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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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Video ansehen © jürgennatusch Video
Der tägliche Lohn der Arbeiterinnen beträgt hier 75 Cent. Außerdem gibt es geregelte Arbeitszeiten. Für Äthiopien ist das gar nicht so schlecht.
Aufbruch in Äthiopien
Teil 4 - Arbeiten unterhalb der Armutsgrenze
In Addis Abeba wird der Kaffee weiterverarbeitet, der Lohn der Frauen liegt weit unter der internationalen Armutsgrenze von einem Euro pro Tag. Die Globalisierung schafft Arbeitsplätze, erhöht jedoch die Lebenshaltungskosten.
Schichtbeginn in einer Kaffee-Fabrik in Addis Abeba: Während der Hauptsaison sind hier mehr als 1000 Frauen rund um die Uhr beschäftigt. Ihr Arbeitgeber ist die Vereinigung der Kaffee-Kooperativen, denen 200.000 Kleinbauern wie Kaffeebauer Suge angehören.

Im Akkord trennen die Frauen die Spreu vom Weizen. Die großen, gleichförmigen Bohnen sind für die Konsumenten in Deutschland oder den USA bestimmt. Die kleinen, defekten Bohnen werden aussortiert für den heimischen Markt. Der Export ist eminent wichtig für den Aufbruch in Äthiopien.

Zum Leben zuviel, zum Sterben zu wenig
Birtukan Zeleke ist Fabrikarbeiterin in Addis Abeba: "Ich war arbeitslos", erzählt sie. "Seit einem Jahr bin ich hier beschäftigt. Es ist besser, als arbeitslos zu sein und es hat mein Leben verändert." Dank des festen Arbeitsplatzes kann sie ihre Kinder zur Schule schicken. Trotzdem weiß sie nicht weiter: "Ich denke nicht, dass die Bezahlung ausreichend ist. Für das teure Alltagsleben in Äthiopien sind 18 Birr als Tageslohn (umgerechnet 75 Cent) nicht genug."

Natürlich versucht sie mit dem Geld irgendwie über die Runden zu kommen. Doch es reicht einfach nicht. "Allein die Busfahrt morgens zur Arbeit und abends wieder zurück nach Hause kostet 6 Birr. In Anbetracht meines Tageslohns von 18 Birr kann sich sicher jeder vorstellen, welche Art von Leben ich führe."

In der Mittagspause kann sich kaum jemand das Kantinenessen leisten. Viele Angestellte bringen sich ihre Verpflegung von zuhause mit. © jürgennatuschLupe
Auf Arbeitsschutz wird Wert gelegt, was vielleicht überrascht. Die Gesetze orientieren sich an den Vorschriften der ehemaligen sozialistischen Bruderstaaten. © Daniel RaquetLupe
Nach Deutschland kommen nur die großen, guten Kaffeebohnen. Die mickrigen werden auf dem heimischen Markt verkauft. © Daniel RaquetLupe

Fairtrade-Siegel soll helfen
Die Vereinigung der Kaffee-Kooperativen zahlt relativ gut. Nur nagen die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten am Lohn. Eine Reihe von Kaffee-Kooperativen hat das Fairtrade-Siegel erhalten. So fließt ein Teil der Verkaufserlöse zurück nach Äthiopien für den Bau von Schulen und Gesundheitszentren. Der auserwählte Exportkaffee tritt abgefüllt in Säcken seine lange Reise in die USA oder nach Europa an.

Gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause für die Arbeiterinnen. Die Fabrikarbeiterin Birtukan hat sich ihre Mahlzeit von zu Hause mitgebracht. Das Kantinen-Essen können sich nur die wenigsten leisten. Für eine Injera-Mahlzeit mit Fleisch würde der gesamte Tagesverdienst draufgehen. Aber auf ihren Kaffee will die 25-jährige nicht verzichten.

Auch die Händler auf dem Mercato in Addis Abeba, einen der größten Märkte Afrikas, tragen schwer an den hohen Preisen. Die Preisspirale bedroht einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung im Land.

Sendedaten
Sonntag, 1. September 2013,
6.15 Uhr

Ein Film von Jürgen Natusch

(Erstausstrahlung: 27.01.2012)
Mediathek
Sehen Sie hier die komplette Dokumentation in unserer Mediathek.
Blog
© Daniel RaquetUnterwegs in Äthiopien
makro-Redakteur Jürgen Natusch hat auf seiner Reise über das äthiopische Hochland zur Urquelle des Kaffees so einiges erlebt. Aber lesen Sie selbst!
Infografik
LupeVon Gimbi und anderen Kaffeeanbaugebieten werden die Bohnen zur Weiterverarbeitung in die Hauptstadt Adis Abeba transportiert.
Schwerpunkt
Afrika
Wirtschaftsdokumentation
Aufbruch in Äthiopien