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Mittwoch, 24. Juni
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Bankentürme in Frankfurt - 74 Milliarden Euro hat die Bankenrettung gekostet. Sehen Sie die ganze Sendung (45 Min)
Banken außer Kontrolle
Wie die Politik uns in die Krise führte
Die Finanzkrise kam über Deutschland wie ein Tsunami, von weit her und völlig unvorhersehbar. Verantwortlich sind die USA, die Leidtragenden sind wir. Diese These ist ebenso eingängig wie falsch.
IKB, Sachsen LB, West LB, HRE und Commerzbank - so heißen die deutschen Verursacher der Katastrophe. In London liefen die Landesbanken nur unter "Stupid Germans", denen man jedes Schrottpapier unterjubeln konnte. Warum durften die Landesbanken hoch riskante Produkte handeln, ganz nach Manier der aggressiven Investmentbanker in New York und London? Und warum kommt es - entgegen allen Vorwarnungen - zur Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank? Einige Wochen später war die Commerzbank pleite, der damalige Finanzminister Peer Steinbrück gibt sich völlig überrascht, zähneknirschend springt er mit Milliarden Steuergeldern ein.

"Rückblickend hätten wir mehr regulieren müssen"
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Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank
"Rückblickend", so Ex-Finanzminister Hans Eichel heute, "hätten wir mehr regulieren müssen". Auch Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, zeigt sich selbstkritisch: "Die Transparenz [...] war plötzlich sehr verwässert, weil niemand mehr das Ganze im Griff hatte." Eine Aufarbeitung der Finanzkrise aus deutscher Sicht steht immer noch aus, obwohl die Steuerzahler bis heute knapp 75 Milliarden Euro für die Bankenrettungen bezahlt haben. Von der Euphorie des Börsenfiebers der 1990er Jahre ist nicht viel übrig. Quer durch die Parteien gibt es heute Befürworter einer Regulierung der Finanzmärkte. Die aber kommt nur schleppend voran. Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht Deutschland zumindest auf einem guten Weg: "Wir wären blöd, wenn uns das nochmal passieren würde."

"Die Banken sind den Regulierern voraus"
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Finanzminister Wolfgang Schäuble
Selbst Hilmar Kopper, Ex-Deutsche Bank-Chef, räumt ein, die Branche sei "leider den Regulierern voraus". Er wünsche sich Leitplanken, die der neuen Geschwindigkeit und Verkehrsdichte des Finanzmarktes gewachsen seien. Dem entspricht der etwas leutselige Wunsch des amtierenden Finanzministers Schäuble, die Branche müsse einfach für mehr Transparenz sorgen, mit Produkten, "dass man sie auch versteht". Die Politik - das gibt Schäubel indirekt zu - ist mit der Beaufsichtigung der Finanzmärkte überfordert. Aber die Alternative, sie sich selbst zu überlassen, ist noch schlimmer. Vor der Krise "waren die Finanzmärkte so dereguliert, dass sie sich selbst zerstört haben", betont Schäuble.

Sehen Sie am Montag, 20. November 2014, 21.00 Uhr eine Reportage von Julia Klüssendorf und Stefan Jäger über die Bankenkrise und zockende Landesbanken. Die Autoren zeigen, wie alle Regierungen in Deutschland seit den 1990ern die vorhandenen Alarmsignale ignoriert haben. Die Autoren blicken hinter die Kulissen und zeigen, warum unsere Politiker den Bankern freie Hand ließen.


Sendedaten
Montag, 20. November 2014, 21.00 Uhr
Übersicht
85. Jahrestag Weltwirtschaftskrise
Makro: Banken
Banken ohne Regeln?
Seit der Finanzkrise gibt es jede Menge neuer Regulierung, um den Banken das Zocken zu verleiden. Einerseits. Andererseits drängt sich der Verdacht auf, dass sich das Geschäftsmodell des too big to fail fest etabliert hat.
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