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Dienstag, 20. April
© SWR/  Faltin Lupe
Die Autorin Sigrid Faltin beim Selbstversuch - 182 Tage nicht Fisch nicht Fleisch.
Fleischlos glücklich?
... und Fisch gibt's auch nicht!
Deutschland ist Fleischland: Über 90 Prozent der Bevölkerung essen regelmäßig Fleisch, und in keinem Land liegen so viele Aufschnitt-Sorten in der Fleischtheke. Doch Mediziner und Ökologen sehen Fleischkonsum mit anderen Augen und raten zur Zurückhaltung. Ist vegetarisch Leben eine Alternative? Wie fühlt es sich an, ein Jahr auf Fleisch zu verzichten? Der Selbstversuch einer Autorin für eine bestimmte Zeit als Vegetarierin zu leben.
Mein Metzger wird eine gute Kundin verlieren
© SWR Lupe
Vegan-Koch Björn Moschinski kocht - das korrekte Dinner - vegane Rinderroulade.
Sigrid Faltin isst gerne Fleisch und Wurst, aber nach der Silvestergans soll Schluss sein. Das ist ihr Vorsatz für das neue Jahr: "Ich werde Vegetarierin auf Zeit und verzichte (zumindest erst einmal) ein halbes Jahr lang auf Fisch und Fleisch. Kein Tier soll wegen mir mehr sterben. Die Massentierhaltung findet ab jetzt ohne mich statt, und alles wird dokumentiert im Ernährungs-Tagebuch. Mein Metzger wird eine gute Kundin verlieren, mein Fleisch essender Mann knurrt, mein Arzt rät mir dazu." Das ist die Ausgangslage.

Es gibt gute Gründe, vegetarisch zu leben: 18 Prozent der globalen Klimagase werden durch die Fleischproduktion verursacht. Das ist mehr als der Autoverkehr. Für die Rindfleischproduktion wird der Amazonas gerodet. Rund zehn Millionen Hektar Regenwald verschwinden derzeit jährlich. Mehr als vier Fünftel der gerodeten Wälder in Brasilien wurden in Weideflächen für Rinder umgewandelt.


Kann man einfach so zum Vegetarier werden?
© SWR Lupe
Die Wochenration im Mai.
Von Fleisch werden viel weniger Menschen satt als von Getreide. Auch gesundheitlich spricht alles dafür, seinen Fleischkonsum zumindest zu reduzieren, wenn nicht sogar einzustellen.

Früher waren Vegetarier und Veganer ein kleines verschrobenes Grüppchen. Heute ernähren sich nach aktuellen Untersuchungen acht Prozent der Bevölkerung Deutschlands rein vegetarisch. 1986 waren es nur etwa ein Prozent. Die Deutsche Vegetarier Union geht von neun Prozent Vegetariern und Veganern aus: Das sind ca. 7,38 Millionen Menschen. Der Anteil in England beträgt sechs Prozent, in Indien 40 Prozent, in der Schweiz neun Prozent. In allen anderen europäischen Länder und in den USA gibt es im Durchschnitt sehr viel weniger Vegetarier als in Deutschland.Und in Deutschland ist die Bereitschaft kein oder weniger Fleich zu essen sehr groß: Das eher konservative Institut Allensbach ermittelte, das 26 Prozent auf die Frage "Was bedeutet für sie gesundes Essen?" antworteten: "Weniger und kein Fleisch essen."

Wie wird es Sigrid Faltin ergehen, wenn sie von einem Tag auf den anderen zum Vegetarier wird? Fällt ihr der Verzicht schwer? Sigrid Faltin trifft sich mit einer Ökoberaterin, die ausrechnet, was sie der Umwelt an Kohlendioxid erspart. Und sie trifft einen vegetarischen Ernährungsberater, der ihr sagt, worauf sie achten muss bei der Umstellung, und einen veganen Koch, der sie davon überzeugen will, dass eine Soja-Ersatz-Roulade genauso schmeckt wie eine echte Rinderroulade. Ein ehrlicher Selbstversuch mit einer kleinen Krise zwischendurch und vielen neuen Erkenntnissen.


Sendedaten
Freitag, 24. August 2012, 20.15 Uhr
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