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Freitag, 20. Oktober
© WDR/akg-images/NASA Lupe
Erste Schritte auf den Mond am 20.07.1969: Edwin Aldrin
Wo warst Du, als der erste Mensch den Mond betrat?
In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 sitzen Weltweit 600 Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten. Man muss nicht unbedingt hautnah dabei gewesen sein, um mit einem Ereignis dieser Größenordnung eine ganz eigene, persönliche Geschichte zu verbinden. Es war die aufwendigste und längste Livesendung in der deutschen Fernsehgeschichte.
Ingrid Hoffmann hatte das Glück in der Nacht der Mondlandung ein Kind zu bekommen. Ein Familienereignis, das die Mondlandung zu einer Nebensache machte: "Als wir ins Krankenhaus kamen, war da erst mal keiner. Die saßen alle im Ärztezimmer vor dem Fernseher." Irgendwann drückte ihr eine Krankenschwester ein wehenhemmendes Zäpfchen in die Hand, brachte sie auf ihr Zimmer und war schnell wieder verschwunden. "Das hatte alles mit der Mondlandung zu tun. Die wollten die Geburt am liebsten vertagen." Ingrid Hoffmann schmeißt das Zäpfchen ins Klo. "Apollo 11 war mir egal. Für mich war das Wichtigste die Landung meines Kindes." Es wurde eine sehr lange Nacht - die schönste ihres Lebens.

Längste Livesendung des deutschen Fernsehens
© WDR/AKG Lupe
1969 - Die Besatzung von "Apollo 11" mit Kommandant Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin (v.l.n.re)
Es war die aufwendigste und längste Livesendung in der deutschen Fernsehgeschichte. 39 Stunden lang versuchte der Journalist Anatol Johansen in der ARD, diese endlose Sendestrecke mit Inhalt und Kurzweil zu füllen - was vielleicht sogar schwieriger war als eine Landung auf dem Mond. "Es gab immer wieder Phasen, da passierte stundenlang nichts." Gesendet wurde trotzdem. Mit dem Mut der Verzweiflung sorgten Johansen und seine Kollegen für diverse Sternstunden der Fernsehunterhaltung: unerschrocken kämpften sie gegen die schwarzen Löcher im Sendeablauf an. Was heute ausgesprochen komisch wirkt, sorgte seinerzeit bei Johansen für eine schlaflose Nacht.

Auch DDR-Bürger waren begeistert
Als der Klassenfeind den Mond betrat, war Tassilo Roemisch wider Erwarten begeistert. Im sächsischen Mittweida war man auf das Westfernsehen angewiesen, um die allumfassende Niederlage der russischen Raumfahrt in seiner ganzen Schönheit zu betrachten. "Aber uns haben sie ja weismachen wollen, dass die bemannte Mondfahrt sowieso der falsche Weg sei. Die Russen wollten es unbemannt machen und eben keine Menschenleben aufs Spiel setzen." Um ein Haar hätten die Russen den Wettlauf um den Mond tatsächlich gewonnen: Luna 15 war zur selben Zeit im Mondorbit wie Apollo 11 und sollte die ersten Gesteinsproben zur Erde bringen. "Da war plötzlich Krieg der Sterne live im Fernsehen" erinnert sich Reinhold Ewald, der als Zwölfjähriger im Schlafanzug mit den Astronauten bangte.

Schlafentzug und Presswehen
Doch die Wahrnehmungen an diese Nacht sind verschieden: "Das war so wahnsinnig langweilig, bis die endlich ausgestiegen sind", erinnert sich der Schauspieler Wolfgang Völz, der sich im Weltall schon damals bestens auskannte - er war lange Jahre Besatzungsmitglied der Raumpatrouille Orion. Als Neil Armstrong die Landefähre endlich um 3.56 Uhr verließ, war das für die gesamte Menschheit ein Erlebnis. So muss die Frage einfach gestellt werden: "Wo warst Du, als der erste Mensch den Mond betrat?" In seiner Dokumentation von Christian Dassel, die Sie am Sonntag, 18. Mai 2014, 13.50 Uhr sehen können zeigen wir sehr viel mehr als nur die Bilder einer schwarz-weißen verschwommenen Mondoberfläche. Dem Autor geht es vor allem um Pioniergeist und Dramatik, um die Tücken der Technik, um ungewollte Komik, um Schlafentzug und Presswehen.

Sendedaten
Sonntag, 18. Mai 2014, 13.50 Uhr
Thementag
© colourbox.deAbenteuer Weltraum
Sonntag, 18. Mai 2014, ab 6.05 Uhr
Archiv
Kubrick, Nixon und der Mann im Mond
Viele Menschen haben sich schon lange die Frage gestellt: Waren die Amerikaner wirklich auf dem Mond? 20 Prozent der Amerikaner glauben, dass die Fernsehaufnahmen von der Landung nur in einem Filmstudio gedreht wurden. Am 16.10.2002 wurde bewiesen, dass diese Minderheit recht hat: eine Dokumentation belegt, was viele Amerikaner schon immer wussten: Die Mondlandung war ein "Fake" ...
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