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Vorschau
24.05.2013
Bittere Pillen
Die Zeiten, in denen Pharmafirmen goldene Eier legten, sind vorbei. Denn viele Patente laufen aus. Die Entwicklung neuer Medikamente dauert Jahre, ist extrem teuer und am Ende meist vergeblich. Gut, dass es die Schwellenländer gibt.
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Der Tourismus gilt in Kuba als wichtige Einnahmequelle der Zukunft.
Kuba - Mythos ohne Masterplan
Teil 4 - Weg aus der Misere
Kuba hat 6000 Kilometer Traumküste aber keine Devisen. Die Lösung liegt auf der Hand: Moderne Hotelanlagen sollen Geld in die leeren Kassen spülen. Zudem könnten vor Kubas Küste große Ölvorkommen schlummern.
Kuba setzt daher große Hoffnungen auf den Tourismus. Kein Wunder, denn Reisende erwartet ein subtropisches Paradies. Knapp 6.000 Kilometer Küste, feiner weißer Korallensand, von Palmen beschattete Strände. Kuba sei die schönste Insel, die Menschenaugen jemals erblickten. Das soll Kolumbus gesagt haben, als er seinen Fuß auf die Insel setzte. Schon heute ist Tourismus ein wichtiger Devisenbringer. Viele Kubaner leben vom Trinkgeld.


Das große Vorbild
Lupe
In Kuba freut man sich über Besuch des finanzstarken Partners aus China.
Besuch aus Peking begrüßt man in Havanna gerne. Denn in den Chinesen hat man finanzkräftige Freunde gefunden. Sie gewähren Kredite, im Gegenzug bekommen sie aus Havanna wichtige Bodenschätze: Kobalt und Nickel. Und sie stören sich nicht an politischer Repression. Zudem gefällt den Castro-Brüdern das chinesische Modell: Marktwirtschaft unter unangefochtener Regie der kommunistischen Partei.

Und dann gibt es ja noch den reichen Onkel aus Caracas. Hugo Chavez gilt als politischer Ziehsohn Fidel Castros. Venezuela ist noch vor China der wichtigste Handelspartner Kubas. Caracas hilft mit Öllieferungen weit unter dem Weltmarktpreis, gewährt Kredite und investiert. Ohne venezolanisches Öl liefe in Kuba kein Reifen rund. Trotz des Embargos haben es also die Kubaner geschafft, einen gewinnbringenden Kreis von Partnerschaften aufzubauen. Auch die Russen, die sich vor 20 Jahren aus Havanna zurückzogen, gehen heute wieder ein und aus.

Sitzt Kuba auf Öl?
Lupe
Es wird vermutet, dass sich vor der Küste Kubas riesige Erdölvorräte befinden. Ausgerechnet die Amerikaner wurden da hellhörig.
Und tief unter der Erde liegt ein weiterer Grund für das internationale Interesse. Schätzungen zufolge sind vor der kubanischen Küste riesige Mengen Erdöl zu finden. Die Insel könnte damit vielleicht sogar in die Liga wichtiger erdölexportierender Länder aufsteigen. Russland hat großes Interesse an der Erkundung der Vorräte. Selbst Angebote von US-Firmen liegen angeblich schon vor. Sollte das Embargo fallen, könnten ausgerechnet die Amerikaner zur Stelle sein.

Gutes Gesundheitssystem
Kubaner können fast alle lesen und schreiben und leben im Schnitt länger leben und gesünder als die Menschen in den meisten anderen Ländern Lateinamerikas. Das verdanken sie vor allem dem kubanischen Gesundheitssystem. Und so hat Kuba ein Exportgut, das kaum ein anderes Land hat: Medizinische Fachkräfte. Weil die Regierung so viele Ärzte in Entwicklungsländer entsendet, fehlen sie heute im eigenen Land.

Professor Vigoa behandelt die Menschen hier vor Ort in Havanna. Einige Patienten kommen von der karibischen Insel Saint Lucia. Sie haben ihr Augenlicht verloren - durch Altersblindheit oder grauen Star. In ihrem Heimatland hätten sie keine Chance auf bezahlbare Behandlung.

Viele Patienten in dieser Augenklinik kommen aus Venezuela oder Bolivien. Aus Ländern also, mit denen Kuba strategische Partnerschaften pflegt. Medizinische Behandlung gegen Kredite und Energieversorgung.

Knowhow aus Deutschland
Lupe
Genau wie das Bildungssystem gilt auch das Gesundheitssystem Kubas als fortschrittlich.
Diese Klinik hat viel Geld in neue Geräte investiert, das Knowhow kommt aus Deutschland. Die Geräte seien zwar einwandfrei, sagt Professor Vigoa, doch sobald Ersatzteile fehlten, gäbe es Probleme. Denn kämen die Ersatzteile aus den USA, könne er sie aufgrund der Embargogesetze nicht nachkaufen. Für diese Klinik sei das ein großer Schaden.

Dennoch ist Professor Vigoa stolz auf die Leistung seiner Klinik. Für ihn ist Kuba das Land, das Blinde wieder sehen macht. Kuba hat sich nicht nur in der Medizin einen Namen gemacht, sondern auch in der Biotechnologie. Die Insel ist heute in Lateinamerika ein wichtiger Exporteur von Pharmaprodukten.

Sendedaten
Freitag, 20. Juli 2012, 21.00 Uhr

Ein Film von Eva Schmidt

(Erstausstrahlung: 14.01.2011)
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