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Vorschau
24.05.2013
Bittere Pillen
Die Zeiten, in denen Pharmafirmen goldene Eier legten, sind vorbei. Denn viele Patente laufen aus. Die Entwicklung neuer Medikamente dauert Jahre, ist extrem teuer und am Ende meist vergeblich. Gut, dass es die Schwellenländer gibt.
Navigationselement
Lupe
Mobile Nomaden: ZDF-Kameramann Zeljko Pehar filmt Nomade Nergui bei der Suche nach seiner Ziegen-Herde.
Mission Mongolei
Die Mongolei ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Jetzt erlebt das zentralasiatische Land einen radikalen Strukturwandel von der traditionellen Viehwirtschaft hin zu einer Bergbau-Nation. In einem der abgelegensten Gebiete der Welt, der mongolischen Gobi-Wüste, entsteht eine der größten Kupferminen der Welt.
Die kanadische Ivanhoe Mines und der mongolische Staat bauen in Oyu Tolgoi mehrere Minen und eine Anlage zur Verflüssigung von Kupfer. Auf einem Gelände so groß wie Manhattan arbeiten rund 4000 Menschen. Auch viele junge Mongolen wie Ganmunkh Bansaikhan. Der 25-Jährige stammt aus einer Nomadenfamilie und arbeitet jetzt als Mechaniker. Der Export von Kupfer, Gold und Kohle soll der Mongolei in den kommenden Jahren ein enormes Wirtschaftswachstum verschaffen. Vor allem die Nachbarstaaten China und Russland interessieren sich für die begehrten Rohstoffe.

Bislang profitieren aber nur wenige Menschen von dem Boom. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, viele am Rande der Hauptstadt von Ulan Bator. Die meisten von ihnen lebten lange als Nomaden von der Tierhaltung. Doch die Viehzucht steckt in der Krise. Vor allem in den langen, kalten Wintermonaten sterben regelmäßig Millionen von Tiere.

Auch die Nomadin Baigalmaa Darmaa hat im vergangenen Winter die Hälfte ihrer Herde verloren. Jetzt kämpfen sie und ihre Familie ums Überleben. Denn die Tiere sind die wichtigste Lebensgrundlage der Menschen auf dem Land. Viele Nomaden halten die lukrativen Kaschmir-Ziegen, deren Wolle eines der wichtigsten Exportgüter des Landes ist. Doch die Ziegen beißen das Gras mit der Wurzel ab und hinterlassen Kahlschlag. Viele Mongolen sind deshalb gezwungen, ihre traditionelle Lebensweise aufzugeben.

Teil 1 - Nomadenkultur in Gefahr
© ZDF und Zeljko Pehar Lupe
Jeder dritte Mongole ist noch Nomade und somit praktisch Selbstversorger. Doch die karge Erde der Mongolei ernährt kaum noch Tier und Mensch. Unter ihr liegt jedoch ein enormer Reichtum verborgen. Meistert das Land den Strukturwandel?

Teil 2 - Das moderne Ulan Bator
© ulrikewittern Lupe
20 Jahre nach dem Ende des Sozialismus zieht erster Wohlstand in der mongolischen Hauptstadt ein. Leisten können sich das erst wenige. Dies könnte sich aber bald ändern, denn der Mongolei wird in den kommenden Jahren die schnellste wirtschaftliche Entwicklung weltweit zugetraut.

Teil 3 - Rohstoff-Boom in der Wüste
© ivanhoe mines Lupe
Mitten in der mongolischen Wüste entsteht eine der größten Kupfer- und Goldminen der Welt. Sie steht beispielhaft für den Wandel in der Mongolei. Aber auch Abseits der Prestigeprojekte suchen Nomaden ihr Glück mit Hacke und Schaufel.

Teil 4 - Alternativen für die Armen
© ZDF und Zeljko Pehar Lupe
Die große Frage ist, ob es der Mongolei gelingt, den Rohstoffreichtum zu nutzen, um das Land in die Moderne zu führen. Und zwar so, dass nicht allzu viele Leute auf der Strecke bleiben.

Sendedaten
"Mission Mongolei"

Freitag, 3. August 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr

Ein Film von Ulrike Wittern

(Erstausstrahlung 11.03.2011)
Info
Lupemakro-Reporterin Ulrike Wittern in einer mongolischen Jurte.
Info
Die Mongolei ist ein riesengroßes Land, flächenmäßig größer als Deutschland, Spanien und Frankreich zusammen. Trotzdem kennen wir, abgesehen von Dschingis Khan, der 1204 die mongolischen Stämme einigte und ein Weltreich begründete, nichts über dieses Land. Nur eins ist klar: Mit 2,7 Mio Einwohnern gehört die Mongolei zu den am dünnsten besiedelten Gegenden der Welt.

Wirtschaftlich sieht das in Zahlen so: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag in 2010 laut Internationalem Währungsfonds (IMF) bei geschätzten 5,8 Mrd Dollar (ca. 4,2 Mrd EUR). Hierzu einige Vergleichsdaten: Der Autobauer Daimler erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 98 Mrd EUR und allein der Gewinn lag mit 4,7 Mrd EUR höher als das gesamte mongolische BIP. Neuseeland erwirtschaftete 2010 mit seinen 4,4 Mio Einwohnern ein BIP von 138 Mrd Dollar (100 Mrd EUR) und der winzige Stadtstaat Singapur kam mit seinen 5,1 Mio Einwohnern auf 217 Mrd Dollar (157 Mrd EUR).
Wirtschaftsdokumentationen
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Schwerpunkt
Emerging Markets Asien