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Vorschau
07.06.2013
Chinas Vasallen
Jenseits der chinesischen Grenzen wächst ein Kordon aus Vasallen. Die Staaten Südostasiens können sich der neuen Supermacht nicht entziehen. Durch wirtschaftliche Kolonialisierung sichert China seinen Einfluss.
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Sendung ansehen © ZDF Eva Schmidt Video
Die Schülerinnen haben gut lachen: Der Schulbesuch ist kostenlos in Kuba.
Kuba - Mythos ohne Masterplan
Teil 2 - Der tägliche Kampf gegen das Defizit
Seit Raul Castro 2008 das Ruder übernahm, hat sich einiges verändert. Privatwirtschaftliche Reformen sollen das Land wiederbeleben. Ein Gorbatschow ist er aber nicht. Das Vorbild ist eher China: wirtschaftliche Öffnung unter dem wachsamen Auge der kommunistischen Partei.
In Kuba muss jedes Kind mindestens 9 Jahre zur Schule gehen. Der Besuch ist genauso kostenlos wie ein Studium. Auch ärztliche Versorgung garantiert der Staat seinen Bürgern gratis. Havannas Bildungs- und Gesundheitssystem ist vorbildlich für ganz Lateinamerika. Doch gleichzeitig fehlt es den 11 Millionen Kubanern so ziemlich an allem, was ein modernes Leben ausmacht. Schlange stehen gehört zum Alltag. Handys oder Computer - purer Luxus!

Lupe
Raul Castro, Bruder von Fidel Castro, gilt als kompromissloser Machtpolitiker.
2008 übernahm Raul Castro offiziell die Amtsgeschäfte von seinem älteren Bruder Fidel. Raul trat an, um Veränderungen herbeizuführen. Weniger politische Reden, mehr auf den Tisch! Schon Anfang der 90er Jahre, als die Sowjetunion als Sponsor zurücktrat und Kuba seine schwerste Krise durchlebte, probierte Raul erste Liberalisierungsversuche. Jetzt macht er noch weiter die Schleusen auf für private Initiativen. Viele handeln ihn als Reformer, sogar als Gorbatschow der Karibik.

Raul Castro sei alles andere als ein Gorbatschow der Karibik, stellt Castro-Biograph Volker Skierka klar. Raul Castro sei immer der kompromisslosere Machtpolitiker gewesen als sein Bruder Fidel. "Fidel Castro galt immer als Pragmatiker, überall. Er wusste auch immer mit neuen Situationen ganz gut umzugehen." Raul Castro hingegen sei derjenige gewesen, der immer die Macht der Brüder und des Systems abgesichert hat. Es hieß auch immer, Fidel Castro sei das Herz der Revolution, Che Guevara das Gehirn und Raul Castro die Faust.

Wiedergänger im Kampfanzug
Lupe
Aus dem Krankenbett zurück auf die politische Bühne: Fidel Castro war fast 50 Jahre Machthaber Kubas.
Kann ein Comeback pathetischer sein? Jahrelang sah man Fidel Castro nur im Trainingsanzug auf dem Krankenbett. Doch dann im August 2010 tritt er plötzlich zurück auf die Bühne. Gleichzeitig entlässt die Regierung viele Dissidenten. Und dann übt Fidel in einem Interview auch noch Kritik am eigenen System, fühlt sich aber hinterher missverstanden. Folgt mit der wirtschaftlichen auch die politische Öffnung? Lassen Havannas Machthaber die Zügel locker?

Eher nicht. "Wenn die kubanische Führung sieht, das läuft aus dem Ruder, dann wird sie eher wieder verhärten und Sachen zurücknehmen", ist sich Bert Hoffmann vom GIGA Institut für Lateinamerika-Studien sicher. "Das Modell ist ganz klar, Reformprozess unter Führung der KP ohne die Machtfrage zu stellen." Als Vorbild gelten Vietnam und China, wo das erfolgreich war.

Katholizismus im Kommunismus
Lupe
Fermin Gonzales besucht eine Prozession. Die katholische Kirche ist trotz Sozialismus im Land allgegenwärtig.
Die Kirche Iglesia de la Caridad im Herzen Havannas. Viele sind gekommen, um die Heilige Jungfrau von Cobre zu feiern. Kommunismus und Katholizismus - in Kuba geht das zusammen. Auch der Friseur Fermin will bei der Prozession dabei sein.

Unter Vermittlung der katholischen Kirche Kubas hat die Regierung 2010 Dissidenten entlassen. Politischer Gegenwind kommt auch von regierungskritischen Blogs im Internet. Fermin aber protestiert gegen nichts und niemanden. Er ist nur gekommen, um die Heilige Jungfrau zu ehren.

Abhängigkeit vom Ausland
Der Hafen von Havanna. Strategisch günstig im Herzen der Karibik gelegen, dennoch vom Welthandel abgeschnitten. Das amerikanische Embargo liegt wie Blei auf Kubas Wirtschaft. Unzählige UNO-Resolutionen fordern die Aufhebung. Mit der Obama-Regierung kamen zwar erste Lockerungen, doch formal bleibt die Handelsblockade bestehen. Bis zur Revolution hatten US-Firmen das Sagen auf Kuba. Fidel Castro ließ sie enteignen. Das haben die Amerikaner bis heute nicht verziehen.

© ZDF Eva Schmidt Lupe
Das "Hotel New York" - ein Relikt aus alten Zeiten: Schon seit einigen Jahrzehnten besteht eine Handelsblockade zwischen den USA und Kuba.
Vor einigen Jahren sah es sogar so aus, als könnte Kuba seine Wirtschaft ins Rollen bringen. Doch dann kamen Finanzkrise und schwere Hurricans. Die Landwirtschaft liegt brach. Der schöne Schein heimischer Früchte trügt. Die Regierung hat zu wenig Devisen und kann Kredite kaum zurückzahlen noch die ganzen Lebensmittel einkaufen, die das Land braucht. Schließlich müssen 80 Prozent aller Lebensmittel importiert werden. Ohne Devisen kommt kaum jemand über die Runden.

Die Unzufriedenheit mit der Alltagssituation sei ganz weit verbreitet, berichtet Lateinamerika-Experte Bert Hoffmann, und zwar auch bei Leuten, die das Regime unterstützten. Niemand behaupte, dass er mit der Notsituation oder den Mängeln, die er hat, zufrieden sei. Viel werde auf die Umstände geschoben, auf das Embargo usw. "Es ist sehr schwer messbar, wie die Bevölkerung zur Regierung steht, ob sie ein anderes Regime will oder nicht. Es fehlen ja die Möglichkeiten, sich zu artikulieren, eine Wahl zu treffen." Wer es nicht mehr aushält, wandert aus.

Sendedaten
Freitag, 20. Juli 2012, 21.00 Uhr

Ein Film von Eva Schmidt

(Erstausstrahlung: 14.01.2011)
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Mittelamerika & Karibik
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