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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Mitten im Hochsommer, bei nur zwei Grad plus und Nebel fressen die Bagger dem Berg die Spitze ab.
Arktische Schatzsuche
Teil 2 - Baffin Island, Kanada
Unterwegs zum Mary River, 500 Kilometer nördlich des Polarkreises, ist die Landschaft karg wie der Mond. Es gibt nur Fels, Wasser und Gletscher, Bäume und Sträucher sucht man hier vergebens. Doch eine schwarze Bergspitze markiert die Kostbarkeit der Rieseninsel.
Attraktives Erz
Die Firma Baffinland Iron Mines plant am Mary River eine Eisenerzmine. Der Probebetrieb verläuft erfolgreich, jetzt hofft das Unternehmen auf Lieferaufträge vor allem aus Europa. Noch steht man am Anfang, erst 2014 sollen 18 Millionen Tonnen Eisenerz jedes Jahr vom Mary River kommen. Baffinland wäre ein wichtiger Steuerzahler im armen Inuit-Bundesland Kanadas.

Die schweren Minenlaster sehen aus der Ferne aus wie Spielzeugautos.Lupe
Die Bagger fressen sich in den Berg.Lupe
Das Camp der Minenarbeiter ist eher schmucklos.Lupe
Die Firma Baffinland macht hier eine klare Ansage. Sie wird wissen warum.Lupe

Drei-Wochen-Schichten leisten die Arbeiter, das bedeutet drei Wochen weg von zuhause. Die Jagdmöglichkeit soll hierfür entschädigen, ebenso wie ansehnliche Stundenlöhne und üppige Zuschläge. 2.000 Arbeitsplätze insgesamt sollen hier in Zukunft entstehen.

67 Prozent Eisenanteil
Lupe
Das Erz vom Mary River ist durch seinen hohen Eisengehalt besonders attraktiv.
Mitten im Hochsommer, bei nur zwei Grad plus und Nebel fressen die Bagger dem Berg die Spitze ab. Das Eisenerz liegt an der Oberfläche, zum Greifen nah. 365 Millionen Tonnen Eisenerz hatte man zunächst vermutet. Längst geht das Unternehmen von einer sehr viel größeren Menge aus.

Das Besondere hier ist laut Unternehmen, dass der Eisenanteil mit 67 Prozent besonders hoch ist. Das mache das Mary River-Erz besonders attraktiv, denn der Großteil kann nach dem Zerkleinern ohne weitere Bearbeitung an die Hochöfen in Europa verschifft werden.

Die Kehrseite ist ein gewaltiger Eingriff in die Natur. Lange galt Bergbau an den vereisten Nordkanten der Kontinente als zu teuer, zu kompliziert, zu gefährlich. Heute wird die Arktis aber umgepflügt. Denn mittlerweile lohnt sich der Abbau wirtschaftlich, seit der arktische Sommer immer länger wird und die boomende Autoindustrie die Stahlnachfrage antreibt.


Sendedaten
Freitag, 1. März 2013, 21.00 Uhr

Ein Film von Ralf Bonsels

(Erstausstrahlung: 1. Juli 2011)
Mediathek
Sehen Sie hier die gesamte Dokumentation in unserer Mediathek.
Schwerpunkt
Arktis
Das Mary River Projekt
Der kleine Rohstoffexplorer Baffinland Iron Mines hat mit dem Eisenerzfund von Mary River einen Volltreffer gelandet. Das attraktive Projekt hat prompt Begehrlichkeiten geweckt. So kam es zu einem Bieterstreit zwischen dem weltgrößten Stahlkonzern ArcelorMittal und einer Reihe von Finanzinvestoren, die sich unter dem Namen Nunavut Iron Ore Acquisition Inc. zusammengeschlossen haben. Wie in jedem Bieterstreit freuen sich besonders die Aktionäre von Baffinland, denn ihre Anteile steigen im Preis. Allerdings haben ArcelorMittal und Nunavut den Streit nicht auf die Spitze getrieben, sondern sich letztlich zusammengetan und Baffinland im Verhältnis 70% ArcelorMittal und 30% Nunavut übernommen. Der Deal ging im Frühjahr 2011 für insgesamt rund C$600 Mio. über die Bühne. Für ArcelorMittal ist das ein wichtiger strategischer Schritt, kann man doch so sein eigenes Erz für die Stahlerzeugung fördern und ist zukünftig in geringerem Maße vom Weltmarkt abhängig
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