Die Stasi unterhielt auch mehrere Wohnungen in West-Berlin. Damit konnten häufige Grenzübertritte von Agenten aus Ost-Berlin bei ihren Einsätzen im Westen vermieden werden, denn die Spionageabwehr des Westen kontrollierte die Sektorengrenze ebenfalls. Viele Unterlagen wurden vor der Wende vernichtet. Nur die Kartei F 78 über West-Berliner Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit hat überlebt. Rund 1350 Karteikarten aus den Jahren 1960 bis 1989 sind noch vorhanden. Jede von ihnen steht für eine Spitzelakte beziehungsweise für eine konspirative Adresse. Die Auswertung der Kartei zeigt, dass das MfS in allen Bezirken über Informanten verfügte, am meisten mit 188 in Neukölln, am wenigsten mit 42 in Zehlendorf. Aber auch viele einmalige Andienungen von Bundesbürgern wurden registriert, die von der Stasi als unzuverlässig abgewiesen wurden.
Bernd-Jürgen Runge erzählt vom "Arbeitsalltag" eines IM im Westen und von seinen Gründen, für die Stasi Informationen zu sammeln. Renate Künast und Antje Vollmer erinnern sich an die Unterwanderung der Alternativen Liste (Die Grünen), Hannes Schwenger an die Zersetzungsbemühungen der Stasi, und der damalige Landesbischof Bischof Matrin Kruse berichtet von verwanzten Telefonen in seiner Wohnung.
Die Dokumentation stellt auch die Frage: Welchen Schaden hat die Stasi in West-Berlin wirklich angerichtet? Konnte der Geheimdienst überhaupt verstehen, was in dieser besonderen kulturellen Einheit West-Berlin vor sich ging? Was hat es genützt, so gut über alle Vorgänge in der Teilstadt unterrichtet zu sein?