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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Guten Morgen, Vietnam!
Teil 1 - Zwischen Marx und Markt
Vietnam verabschiedet sich von alten Traditionen und entwickelt sich in rasender Geschwindigkeit zur Wirtschaftsnation nach chinesischem Beispiel. Der Spagat zwischen Kapitalismus und Sozialismus stellt das Land vor neue Probleme.
Neue Zeiten brechen an
In Hanoi und Saigon signalisieren schicke Auslagen und Neubauten mit Glitzerfassaden den Aufbruch. Investoren aus aller Welt geben sich die Klinke in die Hand, denn Vietnam putzt sich heraus. Zu Beginn des Jahres 2007 trat das Land als 150. Mitglied der Welthandelsorganisation WTO bei. Vietnam will teilhaben an der Globalisierung. Schrittweise sollen Handelshemmnisse abgebaut werden. Auch das veraltete Rechtssystem muss reformiert und an moderne Gesellschaftsstrukturen angepasst werden. Die kommunistisch gelenkte Planwirtschaft ist bereits durch viele marktwirtschaftliche Strukturen abgelöst worden.

Lupe
Es ist viel los in des Städten Vietnams. Für die Regierung eine große Herausforderung, für andere eine Möglichkeit für einen Zuverdienst.
Der Sozialismus soll bleiben - doch parallel dazu öffnet sich Vietnam schrittweise für die Marktwirtschaft. Die Vietnamesen sind jung, diszipliniert, wissbegierig und erfolgshungrig. Ein großes Plus für die aufstrebende Sozialistische Republik. Das niedrige Lohnniveau macht Vietnam attraktiv für Investoren.

Überall im Land stößt man auf den Aufbau Fernost: So, wie in deutschen Vorstädten Baumärkte stehen, sind die Ausfallstraßen vor Hanoi gesäumt von Maschinenparks mit Baggern und Gabelstaplern - zum Mieten oder gleich Kaufen. Die Innenstädte platzen aus allen Nähten und die Immobilienpreise steigen. Baulücken sind selten. Die wenigen freien Grundstücke wechseln für viele hunderttausend Euro schnell den Besitzer. Ein Viertel aller Vietnamesen lebt bereits in den Städten des Landes. Vor Hanoi und Saigon werden ganze Trabantenstädte aus dem Boden gestampft. Millionen Menschen sollen aus den Stadtzentren umgesiedelt werden.

Touristenattraktion Vietnamkrieg
Lupe
Noch ist der Sozialismus überall sichtbar.
Zwei Drittel aller Vietnamesen sind unter 35 Jahre alt. Für sie liegt der Vietnamkrieg in ferner Vergangenheit. In den Tunnels von Cu Chi, rund 70 Kilometer vor Saigon, ist der Vietnamkrieg zum umsatzträchtigen Spektakel geworden: Unter der Erde gruben die Partisanen ein Tunnelsystem von 200 Kilometern Länge auf drei Ebenen - mit Schlafstätten, Schulen, Lazaretten und Brunnen – eine uneinnehmbare Festung. Das Gebiet war einst erbittert umkämpft von Vietkong und Amerikanern. Für besonders martialische Kriegs-Touristen wurde eigens ein Schießstand mit Original-Gewehren erreichtet. Ein Schuss, ein Dollar.

Doch die unterirdischen Vietcong-Tunnel zeugen auch von der Kämpfernatur der Vietnamesen. Diese macht sich die Kommunistische Partei heute für den Aufbau der Wirtschaft zunutze. Inszenierter Massenjubel soll die Vietnamesen für die Staatsführung begeistern – und für ihre neuen Ideen von der Marktwirtschaft. Der Führungsanspruch der Kommunistischen Partei ist in der Verfassung verankert. Eine politische Liberalisierung gibt es nicht.

Führungsanspruch bleibt bestehen
Lupe
Die Vietnamesische Kämpferna-
tur: Tunnels von Cu Chi
Zwei Drittel aller Vietnamesen sind unter 35 Jahre alt. Für sie liegt der Vietnamkrieg in ferner Vergangenheit. In den Tunnels von Cu Chi, rund 70 Kilometer vor Saigon, ist er zum umsatzträchtigen Spektakel geworden: Unter der Erde gruben die Partisanen ein Tunnelsystem von 200 Kilometern Länge auf drei Ebenen - mit Schlafstätten, Schulen, Lazaretten und Brunnen – eine uneinnehmbare Festung. Das Gebiet war einst erbittert umkämpft von Vietkong und Amerikanern. Heute ist Cu Chi zum Rummelplatz für Touristen mutiert. Für besonders martialische Kriegs-Touristen wurde eigens ein Schießstand mit Original-Gewehren erreichtet. 1 Schuss, ein Dollar – das Geschäft mit der Ballerei läuft glänzend.

Doch die unterirdischen Vietcong-Tunnel zeugen auch von der zähen Kämpfernatur der Vietnamesen. Diese Kämpfernatur will sich die Kommunistische Partei heute für den Aufbau der Wirtschaft zunutze machen. Inszenierter Massenjubel soll die Vietnamesen für die Staatsführung begeistern – und für ihre neuen Ideen von der Marktwirtschaft. Der Führungsanspruch der Kommunistischen Partei ist in der Verfassung verankert. Eine politische Liberalisierung gibt es nicht. Politisch hält die Partei die Zügel straff in der Hand.

Sendedaten
Freitag, 17. Mai 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr

Ein Film von Doris Ammon

(Erstausstrahlung: 23.09.2011)
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Schwerpunkt
Emerging Markets Asien
Keine Region der Welt entwickelt soviel Dynamik wie die Schwellenländer Asiens. Mit Fleiß, Zielstrebigkeit und einer gehörigen Portion Leidensfähigkeit eifern die Menschen zwischen Indien und China der Glitzerfassade Honkongs nach.
Wirtschaftsdokumentationen
© reutersWeitere Wirtschaftsdokumentationen finden Sie hier.
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Guten Morgen, Vietnam!