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Dienstag, 20. April
© SWR/Artem Demenok Lupe
"Jekyll und Hyde", USA 1931: Frederic March in der Doppelrolle
Jekyll und Hyde - Das Andere in uns
Robert Louis Stevensons Schauergeschichte "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" über einen Arzt im viktorianischen London, der die Doppelnatur des Menschen ergründen will, wurde zum Bestseller und inspirierte zahlreiche Filme. Die Dokumentation von Artem Demenok untersucht das Wechselspiel von Gut und Böse aus neuen Perspektiven.
Die weltberühmte Schauergeschichte "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" hat sein Schöpfer, der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson, buchstäblich erträumt. Und er hat damit den Nerv der Zeit getroffen, denn nur in wenigen Tagen im Oktober 1885 geschrieben, wurde seine Erzählung zum Bestseller, als er mit seinem Jugendroman "Die Schatzinsel" bereits erfolgreicher Schriftsteller war.

Zunächst gibt es nur Dr. Henry Jekyll, ein Arzt im viktorianischen London, der die Doppelnatur des Menschen ergründen will. Mit Hilfe eines Elixiers gelingt es ihm, die böse Seite seines Wesens abzuspalten. Unter einem anderen Namen, als Edward Hyde, verübt dieser Doppelgänger Missetaten. Davon waren schon Thomas Mann und Vladimir Nabokov fasziniert, die darüber nachgedacht und geschrieben haben. Bis heute dient diese Geschichte als Inspirationsquelle und Vorlage für unzählige Bearbeitungen - in der Literatur, auf der Bühne, in Film und Fernsehen, sogar für Comics und Zeichentrickfilme.


An die 100 Verfilmungen des Stoffes
© SWR/Artem Demenok Lupe
Victor Flemings Jekyll-und-Hyde-Adaption von 1941 mit Spencer Tracy in den Titelrollen
Jekyll und Hyde - fast jeder kennt die Doppelgänger, selbst wenn er die eigentliche Geschichte nicht gelesen hat. Dieses Namenspaar ist zu einer treffenden Formel geworden, zum Mythos - vor allem durch das Kino. Es gibt an die 100 Verfilmungen weltweit, die erste stammt aus dem Jahr 1908, die jüngste wurde 2008 gedreht. Ob im deutschen Stummfilm des Expressionismus, in Jean Renoirs Adaption "Das Testament des Dr. Cordelier" mit dem Tänzer Jean-Louis Barrault oder in einem knallbunten US-Film von und mit Jerry Lewis aus den 1960er Jahren, immer erhält das Böse ein zeittypisches Gesicht.

Neben zahlreichen Adaptionen bleiben auch Parodien nicht aus, schon in den 1920er Jahren gibt es einen Film mit Stan Laurel und 1948 eine Comicversion der beliebten Zeichentrickfilmserie "Tom und Jerry". Aber auch über den rein kulturellen Kontext hinaus macht etwa Sebastian Haffner davon Gebrauch, wenn er seine Studie über die gewöhnlichen Deutschen in den ersten Jahren von Nazi-Deutschland "Jekyll und Hyde" nennt.

Das Phänomen, das mit Stevensons Novelle einen unauslöschlichen Namen bekommen hat und seitdem immer wieder im Zusammenhang mit Gut und Böse zitiert wird, nimmt Artem Demenok in seiner Dokumentation unter die Lupe. Er entdeckt überdies etwas Erstaunliches - dass der bösartige Hyde immer mehr zu einem Gentleman mutiert und das Böse damit nahezu unsichtbar wird. Die Schweizer Psychologin Verena Kast, der Literaturwissenschaftler Michael Maar und der Kriminalist und Buchautor Stephan Harbort erweitern den Blick auf das menschliche Phänomen, indem sie mit ihren Augen das ewig aktuelle Thema von Gut und Böse betrachten.


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Montag, 22. Oktober 2012, 21.00 Uhr
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Das Böse
Themenwoche zur Natur des Bösen
21. bis 25. Oktober 2012
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