Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
1213
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
Navigationselement
Sendung ansehen © Ulrike Wittern Video
Das Backverfahren hat "Bonn Foods" aus Deutschland übernommen.
Hungriges Indien
Teil 5 - Brot für Indien
Wie es funktionieren könnte, zeigt Bonn Foods. Die Firma aus Ludhiana backt heute 600.000 Brote am Tag und exportiert Kekse in alle Welt. Das geht alles nur mit moderner Produktion.
Wal-Mart und Bayer sind nicht allein. Auch andere internationale Unternehmen wollen den indischen Markt erobern. Großes Potential gibt es dafür auch in der Lebensmittelverarbeitung. Bislang werden in Indien kaum Nahrungsmittel weiterverarbeitet oder haltbar gemacht.

Eine Ausnahme bildet da die Firma Bonn Foods in Ludhiana. Das Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern von Brot und Keksen in Indien. Gurmeed Singh, einer der Geschäftsführer, zeigt uns die Produktion. Der 34-Jährige ist seit 13 Jahren im Unternehmen und für die Keks-Sparte zuständig. Vor allem der Einkauf der Zutaten bereitet der Firma derzeit Probleme: "Die Marktpreise für Rohstoffe steigen quasi über Nacht. Es ist daher sehr schwer für uns, die eigenen Preise stabil zu halten. Wir können ja nicht jeden Monat unsere Produkte verteuern. Außerdem sind wir gesetzlich verpflichtet, 5-Rupien- und 10-Rupien-Packungen anzubieten. Da müssen wir entweder die Margen der Händler drücken, oder es wird für uns selbst schwer zu überleben."

Deutsches Backhandwerk - garantiert frisch
Trotzdem konnte Bonn Foods in den vergangenen Jahren kräftig wachsen. 1985 ging die Firma mit 7000 Broten täglich an den Start. Heute sind es 600.000. Das meiste davon ist Weißbrot. Inzwischen ist Bonn Marktführer in Nordindien und beschäftigt 2300 Mitarbeiter. Der Firmenname "Bonn" ist übrigens angelehnt an die ehemalige deutsche Hauptstadt. Denn das Backverfahren haben die Inder von uns aus Deutschland übernommen.

2004 erweiterte Bonn das Sortiment um die Kekse. Heute hat die Firma über 50 verschiedene Sorten im Angebot. Und will das Geschäft auch im Süden des Landes weiter ausbauen. "Beide Bereiche wachsen. Brot wächst derzeit mit 10-12 Prozent jährlich. Das gleiche gilt für die Kekse", erzählt Singh. "Früher haben wir vor allem unser Geschäft mit einfachen Basisprodukten gemacht. Heute gibt es eine stärkere Nachfrage nach neuen innovativen Produkten. Aber nicht nur die Verkaufsmengen wachsen, auch die Nachfrage nach Qualität steigt."

Inzwischen exportiert Bonn die Kekse auch ins Ausland. 30 Prozent des Umsatzes kommen aus Ländern wie USA, Kanada oder Neuseeland. "Wir sind heute viel stärker vom Export abhängig. Vor allem wenn es im heimischen Markt eine geringere Nachfrage gibt, können wir unsere Kapazitäten für das Exportgeschäft nutzen", so Singh weiter. Eines der Erfolgsrezepte der Firma ist die eigene Fahrzeugflotte. So kommt das Brot auch garantiert frisch in die Geschäfte.

Investitionen und Reformen
© Ulrike Wittern Lupe
Zeugnis erschreckender Armut: indischer Slum mit Wäscheleinen und Kloake.
Was beim Brot schon klappt, könnte auch für andere Lebensmittel funktionieren - mit entsprechenden Investitionen in die Nahrungsmittel-Industrie. Noch kann sich Roopa Vanvari in Neu Delhi das Brot leisten. Doch um Angebot und Preise in den Läden stabil zu halten, braucht Indien dringend Reformen in Landwirtschaft und Investitionen in Infrastruktur.

Ohne eine Öffnung der Märkte und Kapital aus dem Ausland dürfte das sehr schwer werden. Indien muss jetzt die richtigen politischen Entscheidungen treffen, um die vielen Menschen im Land ernähren zu können. Den Hunger zu beseitigen und alle satt zu machen, bleibt eine große Herausforderung.



Sendedaten
Freitag, 9. August 2013, 21.00 Uhr

Ein Film von Ulrike Wittern

(Erstausstrahlung: 01.06.2012)
Mediathek
Sehen Sie hier die gesamte Dokumentation in unserer Mediathek.
Blog
© Ulrike WitternUnterwegs in Indien
makro-Redakteurin Ulrike Wittern hat auf ihrer Reise durch die indischen Bundesstaaten Bihar und Punjab so einiges erlebt. Aber lesen Sie selbst!
Schwerpunkt
Indien
Indien fasziniert. Eine aufstrebende Großmacht, die uns näher scheint als das undurchschaubare China. Dabei bleibt es ein Land voller Rätsel: Nirgendwo gibt es so viel Arme, nirgendwo kauft man so viel Gold.
Schwerpunkt
Agrar
mehr...
© reutersWirtschaftsdokumentationen
Weitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
Wirtschaftsdokumentation
© dpaHungriges Indien