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Das Auge ist unser Fenster zur Welt.
wissen aktuell: Wunderwerk Mensch
Wunden heilen, wahrnehmen, denken, bewegen, koordinieren und vieles mehr: All das leistet unser Körper tagtäglich - eine hochkomplexe Supermaschine, die sich im Laufe von Milliarden von Jahren aus Einzellern entwickelt hat.
Diese Entwicklung ist noch in vollem Gange und wirft auch immer wieder Fragen auf, zum Beispiel: warum es überhaupt Männer gibt, denn von Natur aus ist unsere Welt zunächst einmal weiblich. Unbestreitbar sind aber beide, Mann wie Frau, Bewegungstiere - ein evolutionäres Erbe, denn Sportlichkeit war für unsere jagenden Vorfahren überlebenswichtig. Heute beschränkt sich die Jagd meist auf den Gang in den Supermarkt, weshalb viele Möglichkeiten unseres Körpers ungenutzt bleiben und Kraft und Geschicklichkeit zu verkümmern drohen.

Ein wahres Konstruktionswunder
Dabei ist dieses Konstruktionswunder aus Knochen, Muskeln, Haut und Nerven für ein Leben in Bewegung regelrecht geschaffen. Allein das Knie, unser am stärksten belastetes Gelenk, ist mit seiner Variationsbreite an Dreh- und Streckbewegungen ein bautechnisches Meisterwerk. Auch Muskeln können weit mehr als bloß in Bewegung bringen; und dass diese vor allem Nervensache ist, zeigt sich nicht erst bei akrobatischen Höchstleistungen, sondern schon im alltäglichen Laufen, Kicken - und Greifen. Erst im einzigartigen Wechselspiel mit dem Gehirn wird unsere Hand zu dem, was sie ist: ein Superwerkzeug des Geistes - was uns oft erst dann bewusst wird, wenn das scheinbar Selbstverständliche plötzlich fehlt.

Das gilt auch für unsere Sinne. Kommunikation etwa ist für den Menschen lebensnotwendig. Doch wie verständigen wir uns, wenn wir weder hören noch sehen können? Allein unser Gesicht spricht Bände, denn Gefühl und Gesichtsausdruck sind im Gehirn untrennbar miteinander verbunden. Auch hier vollbringt unser Körper eine Meisterleistung nach der anderen: Mit nur acht Gesichtsmuskeln produzieren wir mehr als zehntausend verschiedene Ausdrücke. Lassen sich also, wenn wir das Zusammenspiel der mimischen Einzelteile in ihren feinsten Nuancen verstehen, Gefühle unseres Gegenübers allein vom Gesicht ablesen?

Natürlichstes Ausdrucksmittel des Menschen ist aber seine Stimme. Was eine gute Stimme auszeichnet und warum uns manche Stimmen mehr berühren als andere, ist rein physikalisch nicht fassbar. Ohnehin gibt es beim Wunderwerk Mensch noch das eine oder andere wundersame Ding zu ergründen. Die Heilkraft unserer Gedanken etwa lässt immer wieder staunen und ist auch wissenschaftlich belegt, aber was genau dahinter steckt, ist nicht klar. "Wissen aktuell" geht auf Entdeckungsreise in den menschlichen Körper und zeigt, welche Höchstleistungen er tagtäglich verrichtet, um für uns Selbstverständliches zu vollbringen.

Übersicht der Sendungsthemen:

1. Unser Erbe

Das Tier im Menschen
Wie viel Qualle steckt in uns? Zumindest leistet der durchsichtige Stoff, aus dem die Medusen gebaut sind, auch bei uns wertvolle Dienste: Kollagen verwandelt die Hornhaut unserer Augen in ein Fenster zur Welt. Auch der wohlproportionierte Waschbrettbauch verdankt seine Form dem alten Prinzip der Segmentierung, das sich schon in den Muskelsegmenten des Regenwurms zeigt; und ohne das Amphibienpatent "Finger" wäre unser Tastsinn undenkbar. Je mehr wir über die enge Verwandtschaft zwischen Mensch und Tier erfahren, desto deutlicher zeigt sich: Das Meisterwerk Mensch ist nicht die "Krone der Schöpfung", sondern nur eins von unzählbaren Resultaten der Evolution.

Warum gibt es Männer
Männer wie Frauen sind "Bewegungstiere"
Männer wie Frauen sind "Bewegungstiere"
Ohne Männer gäbe es kein Anhimmeln, kein Umwerben und das schöne Wort "Frau" wäre überflüssig. Aber wozu gibt es ihn nun wirklich, den "Mann"? Von Natur aus ist unsere Welt zunächst einmal weiblich - das zeigt schon die Entwicklung des Menschen: In den ersten Lebenswochen ist jeder von uns ein weibliches Wesen; erst ab der sechsten Woche beginnt die getrennte Entwicklung der Geschlechter. "wissen aktuell" gehen auf Spurensuche in die Natur und zeigen, wann Männerlosigkeit zum Problem wird und warum es im Leben auch "Männer" braucht.

Das Steinzeitrezept
Rückenprobleme, Diabetes, kaputte Knie: Wir sind nicht dafür gemacht, um in Absatzschuhen auf Asphalt zu trampeln und dann stundenlang auf Bürosesseln zu sitzen. Denn die Steinzeit steckt noch in uns, das Erbe der Evolution. Einige Wissenschaftler halten daher eine an unsere Vorfahren angepasste Lebensweise für gesünder. Der ehemalige Hochschullehrer Art de Vany aus Utah etwa versucht seit Jahrzehnten das zu leben, wofür sein "Steinzeitkörper" gemacht ist: Er läuft täglich durch die Wüste, und auch die Jagd gehört zu seinem Fitnessprogramm – weil er heutzutage aber kein erlegtes Mammut nach Hause zerren kann, muss stattdessen sein schwerer Geländewagen herhalten. Die üblichen Alltagsgebrechen kennt der 73-Jährige jedenfalls nicht.

2. Bewegen und Koordinieren

Was bei Sport im Körper passiert
Sogar unsere Gedächtnisleistung kann durch Sport verbessert werden.
Wer sich wenig bewegt, hat schnell ein dickes Problem. Die Lösung ist Sport. Schon mit den ersten Schritten beginnen wir Kalorien zu verbrennen, Nährstoffe werden besser verarbeitet, und nicht nur das Immunsystem, auch Bindegewebe, Knorpel, Sehnen und Bänder werden gestärkt; sogar Gedächtnisleistung, Konzentrationsfähigkeit und Kreativität nehmen zu. Aber warum ist das so? Fest steht: Alle biologischen Systeme im menschlichen Körper sind auf die Beanspruchung durch Bewegung ausgerichtet.

Netzwerk Nerven
Artistinnen im Zirkus vollbringen Höchstleistungen.
Unser Nervensystem ist ein Hochleistungsnetzwerk, geknüpft aus mehr als 100 Milliarden Nervenzellen. Ohne diese feine Verkabelung, die den gesamten Körper durchzieht, könnten wir nicht einmal den kleinen Finger krümmen, denn Nervenimpulse steuern jede Körperreaktion. Vieles ist also reine "Nervensache". Das wissen auch beispielsweise Artistinnen, die im Zirkus akrobatische Höchstleistungen vollbringen und dafür täglich ihr Nervenkostüm trainieren. Ein Blick in ihr Körperinneres zeigt, wie das Wunderwerk Nervensystem funktioniert.

Wunderwerk Knie
Rund 80.000 Kilometer, etwa zweimal um die Erde - diese Strecke legt ein Mensch durchschnittlich während seines Lebens auf zwei Beinen zurück. Das Knie ist dabei das am stärksten belastete Gelenk. Vor allem beim Tanzen offenbart es die volle Variationsbreite seiner Dreh- und Streckbewegungen - für uns eine Selbstverständlichkeit. Doch spätestens dann, wenn das Original kopiert und ein Handwerker das Modell eines Kniegelenks anfertigen soll, zeigt sich: Schon das Knie des Menschen ist ein wahres Wunderwerk der Natur.

3. Wunderwerk Hand

Multitool Hand
Die menschliche Hand ist ein Superwerkzeug.
Virtuoses Gitarrenspiel, kraftvolles Zupacken oder zartes Ertasten der Welt - die menschliche Hand ist ein Superwerkzeug. Schon die Handfläche ist in ihrem Aufbau an Raffinesse kaum zu überbieten: Eine robuste Sehnenplatte schützt vor Verletzungen, tiefe Furchen und eine Vielzahl von Schweißdrüsen gestatten festen Griff bei feinstem Gefühl. Vor allem in den Fingerspitzen ballt sich ein intensives Nervengeflecht, das über Verletzungen, Hitze und Kälte informiert. Im einzigartigen Wechselspiel mit dem Gehirn, in der Verbindung zwischen Beweglichkeit und Gefühl ist die Hand vor allem eins: Werkzeug des Geistes.

Eine Prothese für Lorena
Eigentlich kann die neunjährige Lorena alles, sogar Schleifen binden. Dabei wurde das Mädchen ohne linke Hand geboren. Jetzt will sie endlich so "normal" aussehen wie andere Kinder. Eine Hochtechnologie-Prothese soll die fehlende Hand ersetzen. Das Prinzip dahinter: Sensoren wandeln die elektrischen Signale der Muskelströme in Bewegung, in Greifen und Strecken um. Eine maßgefertigte Hand, die tut, was Lorena will - und dabei auch noch fast so aussieht wie eine echte.

F ... off! Die Hand in der Kommunikation
Vorsicht Hände! Denn ihnen geht mancher Ausdruck schlichtweg einfach von der Hand. Das Problem: Von Kulturraum zu Kulturraum haben manche Handzeichen verschiedene Bedeutungen und können, am falschen Ort, obgleich gut gemeint, eine Menge Ärger bringen. Der nach oben gestreckte Daumen etwa steht in Europa, Nord- und Südamerika für "Alles gut" oder "Super gemacht!", in weiten Teilen der islamisch geprägten Welt kommt dieses Zeichen dagegen unserem Stinkefinger gleich. Die Liste mehrdeutiger Handzeichen ist jedenfalls lang...

4. Kunst der Kommunikation

Taubblind
Miteinander reden - für Rainer Binder geht das nur über den Tastsinn. Seit einer Hirnhautentzündung vor zehn Jahren ist der 50-Jährige taubblind und kann nur über einen Assistenten mit anderen Menschen kommunizieren. Mit einem speziellen Handschuh könnte er sich in Zukunft ohne fremde Hilfe verständigen. Sein Ziel: wieder selbstständig am Leben teilhaben und Bücher lesen können. Sprechen durch Berühren - "wissen aktuell" taucht ein in eine ganz besondere Form der Kommunikation, die für viele Menschen das einzige Fenster zur Welt ist.

Reden ohne Worte
Kann man beim Pokern ein gutes Blatt des Gegners an dessen Mimik erkennen?
Die Stirn gerunzelt, ein Mundwinkel verzogen - auch wenn wir nichts sagen: Unser Gesicht spricht immer. Mit nur acht Muskeln produziert es mehr als zehntausend verschiedene Ausdrücke. Emotion und Gesichtsausdruck sind im Gehirn untrennbar miteinander verbunden. Doch lassen sich Gefühle tatsächlich vom Gesicht ablesen? Lässt sich etwa beim Pokern ein gutes Blatt des Gegners an dessen Mimik erkennen? "wissen aktuell" macht den Test und begleiten einen professionellen Pokerspieler, der sich in Gesichtsanalyse ausbilden lässt.

Geheimnis Gesang
Sie kann uns zu Tränen rühren, ja sogar süchtig machen: die Stimme. In der Kommunikation ist sie das natürlichste Ausdruckmittel, das wir haben. Schon im Mutterleib werden wir von Stimmen geprägt. Doch warum berühren uns manche mehr als andere? Ist eine gute Stimme reine Geschmackssache? Welche Physik steckt hinter dem Geheimnis des schönen Gesangs? Gemeinsam mit einem Sänger und einem Musikmediziner geht "wissen aktuell" dem Faszinosum Stimme auf den Grund.

5. Kraft der Gedanken

Heilkraft der Gedanken – Chemie der Suggestion
Meditation hilft gegen Stress, Angst - und kann sogar den Verlauf lebensbedrohlicher Krankheiten positiv beeinflussen. Doch wie genau hilft uns der Geist auf dem Weg zur Heilung? Die Wissenschaft hat erst begonnen, dieses Geheimnis zu lüften, doch fest steht: Nerven- und Immunsystem sind enger miteinander verbunden, als wir meinen; und gute Gedanken sind in der körpereigenen Apotheke "Immunsystem" ein Gewinn.

Kraft der Selbstheilung
Wer vertraut in unserer technikfixierten Medizinkultur noch auf die Selbstheilungskräfte des Körpers? Heilen operierte Herzen tatsächlich besser, wenn sich Patienten vorher guten Mutes unter das Messer legen? Spüren Frühchen, wenn ihre Eltern zuversichtlich sind und welchen Einfluss hat das auf ihre weitere Entwicklung? Eine Spurensuche auf der zerbrechlichen Seite des Lebens - mit überraschenden Ergebnissen.

Sendedaten
Donnerstag, 26. Januar 2017, 20.15 Uhr
Dokumentation
Das Steinzeitrezept
Wie wir unsere Zivilisationskrankheiten besiegen
Sport gegen Krebs
Die Killer scharf machen
Sport für's Immunsystem nach der Krebserkrankung
Handprothese mit Sensoren
Wieder fühlen können
Handprothese ermöglicht Tasten und Fühlen
Handschuh für Taubblinde
Reden durch Berühren
Handschuh soll Taubblinden den Alltag erleichtern
Heilung
Den Weg zur Heilung in sich selbst finden