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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Video ansehen © Daniel Raquet Video
Die hohen Geburtenraten in Äthiopien erschweren die Chancengleichheit für kommende Generationen.
Aufbruch in Äthiopien
Teil 5 - Bremsklotz Bevölkerungsexplosion
Die Bevölkerungsexplosion Äthiopiens hindert das Land am Aufschwung. Vierzig Prozent der Menschen sind unter 15 Jahren. Das Land hungert nach Bildung und Fortschritt und will mehr sein als ein Brennpunkt der Armut.
Nach Regierungsangaben ist zwar nur ein Drittel der äthiopischen Bevölkerung muslimisch, tatsächlich aber eher die Hälfte. Einlasskontrollen in einer Moschee in der Hauptstadt Addis Abeba sind an hohen islamischen Feiertagen mehr symbolischer Natur, denn Äthiopien ist weltweit ein Vorbild für das friedliche Zusammenleben von Moslems und Christen. Männer und Söhne versammeln sich räumlich getrennt von Frauen und Töchtern zum Gebet.

In islamischen Familien ist Kinderreichtum religiöse Pflicht. Die Regierung wirbt für Geburtenkontrolle mit bislang ziemlich aussichtslosen Werbekampagnen. Vorbild ist die Ein-Kind-Politik in China. Ohne eine wirksame Geburtenkontrolle wird sich die Einwohnerzahl bis 2050 verdoppeln auf 150 Millionen. Schon heute sind 40 Prozent jünger als 15 Jahre. Die vorprogrammierte Bevölkerungsexplosion ist die größte Gefahr auf dem Weg heraus aus der Armut.

Muslimisches Gebet in Addis Abeba. © Jürgen NatuschLupe
Etwa die Hälfte der Äthiopier ist muslimisch. © Jürgen NatuschLupe
Äthiopien ist ein Beispiel für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen. © Jürgen NatuschLupe

Mehr Kontrolle über eigene Rohstoffe
Mit dem Thema Armutsbekämpfung hat sich die Börsenchefin Eleni Gabre-Madhin früher bei der Weltbank befasst. Mit einem Kongress in Addis Abeba setzt sich Eleni für den Aufbau von Warenbörsen in Afrika ein. Ausbeutung, Bürgerkriege und Hungersnöte warfen das ostafrikanische Land immer wieder zurück. Fairen Handel im Rahmen der globalisierten Wirtschaft, das fordert Eleni für die heimischen Kaffee-Bauern. Internationales Kapital soll den Übergang ins Industriezeitalter beschleunigen.

Eleni hat den Börsenkongress in der Hauptstadt auf die Beine gestellt. Mit Charme und Know-how konnte sie schon Äthiopiens Regierung für ihre Warenbörse begeistern. Der Kongress soll ein Weckruf an die Führungskräfte Afrikas sein, beim Aufbau von Börsen zusammenzuarbeiten. Die Vision: eine Wall Street für Rohstoffe in Afrika. Bisher ist der Kontinent nur Rohstofflieferant der Industrienationen und die diktieren die Preise. Da möchten die 54 afrikanischen Staaten in Zukunft ein Wörtchen mitreden.

Die Werbung für Kondome und Geburtenkontrolle ist in Äthiopien nicht zu übersehen. Nützen tut es wenig. © Jürgen NatuschLupe
Schuhgeschäft in Adis Abeba. Gefälschte Markenartikel gibt es jede Menge. © Daniel RaquetLupe
Auf dem Land ist die Armut immer noch groß: Auch Kinder müssen hier arbeiten. Schule hat da oft das Nachsehen. © Daniel RaquetLupe

Afrika ist mehr als Hunger
Die Afrikanische Union, quasi das Gegenstück zur EU in Brüssel, hat ihren Sitz in Addis Abeba. Größter Geldgeber und Bauherr für den neuen Prachtbau ist, wie unter anderem auch in Sachen Infrastruktur, China. Der Neubau symbolisiert das gewachsene Selbstbewusstsein Afrikas. Die Chinesen begreifen sich als industrielle Entwicklungshelfer Afrikas und profitieren von der zögerlichen Haltung Europas.

Schuld an der Vormacht Chinas ist auch ein westliches Klischee, wonach Afrika nur eine Quelle von Armut, Hunger und Krankheit ist. Dabei ist ein anderer Hunger, der nach Bildung und Arbeit, unübersehbar.

Sendedaten
Sonntag, 1. September 2013,
6.15 Uhr

Ein Film von Jürgen Natusch

(Erstausstrahlung: 27.01.2012)
Mediathek
Sehen Sie hier die komplette Dokumentation in unserer Mediathek.
Blog
© Daniel RaquetUnterwegs in Äthiopien
makro-Redakteur Jürgen Natusch hat auf seiner Reise über das äthiopische Hochland zur Urquelle des Kaffees so einiges erlebt. Aber lesen Sie selbst!
Dreharbeiten
Ganz nah dran
Das ZDF-Team war zwei Wochen lang in Äthiopien unterwegs. Wo immer sie ihrer Kamera auspackten, waren sie sofort umringt von Menschen. In der Hauptstadt Addis Abeba war besonders schnell die Stasi zur Stelle, auf dem Land waren es neugierige Kinder.
Interview
VideoSabine Becker, Programmleiterin Wirtschaftsentwicklung GIZ Äthiopien: Wie soll der Sprung ins Industriezeitalter ablaufen?
Schwerpunkt
Afrika