Das außenpolitische Magazin in 3sat
auslandsjournal extra
Diese Woche berichten wir u. a. über den erwarteten Tourismusboom in Griechenland, der ultra-orthodoxen Jugend in Israel und von einem japanischen Berg namens Fuji, der nun Weltkulturerbe werden soll.
- Griechenland: Ende des Urlaubsstreiks
Tourismusboom in Griechenland - USA: Schutz oder Schikane
hinter den Kulissen des amerikanischen Geheimdienstes - Israel:Gefangen im Glauben
die ultra-orthodoxe Jugend in Israel - Japan:Die Kraft des Fuji
der japanische Berg soll Weltkulturerbe werden
Griechenland war einmal eines der beliebtesten Urlaubziele der Deutschen - bis zur Euro-Krise. Die traf vor allem auch den Tourismus, 2012 war ein schwarzes Jahr für Griechenlands Fremdenverkehr. Um fast die Hälfte brachen mancherorts die Besucherzahlen ein, die Folge waren leere Hotels und leere Kassen. Doch nun scheint sich eine Kehrtwende abzuzeichnen: Dieses Jahr werden steigende Besucherzahlen erwartet.
Einen Beitrag dazu leisten voraussichtlich auch die deutschen Urlauber. Einer aktuellen Umfrage zufolge zählt Griechenland wieder zu ihren beliebtesten Urlaubszielen. Viele Deutsche wollen gerne bewusst zum wirtschaftlichen Aufschwung in Griechenland beitragen, zudem haben die Griechen vielerorts ihre Preise gesenkt. Oft kosten Übernachtungen auch in Luxushotels bis zu 20 Prozent weniger als vor der Krise.
Diese Trendwende ist von großer Wichtigkeit für die Griechen: Sie sind auf das Geld der ausländischen Besucher angewiesen. Denn der Tourismus stellt einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes dar, etwa jeder fünfte Grieche ist in der Urlaubsbranche tätig. Rund 50 000 Arbeitsplätze könnte der Aufschwung im Fremdenverkehr bringen, schätzt der griechische Arbeitsminister Giannis Vroutsis und hofft, dass der Wiederaufschwung im Tourismus zum Vorbild für die Wirtschaft Griechenlands wird. Aus Griechenland berichtet Antje Pieper
Von überall aus E-Mails lesen, eine Rechnung bezahlen oder via Facebook einer Freundin zum Geburtstag gratulieren - Smartphone, Tablet oder PC machen es möglich. Dass Facebook, Google und andere Unternehmen Nutzerdaten für personalisierte Werbung verwenden, war bekannt.
Dass der amerikanische Geheimdienst auch mitliest, nicht. Seit 2007 hat die National Security Agency (NSA) in den USA Zugang zu den Rechnern der wichtigsten Internetfirmen. Ein richterlicher Beschluss oder ein konkreter Tatverdacht sind für eine Überwachung nicht mehr nötig. Sie geschieht einfach permanent. Nur US-Bürger sind angeblich von dieser Überwachung ausgenommen. Edward Snowden war ein Teil dieser Überwachung. Von Hawaii aus hat er für die NSA unzählige Daten ausgewertet und damit als hochqualifizierter Spezialist viel Geld verdient. Doch jetzt hat er alles aufs Spiel gesetzt. Er hat Details über die NSA veröffentlicht. Nun lebt er auf der Flucht. Korrespondent Ulf Röller berichtet.
Israel:Die ultra-orthodoxe Jugend in Israel
Abgeschottet von der modernen Welt existiert eine strengreligiöse Parallelwelt in Israel. Sie leisten keinen Wehrdienst, widmen ihr Leben dem Studium religiöser Schriften, werden staatlich subventioniert und alimentiert. Doch viele junge ultra-orthodoxe Juden träumen vom Ausbruch aus dem Gefängnis des Glaubens. Alltägliche Dinge, wie zum Beispiel ein Smartphone zu besitzen oder sich mit Freunden in einer Kneipe zu treffen, sind für Mitglieder der Glaubensgemeinschaft absolut tabu. Doch genau danach sehnen sich immer mehr von ihnen.
So gibt es zahlreiche ultra-orthodoxe Juden, die ein Doppelleben führen. Tagsüber leben sie nach den strengen Vorschriften ihrer Religion, und abends wagen sie sich heimlich in die für sie verbotenen Viertel Israels. Andere brechen ganz aus ihrem religiösen Umfeld aus, auf der Suche nach einem weltlicheren Leben. Sich in dieser für sie völlig fremden Welt zurechtzufinden, ist für die meisten von ihnen eine große Herausforderung. Korrespondent Christian Sievers berichtet.
Er zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Japans. Der Vulkan Mount Fuji ist mit seinen 3776 Metern nicht nur der höchste Berg Japans, sondern auch der schönste. Mit seinem perfekten kegelförmigen Aufbau, umgeben von einer Seenplatte und mit seiner schneebedeckten Kuppe ist der Berg ein Wahrzeichen Japans. Seit Jahrhunderten verehren die Japaner diesen Berg, von dem eine magische Kraft ausgehen soll. Jedes Jahr kommen 100 000 Besucher an diesen Ort und nehmen eine acht- bis zwölfstündige Wanderung zum Gipfel in Kauf, um diese atemberaubende Umgebung zu überblicken. Fuji ist ein spirituelles Symbol der Japaner und aus ihrer Kunst und Kultur nicht mehr wegzudenken. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 70 Prozent der Touristen am Fuji Japaner sind. Besonders nach den Naturkatastrophen der vergangenen Jahre hat sich bei vielen Japanern das Bedürfnis verstärkt, wieder naturbewusster zu leben. Und nirgendwo kann man sich der Natur näher fühlen als an einem solch spirituellen Ort.
Dieser Meinung sind nicht nur viele Japaner, auch der internationale Rat für Denkmalpflege hat die Besonderheit des Berges erkannt und ihn für die Aufnahme zum UNESCO-Weltkulturerbe empfohlen. ZDF-Korrespondent Johannes Hano war vor Ort.
Sendedaten
Der wöchentliche Blick in die Welt
am 14.Juni 2013, um 21.30 Uhr