Über 8.500 verschiedene Inhaltsstoffe können in Kosmetika stecken. Anders als bei Lebensmitteln ist es gesetzlich nicht vorgeschrieben, was in Lippenstift und Co enthalten sein darf. Statt einer Positivliste existieren nur Listen mit verbotenen Stoffen, die ca. 1.400 Substanzen umfasst. Häufig verbergen sich in Kosmetika Gifte, die unfruchtbar machen und sogar Krebs auslösen können. Selbst Experten können die Bestandteile von Cremes und Pudern nicht bestimmen und die staatlichen Lebensmittelkontrolleure hinken der Entwicklung noch weiter hinterher. Sie können unter den vielen Millionen Kosmetik-Produkten, die in Deutschland verkauft werden, nur Stichproben machen und noch nicht einmal Testen ob eine der 1.400 verbotenen und für die Gesundheit schädlichen Substanzen in dem Produkt enthalten ist - sie müssen sich auf wenige Stoffe beschränken, die sie testen können.
Auch Konservierungsmittel wie zum Beispiel "Alcohol Denat" (billiger vergällter Alkohol – wie z. B. Spiritus) können Reizungen hervorrufen. In schwarzen Henna-Tattoos kann das hochgefährliche Allergen Para-Phenylenediamin stecken. Aber auch die Duftstoffe und vor allem die Mischungen aus verschiedenen (oftmals billigen) Duftstoffen kann Allergien auslösend wirken. Rund 2500 bis 3000 verschiedene Duftstoffe sind bekannt. Sie gelangen über die Haut oder die Atemwege in den Körper und haben ein hohes allergenes Potenzial - über eine Million Bundesbürger reagieren auf Duftstoffe allergisch. (Siehe Link zum BVL)
Für die behandelnden Ärzte ist die Diagnose auch deshalb schwierig, weil immer wieder neue, noch unbekannte Inhaltsstoffe auftauchen. "Die Identifikation eines Stoffes als Allergen ist also nicht nur aus diagnostischer Sicht von Bedeutung, sondern auch aus epidemiologischer und gesundheitspolitischer Sicht", sagt Axel Schnuch. Um neue Stoffe zu identifizieren, sei eigentlich eine "kontinuierliche Überwachung der Situation in der Bevölkerung" notwendig, meint der Dermatologe.
Hilft es also nur noch biologische und naturnahe Kosmetik zu verwenden? Nein, denn Etikettierungen wie "Naturkosmetik" sind nicht geschützt. Die Firmen können ihren Produkten diese Labels selbst beifügen. Es gibt aber Naturkosmetikfirmen, die tatsächlich hohe Standards festgelegt haben und diese unabhängig zertifizieren lassen. Doch auch hochwertige Produkte seien nicht auf jeden Fall "gesünder", meint Axel Schnuch.Für Allergiker ist auch die Anwendung mancher Kosmetikprodukte riskant, wenn "Natur", "pflanzlich" oder "bio" draufsteht.
Das Filmteam macht sich auf die Suche und findet Menschen, die durch Schminke nicht jünger und schöner, sondern krank und berufsunfähig geworden sind, und forscht nach den Ursachen. Häufig verbergen sich in Kosmetika Gifte, die unfruchtbar machen und sogar Krebs auslösen können. Besonders fatal: Gerade in Kinderkosmetik aus China werden häufig giftige Chemikalien gefunden. Die Autorin reist in die schmutzige Welt der Schönheit und des Etikettenschwindels. Sie deckt unter anderem in Indien Kinderarbeit bei der Henna-Produktion auf und erfährt in China, dass für Lippenstifte dieselben Chemikalien wie für Wandfarben eingesetzt werden.