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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Sendung ansehen Video
Banken sind in Somalia erst im Aufbau. Kaum jemand hat ein Konto. Bezahlt wird bar oder per Handy-Anweisung.
Somalias Comeback?
Teil 3 - Mobiles "Finanzsystem"
Ein Finanzsystem im engeren Sinne gibt es in Somalia nicht. Daher schaffen die Somalis sich gerade ihr eigenes System: Mobile Banking - ein Modell, das sich schon in anderen afrikanischen Ländern etabliert hat.
Zu den guten Nachrichten gehört ganz sicherlich, dass das Problem mit der Piraterie vor Somalia rückläufig ist. Hielten die Meeresräuber 2012 noch 23 Schiffe gekapert, waren es ein Jahr später noch acht Schiffe.

Die Somalier sind ein streng religiöses Volk. Aber sie sind keine Fanatiker. In der Bevölkerung haben die extremistischen Al-Shabab wenig Rückhalt. Trotzdem sind die Milizen, die noch bis 2011 in Mogadischu das Sagen hatten, und die mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbündet sind, nicht einfach vom Erdboden verschwunden. Sie haben sich unter die Bevölkerung gemischt, agieren im Untergrund und schlagen in unregelmäßigen Abständen zu. Bislang hat das den neuen, positiven Entwicklungen keinen Abbruch getan.

Bei Anruf Geld
Lupe
Geldgeschäfte auf der Straße werden vom Mobile Banking abgelöst.
Unübersehbar ist, wie sich auch der Bankensektor entwickelt. Wechselgeschäfte und kleinere Transaktionen finden noch auf der Straße statt. Aber das ändert sich gerade. Nach Angaben der Weltbank überweisen Somalier jährlich 1 bis 1,5 Milliarden Dollar an Familie, Freunde und Geschäftspartner in Somalia, meist mittels Mobile Banking. Denn die wenigsten Somalier haben ein Konto. Aber eine wachsende Zahl verwaltet, überweist und bezahlt mit dem Mobiltelefon.

Dafür zahlen Kunden bei ihrem Mobilfunkanbieter eine bestimmte Summe ein. Das Geld wird ihnen auf einem Konto im Handy gutgeschrieben. Wollen sie etwas bezahlen, schicken sie das Geld einfach an die Handynummer des Empfängers, egal ob größere Summen oder Cent-Beträge beim Einkaufen. Geldanweisungen aus dem Ausland können ebenfalls direkt aufs Handy transferiert werden. Brauchen sie cash, gehen sie zum Anbieter und heben es ab.

Eine Gruppe von 40 Investoren hat Hormuud, einen der beiden großen somalischen Mobilfunkanbieter, gegründet. Nirgends in Afrika ist telefonieren günstiger. Und die Internetabdeckung verbreitet sich mit rasender Geschwindigkeit. Es steckt sehr, sehr viel Geld in dieser Branche. Die Frage ist, wer clever genug ist, maximal davon zu profitieren?

Sonnige Aussichten
Hormuud Telecom setzt dabei auch auf eine neue Geschäftsidee, die auf Kunden abzielt, die eigentlich keine sein können: Solarhandy für all die Menschen in Somalia, die keinen Zugang zum Stromnetz haben. Und das sind viele, wenn nicht die meisten, z.B. die 1,3 bis 2 Millionen Binnenflüchtlinge, also Menschen, die innerhalb des Landes vor Hunger und Kämpfen geflohen sind. Sie wohnen in trostlosen Zeltstädten, viele davon mitten in Mogadischu. Bislang kümmert sich kaum jemand um sie. Mogadischu gilt den meisten Hilfsorganisationen als zu gefährlich.

Lupe
Mit kostenlosen Solar-Handys sollen auch Arme am Aufschwung teilhaben.
Genau deshalb hat die Telefongesellschaft gerade hier 3000 solarbetriebene Handys verteilt. - kostenlos, eine Art Probephase. Mobile Banking soll die Helfer ersetzen, die sich hier eh nicht hertrauen. "Unser Volk ist arm und auf Hilfe von außen angewiesen", erklärt Abdihakim Hassain Idow von Hormud Telecom Somalia. "Spender oder Hilfsorganisationen können das Leben der Flüchtlinge verbessern. Mit unserem "Solar Mobile Banking" können sie die Hilfsbedürftigen direkt erreichen, ohne Geld an Mittelmänner, die meist Profiteure oder Banditen sind, zu verlieren."

Sendedaten
makro
"Somalias Comeback?"

Freitag, 12. Juli 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung: Sonntag 6.15 Uhr

Ein Film von Katrin Sandmann
Infos
Die Journalistin Katrin Sandmann berichtet seit 15 Jahren von verschiedenen Krisenschauplätzen der Welt. Für makro war sie kürzlich in Somalia.
Somalia
© ZDFMichael Pohl, Kobalt ProductionsPräsenz zeigen!
Katrin Sandmann schildert hier im makro-Blog ihre Eindrücke aus Somalia. Es ist ein Plädoyer für mehr Anwesenheit der internationalen Gemeinschaft, um das zarte Pflänzchen eines neuen Staatswesens zu stärken.
Mediathek
Sehen Sie hier die komplette Dokumentation in unserer Mediathek.
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Rückzugsraum für Despoten wie Mugabe in Simbabwe. Der letzte verkannte Binnenmarkt, Aufbruch, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
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