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Klein, kahlköpfig, gewissenhaft und diszipliniert: Fritz Kolbe in Zürich
Der ungeliebte Patriot
Fritz Kolbe - Spion gegen Hitler
"Ein Gentleman liest nicht die Post anderer Leute" - dieser diplomatische Ehrenkodex wurde dem wichtigsten Spion des Zweiten Weltkrieges zum Verhängnis. Von 1943 bis Kriegsende liefert Fritz Kolbe, Beamter im deutschen Auswärtigen Amt, den Amerikanern zahllose wichtige Dokumente, darunter rund 1.600 geheime Telegramme.
Der wichtigste Spion der Amerikaner in Deutschland
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Fritz Kolbe beim deutsch-amerikanischen Freundschaftstreffen in den 1950er Jahren
Kolbe Motiv: Er hasste die Nazis und wollte, dass Deutschland den Krieg so schnell wie möglich verliert. In Berlin und im Führerhauptquartier Wolfschanze saß Kolbe im Büro von Karl Ritter, dem Verbindungsmann der Diplomaten zur Wehrmacht. Nach außen war Kolbe eine unscheinbare graue Maus: effizient, fleißig und unauffällig.

Doch über seinen Schreibtisch gingen streng geheime Papiere über Flugzeug- und Raketenmotoren, erwartete Invasionen und Abwehrstellungen, einen Doppelagenten in der britischen Botschaft in Ankara, sowie eine Liste aller Militärbasen der Japaner. Er lieferte den Alliierten ferner den geheimen Lageplan von Hitlers Hauptquartier und den Angriffsbefehl auf einen amerikanischen Schiffskonvoi im Atlantik. Kolbes Warnung vor der Liquidation der Juden in Rom blieben ebenso ohne Konsequenzen wie die Informationen über die Deportation der ungarischen Juden.


Ehemalige Nazis im Amt verhindern Kolbes Rückkehr
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Fritz Kolbe
Ex-CIA-Chef Richard Helms bezeichnete Kolbe als besten Agenten, der er während des ganzen Krieges hatte, und sogar der amerikanische Präsident Roosevelt wurde über den "Meisterspion" im Zentrum des "Dritten Reiches" unterrichtet. Doch ein richtiger Profi war Kolbe nicht, sondern Überzeugungstäter. Mit Geheimakten, die er sich ans Bein band, reiste er im Nachtzug von Berlin nach Bern. Dort hatte er 1943 über einen Freund Kontakt zu Allen Welsh Dulles, einen Spion des CIA-Vorläufer OSS (Office of Strategic Services) hergestellt. Unter hohem persönlichen Risiko lieferte er den Westmächten bei sechs Schweiz-Besuchen Geheimmaterial aus dem innersten deutschen Machtzirkel. Seine Dienste ließ sich Kolbe übrigens nicht mit Geld bezahlen.

Doch dieser mutige Einsatz wurde nicht belohnt. Obwohl Kolbe das NS-Regime überlebte, wurde ihm die Anerkennung als Widerstandskämpfer lange verweigert. In den Augen seiner Diplomatenkollegen hatte er "das Vaterland verraten." Das Auswärtige Amt wurde nie "entnazifiziert" und beschäftigte hauptsächlich Beamte, die dort bereits in der Zeit des Nationalsozialismus ihren Dienst versahen. Laut einer Untersuchung des Auswärtigen Amtes aus dem Jahr 2005 waren im Jahr 1952 zwei Drittel der leitenden Beamten und vier Fünftel der Referatsleiter ehemalige Mitglieder der NSDAP.



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Sendedaten
In der Nacht von Donnerstag, 1. auf Freitag, 2. November 2012, 01.10 Uhr
Thementag
Spielfilme und Dokumentationen aus der Welt der Geheimdienste

Donnerstag, 1. November 2012
von 5.45 Uhr an
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