In den folgenden Tagen überschlagen sich die Ereignisse. Die Elite-Einheit GSG 9 befreit in der Nacht auf den 18. Oktober das fünf Tage zuvor entführte Flugzeug "Landshut". Wenige Stunden später begehen Baader, Ensslin und Raspe im Gefängnis Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Die RAF-Entführer reagierten prompt: Sie erschießen Hanns Martin Schleyer. Die schrecklichen Ereignisse dieses Herbstes 1977 stellen den Höhepunkt der Terrorwelle in Deutschland dar und gehen in die Geschichte der Bundesrepublik ein.
Der zuständige Redakteur Thomas Schreiber vom NDR über den Film: Die Geschichte der RAF ist eine blutige Geschichte von 62 Toten und 230 Verletzten und von Tätern, die noch heute unerkannt in Freiheit leben; eine Geschichte von jungen Deutschen, die sich zu den Herrschern über Leben und Tod erheben. Aber die Geschichte der RAF ist auch eine Geschichte staatlichen Handelns, das Gesetze umgeht, von bis heute unbekannten Dokumenten und Aktionen. Zuwenig wurde auch der Opfer und ihrer Leiden gedacht. Seit zweieinhalb Jahren arbeiten die Spiegel TV-Autoren Stefan Aust und Helmar Büchel im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks an der Dokumentation "Die RAF".
Die Rechercheergebnisse zu bislang unbekannten Tatsachen, an Bildmaterial und an Tondokumenten zeigen, dass noch längst nicht alles über dieses blutige Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte bekannt ist. Manche, die damals Sympathie für die Taten der Mörder hatten, wollen heute nicht daran erinnert werden. Und manche, die damals auf staatlicher Seite die Gesetze umgingen, haben nie Rechenschaft über ihr Tun abgelegt. Auch daran wollen wir erinnern.