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Ein unbeschwerter Sommer in der DDR: Die Freunde Fred und Jonas.
Zuckersand
Brandenburg, Ende der 1970er-Jahre. Fred und Jonas sind beste Freunde. Sie verbringen eine behütete Kindheit in der Nähe der Grenze zu West-Berlin. Das Leben der Zehnjährigen ist unbeschwert und voller Abenteuerlust. Doch plötzlich nehmen die politischen Umstände Einfluss auf ihre Freundschaft.
Als bekannt wird, dass Jonas' Mutter einen Ausreiseantrag stellt, werden die beiden aus ihrem gewohnten Alltag gerissen. Für die Jungs eine Herausforderung, weil nun zum Tragen kommt, was bisher nie für sie im Vordergrund stand: Ab sofort sollen sie keinen Kontakt mehr miteinander haben, denn Jonas und seine alleinerziehende Mutter sind nun Staatsfeinde.

Freds Vater hingegen hat als Beamter keinen Grund, an der staat­lichen Ordnung der DDR zu zweifeln. Die beiden Freunde müssen Vorkehrungen treffen. In ihnen reift der Plan, heimlich einen Tunnel in den Brandenbur­ger Sand zu graben, der einmal quer durch den Erdball nach Australien führt. Dort wollen sie sich wieder treffen.


Grenzenlose Freundschaft

Fred und Jonas verbringen eine unbeschwerte Kindheit in der ehemaligen DDR.  © BR/DEG/MDRFred und Jonas verbringen eine unbeschwerte Kindheit in der ehemaligen DDR.
Doch bald wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt. Sie brauchen einen Plan.  © BR/DEG/MDR Doch bald wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt. Sie brauchen einen Plan.
Warum nicht einen Tunnel von der DDR bis nach Australien graben? © BR/DEG/MDR Warum nicht einen Tunnel von der DDR bis nach Australien graben?

Als Jonas tatsächlich über Nacht ausreist, versteht Fred vieles in seiner Welt nicht mehr. Die Erwachsenen benehmen sich merkwürdig, in der Schule übergeht die Klassenlehrerin den Vorfall. Was Fred allerdings nicht weiß: Jonas hat alles daran gesetzt, ihre Freundschaft zu retten und ist seiner Mutter davongelaufen.

Nun ist Fred auf sich allein gestellt. Er will Jonas nicht vergessen und schöpft Kraft aus seinem Plan von der Reise in die Ferne – über alle Grenzen hinweg. Da kommt ihm sehr gelegen, dass sein Lauftalent an der Sport­schule von offizieller Seite gefördert wird.

In Potsdam trainiert er bis zur Erschöpfung, denn im Olympiakader wird er eines Tages nach Australien reisen. So sein fester Vorsatz.


Interview mit dem Regisseur und Autor Dirk Kummer

Zuckersand“ – so auch der Titel des Films – spielt eine gewichtige Rolle. Was ist Zuckersand und für was steht er?

„Zuckersand“ nennt man den feinen, körnigen Brandenburger Sand. Er steht für meine Kindheit. Wie Sand etwas verschütten kann, das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich für meine DDR-Biografie nach Bildern gesucht habe. Von Australien träumen, seine besten Freunde nicht verlieren wollen, Politik als Kind nicht verstehen – all das ist wie ein Berg voller Sand, den man nicht aufhalten kann, wenn man ihn mal in Bewegung bringt.

Die beiden Freunde sind unbekümmerte Kinder. In ihrem Leben spiegelt und bricht sich der Alltag in der DDR 1979. Was glauben Sie, bestimmte diesen Alltag der Erwachsenen? Was davon war Ihnen wichtig, heute zu vermitteln?

Wahrhaftigkeit! Diese jungen Eltern haben gekämpft. Die wollten ihren Söhnen und Töchtern eine unbe­kümmerte Kindheit bieten. Sie haben sich an diesem Staat gerieben und irgendwie arrangiert. Man hat ihnen ein Leben aufgezwungen, das von Misstrauen, Taktieren und Einsperren bestimmt war. Menschen wurden erschossen, weil sie in ihrer Stadt Berlin über die Mauer wollten. Wir dürfen das nicht vergessen.

Was erzählt dieser Film, ohne Worte dafür gebrauchen zu müssen?

Die Bilder, die in „Zuckersand“ den Alltag dieser Familien erzählen, haben etwas sehr Bescheidenes. Und es gibt den Raum für Dinge, die uns als Kinder wirklich bewegten: Kann ein Fisch 6.000 Kilometer schwimmen? Wie soll man da begreifen, dass der beste Freund ausreist? Für diese Augenblicke braucht man keine Worte. Auch im Film nicht. Das ist eine sehr schöne Erfahrung.


Sendedaten
Samstag, 25. November 2017, 20.15 Uhr

Darsteller:

Tilman Döbler: Fred
Valentin Wessely: Jonas
Katharina Marie Schubert: Michaela
Christian Friedel: Günther
Herrmann Beyer: Kaczmareck
und andere.

Stab:

Regie: Dirk Kummer
Buch: Bert Kot, Dirk Kummer
Kamera: Christian Marohl
Musik: Thomas Osterhoff

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