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Dienstag, 20. April
© rbb/ Jüdisches Museum Lupe
Am 14. Mai 1948 ruft David Ben Gurion den Staat Israel aus. Überall feiern die Juden diesen historischen Tag. Aus dem Märchen vom Judenstaat ist Realität geworden - endlich eine jüdische Heimat, endlich frei!
Transit Berlin
Heimatlose Juden in der Stunde Null
Das zerstörte Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit war ein bedeutender Flucht- und Sammelort der überlebenden Juden Ost-Europas. In Lagern in Berlin wurden für Heimatlose - so genannte "DPs" - Unterkünfte bereitgestellt.
"Displaced Persons" mit dem Ziel Palästina
© rbb/ Jüdisches Museum Lupe
Das Düppel-Center wird von den Vereinten Nationen betrieben.
Mehr als 120.000 jüdische Flüchtlinge strandeten nach der Flucht aus Osteuropa im zerstörten Berlin. "Displaced Persons", kurz "DP", hießen sie im Verwaltungsjargon, doch ein Konzept, was mit den entwurzelten und traumatisierten Menschen geschehen sollte, gab es nicht. Sie waren überlebende Juden aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nazis oder Juden, die sich vor ihren Häschern verstecken konnten. Ab Anfang 1946 gelangten täglich über 200 Heimatlose "illegal" in die Westsektoren der Stadt. Viele andere flohen über die Alpen nach Italien und weiter nach Palästina.

In Berlin wussten die Alliierten zunächst nicht, was sie mit den Flüchtlingen machen sollten. Die Engländer, die auch Palästina verwalteten, waren gegen eine Weiterreise ins "Gelobte Land", und auch viele überlebende Juden wussten zunächst nicht, wohin sie gehen sollten.


Die jüdischen Überlebenden in Deutschland
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Sport im Düppel-Center
Die schnell von den Besatzungsmächten errichteten Transitlager entwickelten sich in kurzer Zeit zu jüdischen Stettels mit Schulen, Theatertruppen und zionistischen Gruppierungen jeder Couleur. In Berlin-Schlachtensee wurde ein ehemaliges Gelände der Wehrmacht genutzt, und Baracken wurden zu Wohnungen umgebaut.

"Ich bin im Juli 1946 in Schlachtensee angekommen," erzählt die ehemalige Bewohnerin Rachel Abramowitz. "Mit wurde ein Platz auf dem Boden der Polizeistation zum Schlafen zugewiesen, es gab schlicht keinen anderen Platz. Das Lager wurde zu diesem Zeitpunkt immer voller: Viele kamen aus Polen, sie hatten in der Sowjetunion überlebt. Eigentlich sollte Schlachtensee ja ein Durchgangslager sein, aber durch die vielen jüdischen Flüchtlinge aus Osteuropa wurde es eine Dauereinrichtung," so die ehemalige Bewohnerin Abramowitz. Sie ist heute über 80 Jahre alt und lebt in Miami.


Insgesamt hat die zionistische Fluchtorganisation Brichah 350.000 Juden von Osten nach Westen geschleust - 100.000 davon nach Berlin. © rbb/ Jüdisches MuseumLupeFlucht
ie wandern nach Westen. Fluchtort Berlin. Ab November 1945 kommen Tag für Tag 200 Menschen an, heimatlos und ohne Papiere. © rbb/ Jüdisches MuseumLupeHeimatlos
Auf dem Weg nach Westen. © rbb/ Jüdisches MuseumLupeAuf dem Weg
Das Lager in Schlachtensee ist ein Zentrum der politischen Debatte. Alle Ideologien sind vertreten. Hitzige Diskussionen jeden Tag - der Staat Israel, wie soll er sein? © rbb/ Jüdisches MuseumLupeStaat Israel?
Eichborndamm, Berlin-Wittenau, Französischer Sektor. Hier wird Ende 1945 ein erstes Auffanglager für jüdische Flüchtlinge eingerichtet. © rbb/ Jüdisches MuseumLupeWittenau

Einziger Kontakt zu Deutschen: der Schwarzmarkt
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Überlebenden Juden
Auch Berlin-Wittenau und Mariendorf wurden Lager eröffnet. Die Vereinten Nationen gaben Ausweispapiere an die Flüchtlinge heraus, die eine Weiterreise ermöglichten. Viele beantragten auch Visa für Brasilien oder die USA. Während der Wartezeit bildeten sich viele Bewohner weiter, denn es gab die Möglichkeit, Mechaniker oder Elektroniker zu werden. Kontakt zur Außenwelt hatte das DP-Camp kaum. Schlachtensee war durch einen Zaun von den umliegenden Häusern und Straßen getrennt. Die einzige regelmäßige Verbindung war der Schwarzmarkt.

Eine vergessene Epoche ostjüdischen Lebens
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Weiterreise nach Palästina
Das Lager wurde im Sommer 1948, mit einem Vorlauf von nur wenigen Wochen, aufgelöst: Viele hat diese Entscheidung sehr überraschend getroffen und waren deswegen bestürzt. Die meisten Bewohner fühlten sich prinzipiell wohl im Lager und wollten länger bleiben, denn sie waren sich noch nicht klar, ob sie nach Amerika gehen wollten, oder nach Palästina auswandern. "Es war, als hätte man ihnen überraschend die Wohnung gekündigt," bringt es der Filmemacher Gabriel Heim auf den Punkt. Bis zur Auflösung im Sommer 1948 durchliefen über 120.000 Menschen die drei DP-Lager Berlins. Diese kurze, aber bedeutende Epoche ostjüdischen Lebens inmitten der noch traumatisierten Deutschen ist völlig in Vergessenheit geraten.

Sehen Sie am Sonntag, 27. Januar 2013, 12.15 Uhr einen Dokumentarfilm über heimatlose Juden in der Stunde Null. Der Filmautor Gabriel Heim lässt diese Vergangenheit in einem packenden Film wieder aufleben: mit Zeitzeugen, historischem Filmmaterial und vielfältigen fotografischen Dokumenten.


Sendedaten
Sonntag, 27. Januar 2013, 12.15 Uhr
Holocaust-Gedenktag
Nicht alle waren Mörder
Der packende Fernsehfilm erzählt von der Kindheit des jüdischen Schauspielers Michael Degen in der Nazizeit in Berlin.

Sonntag, 27. Januar 2013, 20.15 Uhr
Holocaust-Gedenktag
Morgen ist ein anderer Tag
John Weiner wäre heute vermutlich nicht mehr am Leben, wenn der Dorfpolizist Max Maurer ihn nicht versteckt hätte.

Sonntag, 27. Januar 2013, 11.15 Uhr
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