Kann ein Comeback pathetischer sein? Jahrelang sah man Fidel Castro nur im Trainingsanzug auf dem Krankenbett. Doch dann im August 2010 tritt er plötzlich zurück auf die Bühne. Gleichzeitig entlässt die Regierung viele Dissidenten. Und dann übt Fidel in einem Interview auch noch Kritik am eigenen System, fühlt sich aber hinterher missverstanden. Folgt mit der wirtschaftlichen auch die politische Öffnung? Lassen Havannas Machthaber die Zügel locker?
Eher nicht. "Wenn die kubanische Führung sieht, das läuft aus dem Ruder, dann wird sie eher wieder verhärten und Sachen zurücknehmen", ist sich Bert Hoffmann vom GIGA Institut für Lateinamerika-Studien sicher. "Das Modell ist ganz klar, Reformprozess unter Führung der KP ohne die Machtfrage zu stellen." Als Vorbild gelten Vietnam und China, wo das erfolgreich war.