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Mittwoch, 24. Juni
© SWR/EKochFilm, Lupe
Markus S. (re.), dessen Bruder Uwe 2008 an Multipler Sklerose verstarb, geht mit Hilfe des amerikanischen Rechtsanwalts Graham Berry (li.) den Umständen Uwes Tod nach.
Die Seelenfänger
Wie Scientology Menschen zerstört
"Es ist erschütternd, zu sehen, wie viele Familien durch Scientology zerstört worden sind. Wir sind da nur eine von vielen", resümiert Markus über zwanzig Jahre Erfahrung mit Scientology. 2008 starb sein Bruder Uwe S. mit 45 Jahren in Los Angeles. Markus ist überzeugt, dass sein Bruder heute noch leben könnte, wenn er nicht bei Scientology gewesen wäre.
© SWR/EKochFilm/Ole von Oehsen, Lupe
"Blue Building" der Scientology in Los Angeles
Vor seiner Krankheit hatte Uwe S. in der Organisation Karriere gemacht und war bis ganz oben aufgestiegen. Sein Bruder Markus verlor den Kontakt zu ihm. Er wusste nur, dass Uwe irgendwann an Multiple Sklerose erkrankt war. Erst nach seinem Tod erfuhr Markus von anderen Aussteigern, dass Uwe möglicherweise in Los Angeles festgehalten wurde im so genannten RPF oder "Rehabilitation Project Force", der "Besserungsanstalt" von Scientology.

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Uwe S. war ein Sicherheitschef der Scientologen
Markus quält das Unwissen um das Schicksal seines Bruders. 22 Jahre nachdem er Uwe das letzte Mal sah, reist er nach Los Angeles zum internationalen Hauptquartier der Organisation. Markus spricht mit Weggefährten seines Bruders und sucht die Stationen in dessen Leben auf. Am Ende ist Markus überzeugt, dass sein Bruder heute noch leben könnte, wenn er früher ausgestiegen wäre.

Ein anderer Fall: Heiner von Rönn kehrte Scientology vor Jahren den Rücken. Seine beiden Söhne blieben bei ihrer Mutter und in der Organisation. 2002 werden Heiner und seine zweite Frau von Scientology zu "Suppressive Persons" oder Feinden der Organisation erklärt. Mit ihnen müssen Scientologen alle Beziehungen abbrechen.


© SWR/EKochFilm/Mona Botros Lupe
Dreharbeiten vor dem Hauptquartier von Scientology
Kurz darauf trennt sein älterer Sohn sich von ihm. Von Rönn versucht, zumindest den jüngeren, noch minderjährigen Sohn über ein Sorgerechtsverfahren aus den Fängen der Organisation zu befreien. Hilfe bekommt er von Ursula Caberta, Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology in der Hamburger Innenbehörde. "Das Ziel ist das Wohl des Kindes und das Wohl des Kindes ist bei Scientology nie gegeben. Niemals!" ist Caberta überzeugt. Deshalb müsse das Kind dem Vater zugesprochen werden. Doch das Gericht entscheidet anders. Kurz nach seinem 18. Geburtstag habe auch der jüngere Sohn jeden Kontakt zu seinem Vater abgebrochen, erzählt Heiner von Rönn. Er muss mit der Erkenntnis leben, dass er zu spät damit begonnen hat, seine Söhne aus Scientology zu befreien. "Es bleiben Bilder, die man mal aufgenommen hat - und die eigenen Erinnerungen", sagt Heiner von Rönn, "sonst bleibt nichts!" Ein Film von Mona Botros und Egmont R. Koch.

Sendedaten
Freitag, 23. März 2012, 20.15 Uhr
Dokumentation
© reutersScientology - Die Sekten-Kirche
Psycho-Humbug oder Religion? 100.000 verirrte Seelen oder 10 Millionen Gläubige weltweit? Nicht einmal die Mitglieder-Anzahl ist klar. Scientology scheidet die Geister, seit der Gründung vor knapp 60 Jahren...
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