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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Nähen bis zum Umfallen?
Teil 2 - Moderne Sklaverei
Da in Bangladesh bereits Arbeitsgesetze bestehen, entwickeln die Fabrikbesitzer immer neue Methoden, die hohe Nachfrage der Textilketten zu befriedigen. Das Zauberwort: Unbezahlte Überstunden.

Unsichtbare Ausbeutung
Lupe
Charles Dickinson trifft oftmals auf korrupte Fabrikbetreiber.
Letztendlich gibt der Fabrikbesitzer zu, was bereits offensichtlich ist. Die Arbeiter mussten unbezahlte Überstunden leisten. Ziel von Dickinson ist es, dass sowohl die Gesetze eingehalten werden, als auch Dokumente so formuliert werden, dass sie die realen Arbeitsverhältnisse widerspiegeln.

"Okay. Aber es muss klar sein, dass ich die echte Lohnabrechnung sehe, damit ich prüfen kann, dass die Leute, die Sonntags gearbeitet haben, auch korrekt dafür bezahlt wurden.", fordert Dickinson.Der Fabrikbesitzer garantiert die Bezahlung der Arbeiter nur dann, wenn es ihm erlaubt ist die Anzahl der Überstunden zu erhöhen. Doch so lange es keine korrekte Abrechnung gibt, werden die Arbeiter ihre Überstunden weiterhin nicht ausgezahlt bekommen.

Es gibt klare Arbeitsgesetze in Bangladesh. Charles Dickinson, und nicht der Staat, hat wieder einmal dafür gesorgt, dass sie auch eingehalten werden. Fabrikdirektor Fuad Abdullah verteidigt seine Position: "In Wirklichkeit machen alle Fabriken diese Überstunden. Aber die Arbeitsgesetze in Bangladesh sind aus den 50ern, manche aus den 30ern. Da ging es um die Jute- und Textil-Industrie. Das waren viel härtere Bedingungen, da konnte man nicht länger als 8 Stunden arbeiten. Keine Überstunden. Aber Bekleidungs-Arbeiter können gut 12 Stunden täglich arbeiten. Sie arbeiten im sitzen, das ist nicht so anstrengend, die Gesetze müssen angepasst werden."

Kinderarbeit: Relikt alter Zeiten?
Lupe
Erst die Medienaufmerksamkeit veränderte die Situation der Kinder.
Fabrikdirektor Fuad Abdullah findet, dass auch Kinder unter 16 Jahren in den Fabriken arbeiten können: "Die Kinder die nicht in den Fabriken arbeiten, arbeiten oft direkt außerhalb der Fabrikmauern, das ist viel gefährlicher. Ich finde, man sollte sie für ein paar Stunden am Tag innerhalb der Fabrik arbeiten lassen. Natürlich nicht den ganzen Tag. Da sind sie viel geschützter als draußen."

Es hat sich jedoch vieles verändert im Laufe der Jahrzehnte: "Die Einkäufer haben das früher locker gesehen. Vor 20 Jahren hatte ich auch Kinder in meiner Fabrik, da gab es kein Problem mit Kinderarbeit. Aber dann schrieben die westlichen Medien wo und wie Nike und GAP ihre Produkte fertigen lassen. Sie waren unter Druck und haben das an uns weitergegeben. Deshalb sehen Sie heute viel bessere Fabriken.", erzählt der Fabrikdirektor.

Für Kinder und Fabrikarbeiter gibt es immerhin Gesetze. Die gibt es für die Frauen auf den zahllosen Baustellen nicht. Und niemand kümmert sich um die Menschen die zum Arbeiten zu schwach oder zu alt sind.

Abends treffen sich Charles Dickinson und seine Kollegin Maren Böhm in einem Restaurant. Sie schätzen sich. "Wirtschaftlich sind wir natürlich in einem sehr scharfen Konkurrenzkampf. Aber wir haben uns alle schon am Anfang des Jahrzehntes darauf geeinigt, dass es, was Sozialstandards und Umweltstandards gibt, dort keinen Konkurrenz und Wettbewerb geben kann.", sagt Maren Böhm.

Sendedaten
Freitag, 26. Juli 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr

Ein Film von Frank Sieren

(Erstausstrahlung: 08.12.2010)
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Keine Region der Welt entwickelt soviel Dynamik wie die Schwellenländer Asiens. Mit Fleiß, Zielstrebigkeit und einer gehörigen Portion Leidensfähigkeit eifern die Menschen zwischen Indien und China der Glitzerfassade Honkongs nach.
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