© rbb/Gundula Krause
Die Zwillingsschwestern Ruth Malin und Regina Steinitz.
Die Püppchen aus der Auguststraße
Eine Zwillingskindheit in Berlin
„Ruthchen und Ginchen“ haben sich noch einmal auf den Weg zurück in ihre Kindheit gemacht. Vermutlich zum letzten Mal in ihrem Leben reist das Zwillingspaar, mittlerweile 85 Jahre alt, von Tel Aviv nach Berlin. Denn dort haben die beiden Jüdinnen die ersten Jahre ihres Lebens verbracht. Sie wollten damals Bühnenstars werden, doch dann kam alles anders...
Ruth und Regina sind in der Auguststraße in Berlin Mitte groß geworden. Bereits 1935 wurden der Mutter und ihren Kindern die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen, denn ihr Vater war Jude.

Fünf Jahre später starb ihre Mutter an Tuberkulose und die Mädchen kamen in Berlin in ein jüdisches Kinderheim.


Wieder einmal zu Besuch im Kino "Babylon".  © rbb/Gundula Krause Wieder einmal zu Besuch im Kino "Babylon".
Die Zwillinge kurz vor ihrem Auftritt.  © rbb Gundula Krause Die Zwillinge kurz vor ihrem Auftritt.

Noch einmal zurück zu den Orten der Kindheit

© rbb/Gundula Krause
Das Kino "Babylon" ist eines der wenigen erhalten gebliebenen Gebäude aus den 1920er-Jahren.
In der bewegenden Reportage führen die Zwillingsschwestern die Zuschauer an all jene Orte, die es ihnen möglich gemacht haben, dem Transport in ein Lager zu entkommen und so das sogenannte "Dritte Reich" zu überleben.

Der Höhepunkt ihres knapp einwöchigen Aufenthaltes in der deutschen Hauptstadt ist der Besuch im Kino Babylon. Dort haben die beiden Schwestern ihren ersten Film mit Shirley Temple gesehen. Sie wollten ihr nacheifern, wenn sie gekonnt hätten...

Nun, nach so vielen Jahren und fast am Ende ihres Lebens, dürfen sie im "Babylon" gemeinsam auf der Bühne stehen und ihren Kindheits-Traum endlich verwirklichen.


Sendedaten
Mittwoch, 27. Juni 2018, 11.45 Uhr

Die Püppchen aus der Auguststraße

Ein Film von Nadja Tenge und Sally M. Jaber. Aus der ARD-Reihe "Himmel & Erde"

Mehr zum Thema
Jude. Deutscher. Ein Problem?
In Deutschland leben mittlerweile wieder mehr als 100.000 Juden. Doch führen sie ein so normales Leben wie ihre Nachbarn? Wie steht es heute um jüdisches Leben, wenn Synagogen, Kultureinrichtungen und Schulen rund um die Uhr bewacht werden müssen?
Mehr über Regina Steinitz
Leben nach dem Überleben
Auch wenn Jahr für Jahr weniger Zeitzeugen zu den Holocaust-Gedenkveranstaltungen kommen, noch immer gibt es weltweit Tausende Überlebende - vor allem in Israel. Die renommierte Fotografin Helena Schätzle hat sie dort besucht und ihre Geschichten in einem ganz besonderen Buchprojekt festgehalten.
Multimediales Webspecial
© Sandra_DemmelhuberSchalom Berlin
In Berlin leben mittlerweile etwa 13.000 junge Israelis. Diese Gemeinschaft bildet eine ganz eigene Dynamik, die dem Leben in der Hauptstadt und der jüdischen Kultur in Deutschland neue Impulse gibt.
Weiter im Programm...
© rbbMein Gott, Walter!
Rabbiner Walter Rothschild ist blitzgescheit, witzig und sehr direkt. Mit seinem britischen Humor eckt er oft an und hat sogar zwei Jobs als Gemeinderabbiner verloren. Seitdem versucht der 62-Jährige, als Freiberufler über die Runden zu kommen.