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Montag, 23. Oktober
© dpa Lupe
Umringt von Pressevertretern schreiben der sowjetische Kosmonaut Valeri Bykowski (l) und der DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn am 3.9.1978 nach ihrer geglückten Landung ihre Namen auf die Landungskapsel.
Mit sechs Augen in den Weltraum - die MKF 6
Angeblich können amerikanische Spionagesatelliten aus dem Weltall Autonummernschilder lesen und Objekte erkennen, die vier Zentimeter groß sind. Diese atemberaubende Entwicklung der Spitzentechnologie dauerte mehrere Jahrzehnte, und einer der Auslöser war sicherlich der Kalte Krieg zwischen dem Westen und dem Osten. Forscher in beiden deutschen Staaten waren an dem Wettrüsten der Spionagesatelliten beteiligt.
© MDR Lupe
Die MKF-6, die Multispektralkamera aus dem VEB Carl Zeiss Jena
Sie galt als technisches Wunderwerk der 1970er Jahre. Sie konnte erstmals simultane Aufnahmen von sechs Kameras aus großer Höhe in brillanter Qualität liefern. Sie machte aus 350 Kilometern Entfernung Objekte auf der Erde sichtbar, die nur zehn Meter groß waren. Das alles ist heute längst tausendfach überholt, aber die MKF-6, die Multispektralkamera aus dem VEB Carl Zeiss Jena, war ein Meilenstein auf dem Weg der Fernerkundung. 1975 wurde sie durch Dr. Achim Zickler und rund 600 Kollegen entwickelt. Nach Tests in Flugzeugen wurde die MKF-6 1976 an Bord der Sojus-Kapsel, ab 1978 in der Saljut-Station eingesetzt und später in der Raumstation MIR von Sigmund Jähn bedient.

© MDR Lupe
Die MKF-6 war ein Meilenstein auf dem Weg der Fernerkundung der Erde
Die Kamera diente neben der militärischen Fernerkundung der Erde auch zivilen Zwecken, so der Suche nach Bodenschätzen, zur Beurteilung land- und forstwirtschaftlicher Kulturen und Flächen, zur Kartographierung, zur Beurteilung von Wasser- und Bodenqualität sowie der Umwelt- und Wetterforschung. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus der Entwicklung der MKF-6 wurden später zur Erforschung des Kometen Halley, der Atmosphäre der Venus sowie des Marsmondes Phobos genutzt.

Der Film vermittelt - und das ist das Ungewöhnliche - schon ein Vierteljahrhundert später Technologiegeschichte. Er zeigt, warum diese Forschung nur in Jena möglich war, welche Kosten die DDR-Führung in Kauf nahm, um an den sowjetischen Weltraumplänen beteiligt zu werden. Und nicht zuletzt beleuchtet er den Nutzen, der bis heute in unseren Alltag reicht. Autor Jörg Pezold schlägt auch den Bogen zur heutigen Weltraumliebe Jenaer Forscher und Entwickler. Wenn Jena heute in der europäischen Raumforschung ein Wörtchen mitzureden hat, dann ist die MKF-6 ein Ursprung dafür.


Sendedaten
Sonntag, 18. Mai 2014, 6.05 Uhr
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© colourbox.deAbenteuer Weltraum
Sonntag, 18. Mai 2014, ab 6.05 Uhr
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