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Lupe
Bundeskanzler Willy Brandt (l.) und Staatssekretär Egon Bahr bei einer Besprechung mit dem Generalsekretär der KPdSU Leonid Breschnew (r.)
Geheimoperation Ostpolitik
Am 7. Dezember 1970 machte eine Geste Schlagzeilen in aller Welt: Bundeskanzler Willy Brandt kniete während eines Staatsbesuchs in Polen vor dem Ehrenmal im Warschauer Ghetto nieder. Das wurde als deutliches Signal für eine neue Politik gegenüber den Ländern des Ostblocks verstanden. Diese neue Politik war so brisant und so umstritten, dass sie nur in aller Heimlichkeit angebahnt werden konnte.
Friedenssicherung, Entspannung und vorsichtige Annäherung - das waren die Ziele einer neuen Ostpolitik, die von der sozialliberalen Koalition unter ihrem Kanzler Willy Brandt in den Ostverträgen ab 1970 umgesetzt wurde. Sie löste in Teilen der bundesrepublikanischen Gesellschaft Stürme der Entrüstung aus, weil mit ihr die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze verbunden war. Aber sie war ein politischer Meilenstein in Europa - vielleicht der erste Schritt in Richtung einer Aufhebung der West-Ost-Teilung. Der sichtbare Teil dieser Politik hat eine hoch geheime und hoch spannende Vorgeschichte hinter den Kulissen.

Geschichte trägt Züge eines James-Bond-Films
Der Vertrag mit Moskau wurde in einem "geheimen Kanal" zwischen Brandt und Breshnew vorbereitet, über eine konspirative Verbindung zwischen Brandts Vertrautem Egon Bahr und den KGB-Agenten Wjatscheslaw Keworkow und Walerij Lednew. Die Gesprächspartner trafen sich jeweils unter größter Geheimhaltung. Auch der Deutschland-Experte des sowjetischen Außenministeriums, Valentin Falin, nahm an vielen Gesprächen teil. Der CIA verfolgte aufmerksam, was hier passierte, die DDR ahnte einiges und war nicht amüsiert. In den direkten deutsch-sowjetischen Geheimkontakten wurde nicht nur der Moskauer Vertrag vorbereitet. Keworkow rückte zum Beispiel auch mit einer großen Aktentasche voller Dollarscheine an, um durch Zahlungen an Abgeordnete das Misstrauensvotum gegen Brandt zum Scheitern zu bringen.

Die Dokumentation von Jürgen Bevers schildert, was hinter den Kulissen tatsächlich passierte. Die entscheidenden Akteure, Egon Bahr, Wjatscheslaw Keworkow und Valentin Falin sowie andere hochrangige deutsche Politiker erzählen ein Kapitel europäischer Politik, das in seinen Details bis heute, vierzig Jahre später, kaum bekannt ist. Ein Stück Geschichte, das bei aller Ernsthaftigkeit mitunter Züge eines James-Bond-Films trägt.


Sendedaten
Donnerstag, 1. November 2012, 11.55 Uhr
Hintergrund
Chronologie der Spionage im Kalten Krieg
Thementag
Spielfilme und Dokumentationen aus der Welt der Geheimdienste

Donnerstag, 1. November 2012,
von 5.45 Uhr an
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