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Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Sehen sie hier unseren Beitrag zum Umweltprojekt in San José.
Grüne Vision in San José
San José ist eine Stadt mit Visionen. Dabei spielt Marihuana eine wichtige Rolle. Cannabis ist für medizinische Zwecke legalisiert und eine siebenprozentige Steuer füllt die Stadtkasse. Bürgermeister Chuck Reed setzt auf eine grüne Zukunft: Er will aus seiner Stadt ein Umwelt- und Innovationszentrum machen.
San José will es schaffen. Die heimliche Hauptstadt von Silicon Valley will nach ganz oben und die Welthauptstadt der Umwelttechnologie werden. Auf den ersten Blick ist die Geldnot nicht zu erkennen. Doch San José leidet unter finanziellen Problemen. Jüngst musste die Stadt Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute entlassen. Überall Leerstand - eine Folge der Internetblase und ihres Platzens vor zehn Jahren. Davon hat sich San José noch nicht erholt.

Doch hinter den Kulissen treibt Bürgermeister Chuck Reed eine Grüne Revolution voran. Der umtriebige Technikfreund will mit Macht neue Firmen ansiedeln. Umwelttechnologie-Firmen. Er tut es nicht aus Liebe zur Natur, sondern ganz pragmatisch: "Unser Masterplan heißt "Die Grüne Vision". Damit wollen wir zum Umwelt-Technologie-Zentrum der Welt werden. Aber wir wollen auch Jobs damit schaffen. 25.000 Jobs in der Umwelttechnik. Das hat erste Priorität. 5000 haben wir schon. Hoffentlich legen wir da noch zu."

Wie die Stadt den Titel "Welthauptstadt für grüne Technologie" erringen will ist bereits in Planung. Erste Veränderungen gibt es schon. Überall gibt es sogenannte Green Cabs - San Joses Taxiflotte ist schon zum großen Teil auf Hybrid umgerüstet. Ebenso wie die Straßenbahnen. Auch hybrid-getriebene Busse mit Fahrrad-Vorrichtung setzt die Stadt ein. Der saubere Nahverkehr - in San José ist er Realität, doch das ist in Kalifornien nichts allzu ungewöhnliches.

Surfen auf der Innovationswelle
Bürgermeister Chuck Reed glaubt an sein Projekt. Herzstück seines Plans: Ein High-Tech-Demo-Park mit neuartigen Windturbinen, Solarzellen und allerlei Erfindungen aus dem Umweltbereich. Hier könnten Firmen aus dem Silicon Valley ihre Prototypen vorführen. San José erteilt großzügig Lizenzen zu Feldversuchen im Stadtgebiet - sogar eine deutsche Firma hat es hierher geschafft.

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Busse fahren in San José mit Hybrid-Motor.
Auch die allererste Ladestation für Elektroautos von ganz Amerika wurde hier erprobt. Die Daten aus den Straßentests helfen den Unternehmen beim weltweiten Verkauf ihrer Technik. Die Zusammenarbeit nützt beiden Seiten - San Jose nutzt die Nähe zur Silicon Valley mit seiner Innovationskraft voll aus. Ein weltweit einmaliger Standortvorteil. Derzeit erprobt die Stadt gerade intelligente Ampeln und computergesteuerte Straßenlampen.

Chuck Reed will die Innovationen Kaliforniens für sein Konzept nutzen: "Für uns ist das eine Gelegenheit, die Innovations-Welle, die aus Silicon Valley kommt, für uns zu nutzen. Wir hatten schon viele Innovations-Wellen hier. Und wir wissen, dass man damit viele Jobs und viele Produkte schaffen kann - und damit auch noch der Stadt nützt. Wenn wir diese Innovationen beim Schopf packen, können wir damit auch die Umwelt verbessern und der Stadt zu Einnahmen verhelfen."

Marijhuana – Qualmen für die Staatskasse
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Cannabisanbauer in San José
Auch John Richards hilft, San Jose grüner und reicher zu machen. John baut Cannabis an. Gerade hat Bürgermeister Reed eine siebenprozentige "Marihuana-Steuer" erlassen. Ganz legal verdient San José so am Cannabis-Anbau mit. Kiffen für die Stadtkasse. Noch gärtnern Kleinanbauer wie John Richards in einer Grauzone. "Ich kenne viele Marihuana-Anbauer, die heimlich weit mehr züchten als die 100 Pflanzen, die legal erlaubt sind. Ich selbst habe weniger als hundert. Ich habe keinen Bock auf unangenehme Zwischenfälle. Dazu ist mir meine Zeit zu schade."

300.000 Dollar im Monat verdient San José an der Kiff-Steuer. Die Marihuana-Industrie Kaliforniens ist ein Milliardengeschäft. Das Harborside Health Center in Oakland ist der größte Coffieshop im Land. Marihuana und Hasch gibt es in Kalifornien ganz legal - auf Rezept. Steve DeAngelo ist Chef der "Klinik". Die medizinische Wirkung der Droge in der Schmerztherapie ist unbestritten. Genug "Patienten" gibt es auch.

35.000 Patienten pro Tag
Steve De' Anagelo, Gründer Harborside Health Center, erklärt das Prinzip: "Mit diesem Rezept darf ein Patient Cannabis aus medizinischen Gründen nehmen. Darin muss stehen, dass Arzt und Patient das Für und Wider von Cannabis besprochen haben und beide meinen, es könnte dem Patienten etwas bringen."

Im Trakt hinter den Verkaufsräumen liefern die Kleinanbauer ihr grünes Gold an, denn 35.000 Kunden täglich wollen versorgt werden. Fünfzig Dollar kostet ein Tütchen Medizin - mit Namen wie Purple Hash, Super Diesel, oder Afghani Hash. Eine gewisse Grundeinstellung darf man bei den meisten Angestellten wohl getrost voraussetzen.

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Bei den letzten kalifornischen Wahlen stimmten die Bürger auch über eine Freigabe des Marihuana-Verkaufs ab. 50.000 neue Jobs und viel Geld für Kaliforniens klamme Kassen versprachen Befürworter. Das Referendum scheiterte nur knapp. Wer rauchen will, muss nun weiterhin zum Arzt. Beschwerden gibt es ja viele.

Tim Cattell, einer der Patienten erzählt uns: "Nun ja, ich glaube, da bahnt sich gerade ein Rückenschmerz bei mir an. Und schlafen oder so kann ich auch schlecht. Es entspannt mich. Der Tag geht damit einfach leichter rum." Laut Umfragen will nun eine Mehrheit den Stoff ganz legalisieren. Ein High auch für den Staats-Haushalt.

Sendedaten
Freitag, 13. Juli 2011, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.30 Uhr

Ein Film von Doris Ammon

(Erstausstrahlung: 02.12.2011)
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Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech
Tip: Mediathek
VideoSan José: Kiffen für die Stadtkasse
Cannabis spielt bei der Finanzierung der Umweltpläne San Josés eine wesentliche Rolle. Die Steuereinnahmen fördern die ökologischen Pläne der Stadt. Doch die Pflanze ist nur für "Patienten" legalisiert - eine vollständige Legalisierung scheiterte bisher.
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© reutersDer kalifornische Traum