© dpa/Jens Büttner
Grabmal des ersten Kaisers von China in Xian: 8.000 Soldaten und Pferde in Lebensgröße aus Ton gefertigt, sind seit 1974 freigelegt worden.
China
Weltschätze und Kochkünste im Land der Mitte
Das berühmteste Welterbe in China sind inzwischen die tönernen Soldaten des 1. Kaisers, die seit 2.200 vor Christus sein Grab bei Xian bewachen. Mit einer Dokumentation über den unterirdischen Grabpalast beginnt 3sat seinen Themennachmittag zu China.
Qin Shi Huangdi hatte ein Königreich nach dem anderen erobert und das erste chinesische Reich geschaffen. Alles war ihm gelungen. Nur das Elixier der Unsterblichkeit, nach dem er rastlos hatte suchen lassen, blieb unauffindbar. Die Angst vor dem Tod beherrschte den Herrscher so sehr, dass er gleich nach der Thronbesteigung mit dem Bau seines unterirdischen Grabpalastes begann, da er sich ein Leben im Jenseits nur als Fortsetzung des irdischen Lebens vorstellen konnte.

Skulptur von Qin Shi Huangdi:  1974 entdeckte ein Bauer beim Brunnenbau einen Soldatenkopf.  © dpa Skulptur von Qin Shi Huangdi: 1974 entdeckte ein Bauer beim Brunnenbau einen Soldatenkopf.
Seitdem ist erst ein Bruchteil der Terrakotta-Armee ausgegraben. © dpa Seitdem ist erst ein Bruchteil der Terrakotta-Armee ausgegraben.

8.000 Soldaten und Pferde

Deshalb konnte er auch nach dem Tod nicht auf seine Armee verzichten. 8.000 Soldaten und Pferde in Lebensgröße aus Ton gefertigt, sind seit 1974 anderthalb Kilometer östlich des Grabhügels freigelegt worden. An anderen Stellen auf dem mehrere Hektar großen Grabareal fand als Beigabe bronzene Reisewagen in halber Originalgröße, Waffen und Reste von Stallungen.

Die Fundstücke sind fast 4.000 Jahre alt

© SWR
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Ursprünglich waren die Soldatenfiguren bunt bemalt.
Heute glaubt man den Annalen, in denen es heißt: "Um die Grabkammer errichten zu können, mussten drei unterirdische Ströme durchstoßen werden. Den äußeren Sarg verschlossen sie mit Kupfer. Die Grabkammer füllten sie mit Modellen von Palästen, Türmen und den hundert Ämtern, mit wertvollen Steinen und Gefäßen und wunderbaren Kostbarkeiten."

Schon das Wenige, das heute freigelegt ist, übertrifft an Größe und Ausstattung die bekannten Herrschergräber der Welt. Das Grab ist verborgen unter einem großen Erdhügel. Ihn zu öffnen bleibt künftigen Generationen vorbehalten.


Weitere Filme am Mittwoch:


Kulinarische Schatzsuche in Asien – Teil 1 (13:35 Uhr)

© SWR Along Mekong Productions
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In Südchina findet Mark Brownstein "Buddhas Finger": eine Zitrone, die leicht bitter ist.
Mark Brownstein, ein Amerikaner mit Wohnsitz in Hongkong, hat einen ungewöhnlichen Job: Er sucht unbekannte Speisen oder Zutaten, um sie Spitzenköchen in aller Welt anzubieten.

Vor allem in Asien findet er alte, vergessene oder nur regional bekannte Köstlichkeiten. Der Zweiteiler "Kulinarische Schatzsuche in Asien" begleitet Mark Brownstein bei der Arbeit. Teil eins führt nach China.


Kulinarische Schatzsuche in Asien – Teil 2 (14.20 Uhr)

© SWR /Along Mekong Productions
"Sexy" findet Mark diese uralte Diätspeise "Liangfen".
Die zweite Folge führt Foodhunter Mark Brownstein in die chinesische Hafenstadt Qingdao, wo er "Liangfen", ein Algen-Gelee, sucht.

Frau Li, eine rüstige Rentnerin, stellt sie in ihrer winzigen Küche her und verrät ihm das Rezept. Mark bringt die Entdeckung gleich zum spanischen Avantgarde-Koch Willy Moreno nach Shanghai. Der ist begeistert und zaubert damit eine ungewöhnliche Seafood-Tapa.


Im Steppenwind (15.00 Uhr)

© SWR/Zhang Wei
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Für seine Aufnahmen fliegt Nuomin He gewagte Manöver in tückischen Winden.
Nuomin He ist fliegender Landschaftsfotograf und weltweit der einzige professionelle Luftbildfotograf, der für seine Aufnahmen stets selbst am Steuerknüppel sitzt.

Ganz selten nur werden einem westlichen Kamera-Team Luftaufnahmen in China erlaubt. Doch Frank Sieren und sein Team durften Nuomin He bei einigen Flügen begleiten. Täglich erleben die Filmemacher den Widerspruch zwischen mongolischen Traditionen und chinesischem Wirtschaftswunder.


Chinas wilder Fluss (15.45 Uhr)

© NDR
Ganz im Norden von Yunnan ist der Lancang Jiang ein reißender Fluss, der sich durch tiefe, karg bewachsene Täler windet.
Der Mekong ist die Lebensader Asiens. Der große Fluss entspringt den Bergen Tibets und strömt durch sieben Länder, bevor er das südchinesische Meer erreicht.

Fast die Hälfte des Flusses erstreckt sich auf chinesischem Gebiet.
Von den Quellen in den tibetischen Bergen bis zur subtropischen Provinz Yunnan heißt er Lancang Jiang - wilder Fluss. Korrespondentin Ariane Reimers reist an seinen Ufern entlang.


Der Kaiserkanal in China (16.15 Uhr)

© SWR/Along Mekong Productions
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Der "Da Yunhe", "Großer Transportfluss", wie die Chinesen ihn nennen, passiert 30 Städte mit mehr als drei Millionen Bewohnern.
Der Kaiserkanal in China verbindet Peking mit dem Gelben Fluss. Mit seinen 1.800 Kilometern ist er die längste künstliche Wasserstraße der Welt, 2500 Jahre alt und bis heute in Betrieb.

Der Kanal schafft eine Verbindung zur fruchtbaren Jangtse-Mündung und gilt neben der Chinesischen Mauer als bedeutendstes Bauwerk des alten China. In seinem Wasser spiegeln sich die wechselvolle Geschichte der Kaiserdynastien und der Wandel des heutigen China.


Die kleine Bahn von Sezuan (17.00 Uhr)

© NDR
Sprichwörtlich alles muss mit dem kleinen Dampfzug transportiert werden.
In den entlegenen Tälern von Sezuan im Herzen Chinas hören die Straßen einfach auf. Eine kleine Schmalspurdampfbahn ist hier seit Maos Zeiten die einzige Verbindung zwischen acht Dörfern.

Sprichwörtlich alles muss mit dem kleinen Dampfzug transportiert werden, Mensch und Vieh, Gemüse und Gepäck, Möbel und Mountainbikes. Die Gleise winden sich an Felshängen entlang und durch acht Tunnel zwischen dem Marktort Shixi und der Bergbaustadt Bajagou.


Die Tropeninsel Hainan (17.45 Uhr)

© NDR/Sven Jaax
Fischmarkt am Morgen. Auf der chinesischen Insel Hainan gehört Meeresgetier aller Art zu den Grundnahrungsmitteln.
Hainan war einmal ein nahezu unberührtes Eiland im Südchinesischen Meer. Jetzt lockt Chinas einzige Tropeninsel als Urlaubsparadies mit Palmen, weißen Stränden und Sonne.

Jährlich kommen etwa 13 Millionen Urlauber, fast ausschließlich Chinesen. Sie tragen schlafanzugähnliche Freizeitkombinationen in schrillen bunten Farben, dazu Sonnenschirmchen. Denn nichts wäre peinlicher, als braun gebrannt nach Hause zu kommen.


Sendedaten
Mittwoch, 18. April 2018, 13.20 Uhr
Schätze der Welt – Xian, China
Ein Film von Gisela Mahlmann

Mittwoch, 18. April 2018, 13.35 Uhr
Der Foodhunter in China (1/2)
Ein Film von Bernd Girrbach und Rolf Lambert

Mittwoch, 18. April 2018, 14.20 Uhr
Der Foodhunter in China (2/2)
Ein Film von Bernd Girrbach und Rolf Lambert

Mittwoch, 18. April 2018, 15.00 Uhr
Im Steppenwind
Ein Film von Frank Sieren

Mittwoch, 18. April 2018, 15.45 Uhr
Chinas wilder Fluss
Ein Film von Ariane Reimers

Mittwoch, 18. April 2018, 16.15 Uhr
Der Kaiserkanal in China
Film von Bernd Girrbach und Rolf Lambert

Mittwoch, 18. April 2018, 17.00 Uhr
Die kleine Bahn von Sezuan
Film von Film von Ralf Quibeldey

Mittwoch, 18. April 2018, 17.45 Uhr
China unter Palmen
Film von Film von Sven Jaax

Info
© dpaEin Land der Superlativen
China gehört zu den ältesten Zivilisationen und Hochkulturen der Menschheit. Schriftliche Aufzeichnungen sind über 3.500 Jahre alt. Das Kaiserreich China, 221 v. Chr. von Kaiser Qin Shi Huangdi gegründet, überdauerte mehr als 2.000 Jahre. Zwölf Dynastien herrschten während dieser Zeit.
Am 1. Januar 1912 rief Sun Yatsen die Republik China aus.

Die Fläche Chinas beträgt 9.597.985 Quadratkilometer. Es ist damit etwa so groß wie die USA. Die Ausdehnung Chinas von Norden nach Süden beträgt 4.500 Kilometer; die Ost-West-Ausdehnung 4.200 Kilometer. Die Küstenlänge aller Seegrenzen Chinas beläuft sich auf 14.500 Kilometer.

Mit 1,4 Milliarden Einwohnern ist China das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Im Jahr 2016 war China mit rund 511 Milliarden US-Dollar das Land mit dem größten Handelsbilanzüberschuss, vor Deutschland und Russland.

Klicktipps auf 3sat.de
China-Beben
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Überwachungsstaat China
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