ökologische und soziale. Doch erst wenn wir erkennen, wie der Preis eines Produktes entsteht, wird der tatsächliche Wert deutlich. Weltweit zahlen Menschen mit ihrer Freiheit, ihrer Gesundheit oder ihrem Leben dafür, dass Otto-Normal-Verbraucher ein "Schnäppchen" im Laden machen kann.

Die realen Kosten eines T-Shirts
Das Versandhaus Hess Natur vertreibt seit 1976 erfolgreich Fairtrade-Bekleidung die ökologisch sauber produziert wird. Ein T-Shirt aus der Hess Natur Herstellung kostet den Kunden 19,95 Euro.

Darin enthalten sind 3,19 Euro Mehrwertsteuer. Dazu Herstellungskosten, Transport und ökologisch angebaute Baumwolle vom Unternehmen in Burkina Faso überwacht - 6,95 Euro. Unternehmenskosten 9,54 Euro. Der Gewinn pro T-Shirt beträgt ca. 28 Cent. Für die großen Handelsketten, die nur ihren Shareholdern verantwortlich sind, wohl zu wenig.

Sendedaten
Die Preis-Lüge
Freitag, 25. Juli 2014, 21.00 Uhr

Ein Film von René Kirschey und Thomas Hauer
Info
Die Deutschen sind Weltmeister im Textilverbrauch mit 28 Kilogramm pro Kopf im Jahr. Jedes Jahr werfen die deutschen Textilunternehmen rund 500 Millionen T-Shirts und Unterhemden auf den Markt. Ein Großteil davon ist Billigkleidung, produziert in Asien.
Wirtschaftsdokumentation
LupeNähen bis zum Umfallen?
Tausende Arbeiter in China, Bangladesch und Indien nähen Hemden, Hosen und Jacken für den europäischen Markt - zum Teil im Akkord. Zwischen Ausbeutung und teils katastrophalen Bedingungen kämpfen Prüfer für bessere Standards.
Kommentar
© reutersBangladesch -Ende der Ausbeutung?
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