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Vorschau
Sendung am 30. September
Der Erdogan Abschwung
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Türkei. Doch die autoritäre Politik von Präsident Erdogan hat zu einer starken Abkühlung der wirtschaftlichen Beziehungen geführt.
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Alles zur Europa-Sendung
Sendung vom 23. September
Europa nach dem Brexit
Der Schock über den Brexit hallt nach. In Großbritannien sortiert sich eine neue Regierung und Rest-Europa steckt in der Sinnkrise. Ob der EU-Gipgfel in Bratislava neue Perspektiven bringt?
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Sendung ansehen © Jürgen Natusch Video
Das Vieh wir aus dem Umland bis in die Stadt getrieben und dort verkauft.
Äthiopiens Schuhträume
Teil 1 - Vieh, Gerbereien und Leder
In Äthiopien gibt es so mit das beste Leder. Außerdem möchte die Regierung mehr Wertschöpfung im eigenen Land halten. Was liegt da näher als Schuhe zu fertigen? Der deutsche Schuhersteller Ara hat den Sprung nach Addis Abeba gewagt.
Es ist Markttag in Addis Abeba. Abdullah hat auf der Suche nach einem schönen Sonntagsbraten die Qual der Wahl. Heute ist ein hoher islamischer Feiertag. Deshalb trifft sich abends seine Großfamilie zum Festmahl. Äthiopiens Kapital ist sein riesiger Viehbestand, der größte Afrikas. Die Tiere sind doppelt wertvoll. Der Fleischgenuß für seine Familie ist das eine, die glatte Haut für die Lederindustrie das andere. Direkt nebenan kennen sich junge Männer mit Lederpflege aus. Fast überall treffen wir auf solche Kleinunternehmer. Doch Äthiopien hat auch große Pläne, träumt davon, vom lokalen Schuhputzer zum globalen Schuhhersteller aufzusteigen.

Der deutsche Schuhhersteller Ara hat das Potential Äthiopiens erkannt, sich trotz bürokratischer Hürden im Großraum Addis Abeba angesiedelt. Ein erfahrener Aufbauhelfer ist für die neue Fabrik nach Afrika beordert worden. Wir sind mit Betriebsleiter Mario Grünkranz verabredet. Der Bayer brachte schon eine Schuhproduktion in Rumänien zum Laufen. "Sehr interessant in diesem Land ist natürlich die Rohware", freut sich Grünkranz über das Leder, das ja den Hauptteil der Schuhproduktion ausmacht. "Äthiopien hat im Eintierbereich für uns - ich spreche jetzt von Lamm- und Ziegenfell - eine der besten Qualitäten, die wir auf der Welt finden."

Spitzenware aus Ostafrika
© Jürgen Natusch Lupe
Das verarbeitete Leder ist hochwertig. Die gefertigten Schuhe sind daher keine Billigware, sondern werden nach Europa exportiert.
Betriebsleiter Grünkranz hat seine Rohware praktisch vor der Haustür, denn Leder gibt es in Äthiopien in Hülle und Fülle. Er verlangt deutsche Gründlichkeit bei der Qualitätskontrolle, bevor das Leder in die Fertigung kommt. "Dieselbe Qualität von Leder wird auch exportiert", erzählt Grünkranz. "Es wird in Rumänien, Indonesien und auch in Deutschland verarbeitet. Das ist eine tolle Rohware, ein ganz tolles Lammfell, das wir hier verarbeiten."

Ara bezieht sein Leder zum großen Teil aus der Gerberei "Blue Nile Tannery". Nach dem chemischen Gerbverfahren wird es zum Trocknen aufgehängt. Eine Reihe von Gerbereien in Äthiopien kann bereits solch hochwertige Rohware herstellen. Diese Lederhäute setzt die Schuhindustrie direkt in ihrer Fertigung ein. Der moderne Maschinenpark aus Italien war für das mittelständische Unternehmen eine riskante Investition. Dank seines deutschen Großkunden Ara zahlt sich diese Investition für den Firmengründer jetzt aus. "Dieses Leder ist für unseren Hauptkunden, den deutschen Schuhhersteller Ara", sagt er. "Keine Halbfertigware, sondern ein hochwertiges Endprodukt. Daraus werden hochwertige Damenschuhe hergestellt. Sehr glattes, weiches Nappa-Leder. Eine gute Qualität!"

Mehr Wertschöpfung im Land
© Jürgen Natusch Lupe
Schuhverkauf in einem Straßenladen in Addis Abeba.
Die äthiopische Regierung hat den Export von Leder extra begrenzt, damit die gesamte Wertschöpfungskette von der Tierhaut bis zum Lederschuh im Land bleibt. Der deutsche Schuhhersteller Ara bekommt in Äthiopien hohe Lederqualität zu günstigen Preisen. Das liegt auch am niedrigen Lohnniveau in den Gerbereien. Die Frauen arbeiten acht Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche und erhalten dafür als Lohn umgerechnet 20 Euro im Monat. Das klingt für uns sehr wenig, ist aber in Afrika ein großer Schritt raus aus der Armut.



Sendedaten
Freitag, 4. Oktober 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr

Ein Film von Jürgen Natusch

Erstausstrahlung: 08.06.2012
Blog
© Daniel RaquetUnterwegs in Äthiopien
makro-Redakteur Jürgen Natusch hat auf seiner Reise über das äthiopische Hochland so einiges erlebt. Aber lesen Sie selbst!
Infografik
Lupe
Die Dreharbeiten
Ganz nah dran
Wirtschaftsdokumentation
Aufbruch in Äthiopien
Äthiopien verbindet man mit Armut und Hunger. Doch die Wirtschaft wächst jährlich zweistellig, so dass sich eine ganze Nation auf den Weg in eine neue Zukunft macht. Wohnsiedlungen, Infrastruktur, Bildung - makro zeigt die ehrgeizigen Pläne des Landes.
Schwerpunkt
© reutersAfrika
Navigation
© dpaÄthiopiens Schuhträume