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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Sendung ansehen © ZDF Michael Pohl Video
Blackbox Pakistan
Teil 1 - Agarland mit Atombombe
Die beiden Atommächte Pakistan und Indien haben drei Kriege gegeneinander geführt, den letzten 1971. Misstrauen, Aufrüstung und Handelsbeschränkungen würgen den pakistanischen Wirtschaftsmotor seit Jahrzehnten ab. Eine gefährliche Gemengelage.
Der pakistanische Journalist Ahmed Rashid gehört zu den bedeutendsten politischen Kommentatoren und Analysten seines Landes. Er warnt: "Indien mit seinen 8 bis 9% Wirtschaftswachstum kann sich keinen Krieg leisten. Es verdient zu viel Geld. Aber Pakistan mit einer Wachstumsrate von zwei Prozent kann sich einen Krieg leisten, da es nichts zu verlieren hat. Und genau darin liegt die Gefahr". Eine Gefahr für die Region und für die Welt.

Pakistan hat in den vergangenen 40 Jahren vergeblich versucht, mit Indien gleichzuziehen. Geografisch hätte das Land gewaltiges Potential - als internationaler Handelsumschlagplatz. Die Hafenstadt Karatschi bietet den Zugang zum Meer. Mit Indien und China hat Pakistan zwei der weltgrößten Märkte in direkter Nachbarschaft. Doch statt auf gute Beziehungen setzt Pakistan auf Konflikt. Es unterstützt die Taliban in Afghanistan und Extremisten in Kaschmir, alles in Hinblick auf die Erzfeindschaft mit Indien.

Gespaltene Gesellschaft
© ZDF Michael Pohl Lupe
Bauer Abdul Ghafoors Haus hat zwei Zimmer: eines für die siebenköpfige Familie und eines für die Tiere.
Pakistan war und ist ein Agrarland. Gut 40 Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Während der Staat Nuklearwaffen entwickelte, blieben Innovationen in seinem wichtigsten Wirtschaftszweig aus. Noch immer gehört sehr wenigen Feudalherren sehr viel Land. Die große Masse der Landarbeiter schuftet für einen Hungerlohn. Ein bis zwei Dollar gibt es pro Tag für die Helfer bei der Zuckerrohr Ernte.

Bauern wie Abdul Ghafoor verdienen meist gar kein Geld. Er pflegt ein Landstück und Tiere, die ihm nicht gehören und darf nur zehn Prozent der Ernte für sich behalten. Er kauft Lebensmittel auf Kredit und zahlt die Schulden nach der Ernte zurück. Für Hochzeiten oder Todesfälle borgt er Geld bei Freunden. Sein Haus hat nur zwei Zimmer: eines für die Tiere und eines für die siebenköpfige Familie. Ein karges Leben seit Generationen.

"Die Situation ist untragbar", klagt er. "Unsere Kinder sollten eine Ausbildung bekommen, das ganze System muss verändert werden. Aber wir werden aus unserer Armut heraus nie etwas ändern können."

Lupe
Der Landbesitzer Habib Ullah Neazi ärgert sich über das marode Bewässerungssystem.
Habib Ullah Neazi ist Landbesitzer. Seine 400 Hektar sind rund sieben Millionen Euro wert. Doch trotz seines Reichtums kämpft auch Neazi einen täglichen Kampf - gegen die marode Infrastruktur. Das Bewässerungssystem auf seinen Feldern stammt noch aus der Kolonialzeit. Der Grundwasserspiegel in Pakistan sinkt dramatisch.

Pakistans fehlender Anschluss
Das marode Eisenbahnsystem ist eine ernstzunehmende Bremse für die Entwicklung der Wirtschaft. Die Bahn ist in Pakistan ein Staatsbetrieb, und wie alle Staatsbetriebe miserabel geführt. Auf der wichtigsten Strecke, zwischen der Hafenstadt Karatschi und den großen Städten im Inneren des Landes, werden seit drei Jahren keine Güter mehr transportiert. Es fehlen Lokomotiven. Also muss alles über die Straßen. Das Chaos ist programmiert. Für die gut 1200 Kilometer zwischen Karatschi und Lahore brauchen die Trucker oft eine Woche.

Lupe
Jahrzehntelang wurde kaum investiert. Das Ergebnis spricht für sich.
Der volkswirtschaftliche Schaden ist kaum zu beziffern. Dabei wäre gerade die Landwirtschaft mit ihrer verderblichen Ware auf schnellen Transport angewiesen. Für die Konservierung von Früchten fehlen vor Ort meist die Fabriken. "Wir sind ein Agrarland, haben aber nie in die Landwirtschaft investiert", analysiert Journalist Achmed Rashid. "Pakistan ist der viertgrößte Milchproduzent der Welt. Warum machen wir daraus nicht ein Riesengeschäft und verkaufen Milchprodukte wie Eis, Joghurt, Butter und Sahne in die ganze Welt?"

Das Tor zur Welt hätte Pakistan. Am Arabischen Meer liegt der Hafen von Karatschi. Nur arbeitet der, wie so vieles im Land, weit unter Kapazität. Pro Jahr werden hier laut Website des Hafenbetreibers lediglich 26 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das ist nur knapp ein Fünftel der Warenmenge des Hamburger Hafens.

Sendedaten
Freitag, 21. Februar 2014, 21.00 Uhr
Wiederholung: Sonntag 6.15 Uhr

Ein Film von Katrin Sandmann

Erstausstrahlung: 03.05.2013
Infos
© ZDF Michael PohlLupeMittendrin statt nur dabei: Reporterin Katrin Sandmann (r., blaue Bluse) und Kameramann Michael Pohl (l., rotes T-Shirt) auf einem Straßenmarkt in Karatschi.
Mediathek
Sehen Sie hier die gesamte Dokumentation in unserer Mediathek.
Karte
Lupe
Pakistan: Das Millionenrätsel
© ZDF Michael PohlPakistan ist erstaunlich. Das Land hat einen völlig verlotterten politischen Betrieb, exemplarisch defizitäre Staatsunternehmen, hängt am Tropf des IWF - und trotzdem ist Pakistan noch nicht implodiert oder explodiert oder ähnliches. Wie machen die das bloß?
Schwerpunkt
Indien & Pakistan
Indien fasziniert. Eine aufstrebende Großmacht, die uns näher scheint als das undurchschaubare China. Dabei bleibt es ein Land voller Rätsel: Nirgendwo gibt es so viel Arme, nirgendwo kauft man so viel Gold.
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
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