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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Video ansehen © Jürgen Natusch Video
Eleni Gabre-Madhin gründete die erste Kaffeebörse Afrikas.
Aufbruch in Äthiopien
Teil 2 - Afrikas erste Kaffeebörse
Überall spürt man die Globalisierung. Afrikas einzige Kaffeebörse, Blumenanbau für deutsche Supermärkte - man könnte meinen, Äthiopien hilft sich selbst. Ganz so ist es aber nicht. Der Fortschritt ist fest in chinesischer Hand.
An Afrikas einziger Kaffeebörse kaufen und verkaufen die Börsenhändler neben Kaffee auch Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais und Sesam. Der Jahresumsatz liegt bei fast 1 Milliarde Euro.

Die Gründerin und Chefin der Warenbörse, Eleni Gabre-Madhin, ist stolz, dass ihr Börsenbaby in nur drei Jahren erwachsen wurde. Im Parketthandel treffen die Verkäufer von Export-Kaffee auf ihre Käufer, die im Auftrag internationaler Konzerne handeln. Geschäft per Handschlag. Der Vorteil für Äthiopiens Kaffeebauern liegt darin, dass sie über die Börse kalkulierbare Preise für ihre Ernte erhalten.

Vor der Warenbörse in Addis Abeba. © jürgennatuschLupe
Auf dem Parkett werden die Preise vor allem für den Export ausgehandelt. © jürgennatuschLupe
Bis der Aufschwung in der Hauptstadt auch das Land erreicht, wird es noch lange dauern. © jürgennatuschLupe

Kaffee im Blut
Eleni ist Teil einer neuen, jungen Führungselite, die Afrika von Ausbeutung, Hunger und Krieg befreien will. Als Diplomatentochter hat sie in den USA gelebt, aber auch in Ruanda, Togo und Malawi. Sie spricht vier Sprachen. Als Jugendliche lernte Eleni den Alltag von Äthiopiens Kaffeefarmern kennen. Denn ihre Großmutter war eine von ihnen:

"Ich erinnere mich daran, dass sie eine sehr dominante, starke Frau war, die gern Geschichten über ihre Arbeit erzählte. Ich hatte immer sehr romantische Vorstellungen über den Kaffeeanbau in Äthiopien, der so tief in unserer Kultur verwurzelt ist. Es ist schon interessant, dass wir 13 Jahre später hier eine Kaffeebörse betreiben. Kaffee ist ein sehr wichtiger Rohstoff für Äthiopien. Auch wenn meine Großmutter nicht mehr länger unter uns weilt, wo auch immer sie ist, darf sie sich darüber freuen, dass sich ihre Enkelin auch mit Kaffee beschäftigt", erzählt Eleni Gabre-Madhin.

Arbeiter stehen Schlange vor dem Bus zur Blumenfarm. © Daniel RaquetLupe
Manchmal liegen Jahrhunderte dicht beieinander. © jürgennatuschLupe
Aufträge im Straßenausbau gehen meist an chinesische Unternehmen. © jürgennatuschLupe

Aufschwung in chinesischer Hand
Von Addis Abeba geht die Fahrt Richtung Südwesten, wo der Kaffee angebaut wird. Am Stadtrand der Millionen-Metropole warten junge Frauen, die in ausländischen Blumenfarmen arbeiten. Ein Werksbus holt sie ab. Rosen aus äthiopischen Gewächshäusern für deutsche Supermärkte, Auswüchse der Globalisierung.

Am Straßenrand sind viele chinesische Baustellen zu sehen. Mit dem Bau von Fabriken hilft der große Bruder China Äthiopien beim Übergang ins industrielle Zeitalter. Das geht nur mit Transportwegen. So ist auch der Straßenbau in der Hand der Chinesen. Sie sind Vorarbeiter und Geldgeber in einem, von Europäern keine Spur. Straßen sind nun mal die Lebensader einer Wirtschaft.

Auffällig ist, dass viel landwirtschaftlich nutzbare Fläche brachliegt. Doch wenn Bauernfamilien nur sich selbst versorgen können, ist kein Geld für Traktoren da. Äthiopiens Straßen gehören auch den Rindern. Der Viehbestand des Landes ist der größte Afrikas, da liegt viel Potenzial. Kaum vorstellbar, aber es gibt in Äthiopien sowohl sattgrüne Gebirgslandschaften, als auch einige völlig karge Landstriche. Dort herrscht Hunger.

Sendedaten
Sonntag, 1. September 2013,
6.15 Uhr

Ein Film von Jürgen Natusch

(Erstausstrahlung: 27.01.2012)
Mediathek
Sehen Sie hier die komplette Dokumentation in unserer Mediathek.
Info
© Daniel RaquetUnterwegs in Äthiopien
makro-Redakteur Jürgen Natusch hat auf seiner Reise über das äthiopische Hochland zur Urquelle des Kaffees so einiges erlebt. Aber lesen Sie selbst!
Infografik
LupeVon Adis Abeba geht es Richtung Westen in die Universitätsstadt Nekemte.
Mediathek: Interview
VideoDie Chefin der Rohstoffbörse
Eleni Gabre-Madhin, Gründerin und Chefin der Ethiopian Commodity Exchange zur Frage: Welchen Gewinn haben die Kleinbauern von der Warenbörse?
Schwerpunkt
Afrika
Wirtschaftsdokumentation
Aufbruch in Äthiopien