Hans Paul sieht aus wie ein netter Onkel von nebenan. Nur wenn er darüber berichtet, wie er arbeitet, dann kommt der Zuhörer ins Grübeln: Hans Paul ist der bekannteste deutsche Paparazzo. Verkleidet mit einem harmlosen Briefträgeroutfit hört er sich in den Promivierteln der Großstätte um, welches bekannte Gesicht wo zuletzt gesehen wurde. Einem Briefträger erzähle man gerne etwas, entschuldigt er seine Verkleidung. 95 Prozent seiner Arbeit sei "Schnüffeln" - nur fünf Prozent "Abschuss". "Abschuss" - so nennt er es, wenn er ein prominentes Gesicht beim Einkaufen, ohne deren Zustimmung, abgelichtet hat. Die meiste Zeit beobachtet er aber nur. Dann schläft er sogar in seinem Kombi, in dem auch ein Motorrad und ein motorgetriebener Gleitschirm einsatzbereit sind. Für ein Bild eines A-Promi bekommt der Fotograf bis zu 20.000 Euro. Geld sei für ihn allerdings kein Anreiz - er nennt es eine Passion. Auch Oliver Pocher habe er schon auf der Straße "abgeschossen" - in genauem Wissen, das Bild nie verkaufen zu können. Pocher soll gegen jegliche Veröffentlichung eines "Abschusses" klagen – in Deutschland sein gutes Recht. Seine Bilder seinen deswegen unverkäuflich.