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© RBB/US State Department Lupe
Spektakulärer Agentenaustausch am 11. Februar 1986
Die Glienicker Brücke
Letzte Hoffnung der Spione
Am 10. Februar 1962 fand der erste Agentenaustausch, Powers gegen Abel, auf der Glienicker Brücke statt An diesem Tag wurde sie mit einem Schlag weltberühmt - als Umschlagplatz für Spione, als Nadelöhr im Eisernen Vorhang. Seit dem Fall der Mauer herrscht wieder reger Verkehr auf dem einst geheimnisumwitterten Ort zwischen Potsdam und Berlin. Tausend Mal mehr Menschen überqueren heute die Brücke an einem Tag, als in den 40 Jahren der deutschen Teilung.
© RBB/BStU Lupe
Agentenaustausch am 11. Februar 1986
Februar 1986: Wie oft um diese Jahreszeit liegt die Glienicker Brücke im Nebel. Die Sicht beträgt kaum mehr als ein paar Meter, das Gebiet wird von "unauffälligen" Gestalten weiträumig abgeschirmt. Zwei Männer kommen sich auf der Brücke entgegen, ein Augenblick des Innehaltens, dann ist alles vorbei. Heute erinnert nur noch eine kleine Tafel an die dramatischen Geschehnisse, als sich für kurze Momente der Eiserne Vorhang hob. Mit dem spektakulären Austausch des sowjetischen Bürgerrechtlers Anatoli Schtscharanski im Februar 1986 endete das einzigartige Kapitel des Agententransfers. Ein Handel, in dem Kohl und Honecker, Reagan und Gorbatschow persönlich "mitspielten". Für viele war dass das Zeichen der Wende im Kalten Krieg.

Die Glienicker Brücke ist ein Ort mit vielen Gesichtern. Sie war ein wichtiges Verbindungsstück der legendären Reichsstraße 1 zwischen Aachen und Königsberg und lieferte die Kulisse für Helmut Käutners Film "Unter den Brücken", der 1944 im Bombenhagel gedreht wurde. Im Frühjahr 1945 flüchteten Tausende Berliner über die Glienicker Brücke gen Westen, bis sie schließlich von der Wehrmacht gesprengt wurde.


"Brücke der Einheit" wird zum Symbol der Teilung
© RBB/US State Department Lupe
Seit dem Fall der Mauer herrscht wieder reger Verkehr auf dem einst so geheimnisumwitterten Ort zwischen Potsdam und Berlin.
Die Glienicker Brücke verbindet seit dem 17. Jahrhundert die Havelufer zwischen Berlin und Potsdam. Zunächst als Holzkonstruktion errichtet, ersetzte man sie 1831 durch eine größere Steinbrücke nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Brücke dem anwachsenden Verkehr nicht mehr gerecht, so dass ein größerer Neubau an die Stelle der alten Steinbrücke trat. 1907 eröffnete man die neue Brücke aus Eisen und Stahl für den Verkehr.

In den letzten Tagen des 2. Weltkriegs umkämpften Deutsche und Russen die Brücke, wobei sie stark beschädigt wurde. Die russischen Besatzer ließen die Brücke bald reparieren und gaben ihr den programmatischen Namen "Brücke der Einheit". Und doch war sie zu DDR-Zeiten vor allem ein Symbol der Teilung. Am 10. November 1989 aber strömten Tausende über die Jahrzehnte lang bestbewachte Brücke der Welt Richtung West-Berlin. Ein Film von Daniel und Jürgen Ast


Sendedaten
Donnerstag, 1. November 2012, 7.00 Uhr
Hintergrund
Chronologie der Spionage im Kalten Krieg
Thementag
Spielfilme und Dokumentationen aus der Welt der Geheimdienste

Donnerstag, 1. November 2012,
von 5.45 Uhr an