Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
1213
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
Navigationselement
Lupe
Dokumentation ansehen
Singapurs Erfolgsmodell
Teil 4: Die Reste einer Erfolgsgesellschaft
Singapur investiert gern in seine Akademiker. Doch was ist mit denen, die übrig bleiben? Die Sozialpolitik bietet nur wenig Rückhalt und so wächst die soziale Ungleichheit rasant.
Die kleine ehrgeizige Insel profitiert vom wirtschaftlichen Gefälle in der Weltgegend, in der sie liegt. Billigstarbeiter aus Indien und Bangladesh verlängern das Bau- und Wirtschaftswunder, während gute Gaststudenten den Singapurer Talentpool auffüllen.

Das Modell Singapur bevorzugt die Jungen, Kräftigen, Erfolgreichen. Es kann mühsam werden, wenn man älter und gebrechlicher wird und einfach nur überleben muss. Vincent Wijeysingha von der oppositionellen Demokratischen Partei hält den Finger in Singapurs Wunde: "Wir sind bisher sehr gut darin gewesen, diejenigen, die höheres soziales Kapital mitbringen, zu fördern und noch erfolgreicher zu machen. Dabei ist eine riesige Ungleichheit entstanden."

Die 20 Prozent der Reichsten im Land verdienten zehnmal so viel wie die ärmsten 20 Prozent. Und der Abstand habe sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. "Wenn ein Land wie Singapur immer noch Arme hat, aber gleichzeitig über 300 Milliarden Dollar auf der hohen Kante liegen hat, dann stimmt was nicht mit der Gesellschaft."

Kein Platz für Härtefälle
Lupe
Paraden und feiern sollen das Wir-Gefühl stärken. Doch wer keinen Job hat, ist in Singapur selbst Schuld.
Das Unternehmen Singapur will in seiner Bilanz Erfolg sehen. Misserfolg ist ein Stigma. Alter Aberglaube: Wer nicht für sich selbst sorgen kann, der muss was falsch gemacht haben und ist selbst schuld.

Der Staat hält sein eigenes soziales System schlank. Einen einklagbaren Anspruch auf Unterstützung hat niemand. Es gibt nur eine Art öffentliches Almosensystem. Wer Hilfe braucht, kann in der allgemeinen Bürgersprechstunde einen Antrag stellen. Kaifa Lee ist Sachbearbeiter für Sozialfälle und Arbeitsvermittler. Die Entscheidung über die Fälle liegt ganz in seiner Hand.

Herr Latiff wird von ihm betreut. Er hatte seine Arbeit verloren und muss nun laufend nachweisen, dass er alles versucht, um neue zu finden. So kann ihm Herr Lee bis zu 250 Euro Unterstützung pro Familienmitglied und Monat gewähren, allerdings auch nur maximal ein halbes Jahr lang. "Wenn jemand bereit ist, irgendeine Arbeit anzunehmen dann werde ich es auch schaffen, ihm einen Job zu besorgen", ist sich Lee sicher. "Wenn er nicht an Arbeit interessiert ist, auch kein Weiterbildungsangebot nutzt und glaubt, so überleben zu können, dann bitte - soll das so sein." Zwei Wochen nach diesem Termin hat Herr Latiff wieder Arbeit gefunden.



Sendedaten
Freitag, 23. November 2012,
21.00 Uhr

Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Mediathek
Sehen Sie hier die komplette Dokumentation in unserer Mediathek.
Info
Ein Film von Peter Kunz

Erstausstrahlung: 13. April 2012
Schwerpunkt
Emerging Markets Asien
mehr...
© reutersWirtschaftsdokumentationen
Weitere Wirtschaftsdokumentationen der Redaktion makro finden Sie hier.
Wirtschaftsdokumentation
© dpaSingapurs Erfolgsmodell
Singapur gilt wirtschaftlich als Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Während in der Wirtschaftspolitik fast alles erlaubt ist, zeigt sich die Regierung ihren Bürgern gegenüber weit weniger offen.