Neben zahlreichen Adaptionen bleiben auch Parodien nicht aus, schon in den 1920er Jahren gibt es einen Film mit Stan Laurel und 1948 eine Comicversion der beliebten Zeichentrickfilmserie "Tom und Jerry". Aber auch über den rein kulturellen Kontext hinaus macht etwa Sebastian Haffner davon Gebrauch, wenn er seine Studie über die gewöhnlichen Deutschen in den ersten Jahren von Nazi-Deutschland "Jekyll und Hyde" nennt.
Das Phänomen, das mit Stevensons Novelle einen unauslöschlichen Namen bekommen hat und seitdem immer wieder im Zusammenhang mit Gut und Böse zitiert wird, nimmt Artem Demenok in seiner Dokumentation unter die Lupe. Er entdeckt überdies etwas Erstaunliches - dass der bösartige Hyde immer mehr zu einem Gentleman mutiert und das Böse damit nahezu unsichtbar wird. Die Schweizer Psychologin Verena Kast, der Literaturwissenschaftler Michael Maar und der Kriminalist und Buchautor Stephan Harbort erweitern den Blick auf das menschliche Phänomen, indem sie mit ihren Augen das ewig aktuelle Thema von Gut und Böse betrachten.