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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Ganze Dokumentation ansehen © Jürgen Natusch Video
Aufsteiger Korea
Teil 1 - Smart Working
Wir begleiten in Korea drei Menschen und wollen von ihnen erfahren, wie das Land heute tickt. Klar, es wird viel gearbeitet. Aber das allein kann es doch nicht sein! Nein, hinter allem steckt eine Strategie. Und jede Menge Ehrgeiz.
Morgenbeschäftigung in der U-Bahn. Die junge Journalistin Kim Hyo Jin kennt Südkorea nur als Hightech-Land. Als modernen Industriestaat erlebt auch der deutsche Designer Peter Schreyer Korea. Er arbeitet für die koreanische Autoindustrie. Professor Lee Kark-Bum dagegen hat als Kind noch seine vom Krieg zerstörte Heimat gesehen. In nur zwei Generationen gelang Südkorea der Sprung vom armen Agrarland zum reichen Industriestaat. Wirtschaftsmotor ist der Großraum Seoul mit 25 Millionen Einwohnern.

Mittendrin ein Stück Berliner Mauer! Das symbolisiert den Wunsch nach einer Wiedervereinigung des geteilten Landes. Von Seoul aus haben Konzerne wie Samsung und Hyundai ihren weltweiten Siegeszug angetreten. Hightech und Autos "Made in Korea" sind auch aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ein Aufstieg in atemberaubendem Tempo. Kann das so weitergehen, ohne Wohlstand und Zusammenhalt zu gefährden?

Immer auf Draht
© Jürgen Natusch Lupe
Koreaner arbeiten überall.
Koreaner auf dem Weg zur Arbeit. Die meisten elektronischen Geräte sind vom heimischen Elektronikriesen Samsung, Weltmarktführer auch bei Fernsehern und Kühlschränken. Jedes zweite Smartphone auf dem Globus stammt schon aus Korea. Nach dem Telefon soll die Arbeit mobil werden. Koreaner dürfen in Zukunft praktisch überall arbeiten. Sogar in der U-Bahn. Für Kim Hyo Jin ist das bereits Alltag. Die Journalistin, die in Deutschland studiert hat, kontaktiert schon morgens Kollegen und schreibt Texte für ihre Radiosendung.

"Es gibt eine Deadline", erzählt sie. "Ich muss den Text noch fertigschreiben. Also schreibe ich überall, wo ich bin. Egal, ob in der U-Bahn, im Café oder im Auto. Damit kann man Zeit sparen."

Effizienter arbeiten
© Jürgen Natusch Lupe
Professor Lee Kark-Bum ist der Vater des "Smart Working"-Programms
Das mobile Büro heißt auf Koreanisch "Smart Working" und ist seit 2011 Staatsziel. Professor Lee Kark-Bum, ehemaliger Leiter des Präsidialen Gremiums für Informationsstrategie, ist der Vater dieses Programms. Zulassungskontrolle und Datensicherheit werden in den regionalen Smart Working Centern großgeschrieben. Professor Lees Vision: Überall im Land sollen Center mit Büroarbeitsplätzen in der Nähe der Wohnorte eingerichtet werden. Bisher gibt es ein Dutzend davon. Die zeitaufwendige Fahrt in die Unternehmenszentrale bleibt dieser Mitarbeiterin erspart.

Lee ist überzeugt, wenn weniger Zeit fürs Pendeln verlorengeht, steigt die Arbeitsproduktivität. Gleichzeitig sieht er die Chance, dass Korea mit weniger starren Arbeitszeiten international wettbewerbsfähiger wird. "Flexible Arbeitszeiten brauchen wir mehr, weil die Wirtschaft globalisiert ist", sagt er. "Wenn wir in Seoul arbeiten, dann schläft man in New York oder Berlin. Wenn man flexibel arbeitet, kann man besser mit der Welt verbunden sein. Das ist für die globale Arbeit viel besser."

Kia mit Charakter
© Jürgen Natusch Lupe
Jahrzehntelang wurde kaum investiert. Das Ergebnis spricht für sich.
Hyundai Motor und seine Auto-Tochter Kia sind mit ihren Exporterfolgen ein Paradebeispiel, wie Korea die globalen Märkte erobert. Großen Anteil daran hat ein Deutscher: Peter Schreyer. 25 Jahre lang war er im Dienste von VW, bevor der Bayer vor sieben Jahren Chefdesigner von Kia und jetzt auch von Hyundai wurde. Der umtriebige Autodesigner ist nun für zwei Marken, für Kia und Hyundai zuständig. Das verändert seine Reisepläne. Er wird noch mehr Zeit in Korea und weniger Zeit in seiner Heimat Deutschland verbringen.

"Mit Hyundai ist ein riesiges Aufgabengebiet hinzugekommen", sagt Schreyer. "Das Reizvolle und das Interessante dabei ist, wie man diese beiden Marken jetzt differenziert und jeder dieser beiden Marken eine eindeutige Ausrichtung gibt."

Keine Berührungsängste
Mit den Marken Audi und VW gelang dem hochkarätigen Designer das schon. Der Audi TT und der Golf IV stammen aus seiner Feder und inzwischen auch viele Kia-Modelle. "Ich denke, das Entscheidende ist eigentlich, dass Kia eine Identität bekommen hat", findet Schreyer. "Kia war ja eine relativ unbekannte Marke oder eine Marke, die man nicht wahrgenommen hat." Es sei ihm deshalb wichtig gewesen, der Marke einen Ausdruck und einen Charakter zu geben.

Peter Schreyer ist im Terminstress. Er eilt in Begleitung eines Vizepräsidenten von Hyundai zum nächsten Treffen. Ein Abendessen mit handverlesenen Designern in einem noblen Restaurant. Oberdrein wurde Peter Schreyer zum Kia-Präsidenten ernannt. Für einen Ausländer ist das eine hohe Auszeichnung. Dass sein koreanischer Arbeitgeber seinen Einsatz für den Autobauer und für Korea so sehr schätzt, ehrt den Deutschen.

Für die jungen Designer von Hyundai ist der Kontakt mit ihrem neuen Chef Peter Schreyer gewöhnungsbedürftig. In Korea ist nur der Umgang mit direkten Vorgesetzten üblich. Ein gemeinsames Essen mit den obersten Bossen wäre unter Koreanern undenkbar.

Sendedaten
Sonntag, 6. Juli 2014, 6.15 Uhr

Ein Film von Jürgen Natusch
Dreharbeiten
© juergen_ natusch_nKorea ganz nah
Das ZDF-Team war zwei Wochen lang in Korea unterwegs: makro-Redakteur Jürgen Natusch, Kameramann Nils Claus, Producer Malte Kollenberg und Dolmetscherin Kim Hyo Jin.
Impressionen
© juergen_ natusch_nHightech-Land Korea
Korea bleibt weiter hungrig. Europa muss in Zukunft aufpassen, dass Asien ihnen nicht die Butter vom Brot nimmt. Mit der Globalisierung hat der internationale Wettbewerbsdruck zugenommen.
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
Navigation
© reutersAufsteiger Korea