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Dienstag, 20. April
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Schicksalsschlag: Bei Yvonne J. wurde im Alter von 41 Jahren Alzheimer - in einer seltenen und erblichen Form - diagnostiziert. Auch ihr Sohn hat ein 50-prozentiges Risiko, das krankmachende Gen zu tragen.
Die großen Volkskrankheiten
Folge 2: Alzheimer
Es gibt kaum eine Erkrankung, die mehr gefürchtet wird als Alzheimer und die mit ihr einhergehende Demenz. Alzheimer ist nicht nur tödlich und unheilbar, der Krankheitsverlauf raubt den Betroffenen ihre Persönlichkeit und Würde. Die Alzheimersche Erkrankung lässt nach und nach eine große Menge von Nervenzellen im Gehirn absterben - bis der Mensch nicht mehr weiß, wer er ist.
Hoffnung im Kampf gegen das Vergessen
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Rätsel: Was ist die Ursache von Alzheimer? Wann beginnt der Zerfall von Nervenzellen im Gehirn? Noch immer tappen Ärzte und Wissenschaftler im Dunkeln.
Bei Yvonne J. wurde im Alter von nur 41 Jahren Alzheimer diagnostiziert. Ein Schock für die Mutter eines elfjährigen Sohnes. Yvonne arbeitete als Bürokauffrau und den Arbeitskollegen und ihrem Ehemann war eine überdurchschnittliche Vergesslichkeit aufgefallen. Als Yvonne das Computerpasswort mehrmals am Tag vergaß, suchte sie die Universitätsklinik in Frankfurt auf. Die Demenzspezialisten dort diagnostizierten bei ihr Alzheimer und eine daraus resultierende Depression. Ein schwerer Schicksalsschlag, auch für ihren Ehemann und den Sohn. Denn Yvonne, so vermuten ihre Ärzte, leidet an einer seltenen Form von Alzheimer, die erblich ist. Mit einem Gen-Test soll nun herausgefunden werden, ob sie die krankmachende Erbanlage tatsächlich in sich trägt. Wäre das der Fall, wird auch ihr Sohn mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit an Alzheimer erkranken.

Medikamente verlangsamen die Krankheit nur
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Hoffnung: An Mäusen wurden neue Medikamente gegen Alzheimer erstmals getestet.
Patienten mit erblichem Alzheimer, das in jungen Jahren auftritt, sind für die Forscher, die ein Medikament gegen die Volkskrankheit entwickeln wollen sehr wichtig. Mit Hilfe von Yvonne suchen die Forscher nach den Ursprüngen der Erkrankung, nach den allerersten Anzeichen von Alzheimer im Gehirn. Ihre Hoffnung: Wenn man Jahre vor dem geistigen Verfall mit einer Therapie beginnt, lässt sich die Erkrankung vielleicht stoppen. Denn auch modernste Medikamente werden zur Zeit erst verabreicht, wenn der geistige Verfall bereits begonnen hat. Und dann sind schon große Teile des Gehirns unwiederbringlich zerstört.

Bis heute sind die Forschungen weitestgehend ergebnislos. Kein Medikament, dass an Menschen getestet wurde, führte zur Heilung, sondern verlangsamte nur den Prozess des Gedächtnisschwunds. Daher rechnen Wissenschaftler damit, dass sich die Zahl der Demenzkranken in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. Doch Tierversuche habe eine Reihe von vielversprechenden Ergebnissen gebracht.


Fortschritte bisher nur im Tierversuch
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Medikamententest: Prof. Frank Jessen aus Bonn hat an mehreren Alzheimer-Patienten ein neues Medikament getestet. Wird es auch wirken?
Eine Hoffnung bleibt: Die steckt ausgerechnet dort, wo die Krankheit besonders früh zuschlägt. Denn relativ junge Patienten haben ein besonders "reines" Alzheimer, ohne andere Alterserscheinungen, die die Gehirnaktivität ebenfalls beeinträchtigen - ein Glücksfall für Forscher. Dr. Eva-Maria Mandelkow und Prof. Dr. Eckhard Mandelkow von der Max-Planck-Gesellschaft haben es geschafft, verknäulte Proteine im Gehirn von Mäusen mit Alzheimer aufzulösen und somit ihre Erinnerungsfähigkeit zu steigern. Ob diese Ergebnisse auf den Menschen anwendbar sind, muss sich aber noch zeigen.

Auch Freiburger Forscher haben an der Entwicklung eines neuen Hemmstoffs gegen die Zellen zerstörenden Alzheimer-Plaques mitgewirkt. Eine neue Substanz blockiere den Transport einer Vorstufe der schädlichen Eiweißablagerungen ins Gehirn, wie Versuche an Mäusen zeige. Das Einstömen dieses Amyloids hätte sich dadurch um bis zu 97 Prozent verringert. Gleichzeitig habe die Substanz Verhaltensstörungen und Gedächtnisausfälle bei an Alzheimer erkrankten Mäusen rückgängig gemacht, berichtet das internationale Forscherteam jüngst im Fachmagazin "Journal of Clinical Investigations".


Eine frühzeitige Therapie könnte auch Yvonnes Sohn eines Tages helfen. Doch werden die rettenden Medikamente rechtzeitig kommen? Der Film, den Sie am Freitag, 4. Mai 2012, 20.15 Uhr sehen können, erzählt die bewegende Geschichte zweier Menschen und ihrer Familien, die verzweifelt gegen ihr Schicksal ankämpfen. Erstmals dokumentiert der Film neueste Forschungsergebnisse, die ein neues Licht auf die Entstehung und mögliche Bekämpfung von Alzheimer werfen. Für Millionen von Alzheimerkranken, auch für Yvonne J. und ihre Familie, könnten die Forschungen eine Hoffnung sein.

Sendedaten
Freitag, 4. Mai 2012, 20.15 Uhr
Folge 1: Krebs
Die großen Volkskrankheiten
Peter Voß fragt ...
Peter Voß fragt Arno Geiger
Demenz, also der schleichende Verfall des Gehirns, äußert sich anfangs sehr verschieden: Arno Geigers Vater legte den Elektrorasierer in den Kühlschrank, zog drei Hemden übereinander an und schob die Tiefkühlpizza mit Verpackung in den Ofen.
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