Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Dezember 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
Navigationselement
Sendung ansehen Video
Der Schmuck ist eher Silber als Gold, dafür aber für mehr Menschen bezahlbar. Die Unternehmerin Zaira Omar Khan hat eine Marktlücke entdeckt.
Blackbox Pakistan
Teil 3 - Klunker für die Mittelschicht
Zu den wirtschaftlich guten Nachrichten in Pakistan gehört, dass die Mittelschicht wächst. Zum einen, weil es bedeutet, dass es Aufstiegschancen gibt. Zum anderen, weil mit diesem Wachstum neue Märkte entstehen.
Die neue Mittelklasse schafft sich ihre eigenen, gut abgeschirmten Lebensräume in den chaotischen Großstädten. Rund ein Sechstel der Bevölkerung, also etwa 30 Millionen Menschen, zählen zu dieser Mittelschicht. Tendenz steigend. Zu dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe gehört auch die Unternehmerin Zaira Omar Khan. Sie wünscht sich ein anderes Pakistan, eines, das sich nicht nur durch Terror, Armut und Negativschlagzeilen definiert.

Lupe
Zaira Omar Khans profitiert von der Emanzipation der Frauen in der Mittelschicht.
Zaira Omar Khans greift in ihrem Laden eine Veränderung in ihrem Land auf. Und die hat etwas mit der Emanzipation der Frauen in der Mittelschicht zu tun. Sie imitiert den traditionell sehr teuren Schmuck, der in Pakistan eigentlich zu jeder Hochzeit dazugehört - und über Jahrhunderte eine Art finanzielle Absicherung für die Braut war. "Wir tauchen statt dessen einfach Silberschmuck in Gold, das macht den Schmuck günstiger, die Braut ist glücklich, weil sie von dem Geld lieber ein neues Auto kauft oder ihre Uni bezahlt", erklärt die Unternehmerin ihr cleveres Geschäftsmodell.

Zaira Khan ist mit ihrer Schmuckidee ziemlich erfolgreich. Sie hat früh genug auf die Veränderungen im Land reagiert. Also genau das getan, wozu der Staat anscheinend nicht in der Lage ist. Die Designerin glaubt, dass gerade im Schmuck- und Textildesign made in Pakistan ein Exportschlager werden könnte.

Tax me!
Lupe
"Wir zahlen kaum Mehrwertsteuern", sagt Pakistan-Analyst Achmed Rashid.
Um made in Pakistan in der Welt zu etablieren, müsste allerdings noch eine Menge passieren. Seit Jahren schieben diverse Regierungen wichtige Reformen vor sich her. Der Reformstau droht jegliche Wirtschaftsentwicklung im Keim zu ersticken. "Leider verweigert sich unsere Elite dringend notwendigen wirtschaftlichen Reformen", klagt der renommierte Pakistan-Analyst Achmed Rashid. "Wir zahlen kaum Mehrwertsteuern. Das ist nicht durchsetzbar, niemand würde zahlen."

Tatsächlich hat Pakistan eine der niedrigsten Steuerquoten überhaupt. Nicht einmal eine Million der 180 Millionen Pakistaner soll vergangenes Jahr Einkommensteuern bezahlt haben. Und auch viele Unternehmen sind sehr zögerliche Steuerzahler. Nicht so Mian Muhammad Mansha. Er gilt als erster Milliardär Pakistans und als erster Pakistaner, der es auf die Forbes Liste der Milliardäre gebracht hat. Er hat die Muslim Commercial Bank mit aufgebaut. Sie gehört zu Manshas Nishat-Group, dem größten und erfolgreichsten privatwirtschaftlichen Industriekonglomerat Pakistans. Es umfasst Finanz-, Textil- und Zementunternehmen.

Milliardär Mansha fordert Privatisierungen
© ZDF Michael Pohl Lupe
Mian Muhammad Mansha gehört die Größte Umternehmensgruppe des Landes. Er ist neben der Armee und dem Staat der größte Arbeitgeber im Land.
Mansha erklärt die Haltung der Pakistaner so: "Die Menschen zahlen keine Steuern, weil sie Angst haben. Sie fürchten, dass sie gejagt werden, wenn sie ihr Einkommen darlegen. Wir müssen also Vertrauen herstellen, um Steuern zu erheben. Die Steuerzahler müssen daran glauben können, dass ihre Gelder von der Regierung nicht missbraucht oder verschwendet werden. Alle Seiten müssen daran arbeiten, ein solches Klima herzustellen."

Und Mansha ist bereit, mit gutem Beispiel voranzugehen: "Menschen wie ich, die so viel Geld verdienen, müssen mehr Steuern zahlen. Es gibt so viele Schlupflöcher im System, dass wir ganz legal darum herumkommen, Steuern in der Höhe zu zahlen, die angemessen für unser Einkommen wären." Mansha ist neben der Armee und dem Staat der größte Arbeitgeber im Land. Sein Mantra ist: Privatisierung! Der Staat beschäftige sich zu sehr mit Dingen, von denen er nichts verstehe. Die Regierung solle sich aus verlustreichen Fluglinien oder der Elektrizitätsversorgung schnellstens zurückziehen, findet der Milliardär.

Sendedaten
Freitag, 21. Februar 2014, 21.00 Uhr
Wiederholung: Sonntag 6.15 Uhr

Ein Film von Katrin Sandmann

Erstausstrahlung: 03.05.2013
Infos
© ZDF Michael PohlLupeMittendrin statt nur dabei: Reporterin Katrin Sandmann (r., blaue Bluse) und Kameramann Michael Pohl (l., rotes T-Shirt) auf einem Straßenmarkt in Karatschi.
Mediathek
Sehen Sie hier die gesamte Dokumentation in unserer Mediathek.
Pakistan: Das Millionenrätsel
© ZDF Michael PohlPakistan ist erstaunlich. Das Land hat einen völlig verlotterten politischen Betrieb, exemplarisch defizitäre Staatsunternehmen, hängt am Tropf des IWF - und trotzdem ist Pakistan noch nicht implodiert oder explodiert oder ähnliches. Wie machen die das bloß?
Defizitäre Staatsbetriebe
Pakistans Staatsbetriebe, insbesondere Energieversorger und Netzbetreiber, sind chronisch defizitär und ohne staatliche Finanzspritzen nicht operationsfähig. Im abgelaufenen Fiskaljahr hat der Staat allein 4 Milliarden Dollar an Unternehmensschulden in die eigenen Bücher übernehmen müssen.

Zudem ruiniert der Staat seine Finanzen durch die Subventionierung von Benzin, Diesel und Strom, damit diese Produkte weit unter Marktpreisen verkauft werden können. Im letzten Jahr hat Pakistan für derartige Subventionen rund 5,7 Milliarden Dollar ausgegeben, dreimal so viel wie budgetiert war.
Schwerpunkt
Indien & Pakistan
Indien fasziniert. Eine aufstrebende Großmacht, die uns näher scheint als das undurchschaubare China. Dabei bleibt es ein Land voller Rätsel: Nirgendwo gibt es so viel Arme, nirgendwo kauft man so viel Gold.
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
Navigation
© reutersBlackbox Pakistan