Es gibt gute Gründe, vegetarisch zu leben: 18 Prozent der globalen Klimagase werden durch die Fleischproduktion verursacht. Das ist mehr als der Autoverkehr. Für die Rindfleischproduktion wird der Amazonas gerodet. Rund zehn Millionen Hektar Regenwald verschwinden derzeit jährlich. Mehr als vier Fünftel der gerodeten Wälder in Brasilien wurden in Weideflächen für Rinder umgewandelt.
Früher waren Vegetarier und Veganer ein kleines verschrobenes Grüppchen. Heute ernähren sich nach aktuellen Untersuchungen acht Prozent der Bevölkerung Deutschlands rein vegetarisch. 1986 waren es nur etwa ein Prozent. Die Deutsche Vegetarier Union geht von neun Prozent Vegetariern und Veganern aus: Das sind ca. 7,38 Millionen Menschen. Der Anteil in England beträgt sechs Prozent, in Indien 40 Prozent, in der Schweiz neun Prozent. In allen anderen europäischen Länder und in den USA gibt es im Durchschnitt sehr viel weniger Vegetarier als in Deutschland.Und in Deutschland ist die Bereitschaft kein oder weniger Fleich zu essen sehr groß: Das eher konservative Institut Allensbach ermittelte, das 26 Prozent auf die Frage "Was bedeutet für sie gesundes Essen?" antworteten: "Weniger und kein Fleisch essen."
Wie wird es Sigrid Faltin ergehen, wenn sie von einem Tag auf den anderen zum Vegetarier wird? Fällt ihr der Verzicht schwer? Sigrid Faltin trifft sich mit einer Ökoberaterin, die ausrechnet, was sie der Umwelt an Kohlendioxid erspart. Und sie trifft einen vegetarischen Ernährungsberater, der ihr sagt, worauf sie achten muss bei der Umstellung, und einen veganen Koch, der sie davon überzeugen will, dass eine Soja-Ersatz-Roulade genauso schmeckt wie eine echte Rinderroulade. Ein ehrlicher Selbstversuch mit einer kleinen Krise zwischendurch und vielen neuen Erkenntnissen.