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Das Great Barrier Reef ist seit 1981 offizielles Weltnaturerbe der UNESCO.
Great Barrier Reef
Das Paradies im Meer
Jedes Jahr im Frühsommer, zur immer gleichen Zeit, entlassen Abermillionen winziger Korallenpolypen Eier und Samen ins Meer. Diese winzigen Polypen sind die Architekten des Great Barrier Reef.
Der Film von 2002 stellt dieses faszinierende Paradies vor der Ostküste Australiens vor, das sich über 2.300 Kilometer erstreckt und eine Fläche bedeckt, die größer als Italien ist. Unterwasseraufnahmen zeigen das bunte Leben in einem einzigartigen Ökosystem.

Die Aborigines Australiens nennen es "Waga Gaboo" - das Grosse Riff. Unzählbare winzige Polypen erzeugen jeden Tag auf einem Quadratkilometer Riff vier Tonnen Kalksteingerippe. In Tausenden von Jahren haben sie die Umgebung für das farbigste und vielseitigste Leben geschaffen. Seit dem Anbeginn der Zeit haben sich hier mehr als 5.000 verschiedene Arten von Meeresflora und -fauna entwickelt.


Seit 2016 sind auf einer Fläche von Hunderten Quadratkilometern unzählige Korallen vor Australiens Nordostküste wegen extrem warmer Temperaturen abgestorben.  © pa/dpa/David Bellwood Seit 2016 sind auf einer Fläche von Hunderten Quadratkilometern unzählige Korallen vor Australiens Nordostküste wegen extrem warmer Temperaturen abgestorben.
Vor allem der Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Ozeane sind für die jüngste Korallenbleiche verantwortlich. © pa/dpa/Ken Caldeira Vor allem der Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Ozeane sind für die jüngste Korallenbleiche verantwortlich.

Regierung bietet Millionen zur Rettung

Im Januar 2018 hat die Regierung Australiens in einer offenen, weltweiten Ausschreibung zwei Millionen australische Dollar (etwa 1,3 Millionen Euro) zur Rettung der Korallen im Great Barrier Reef angeboten. "Dies ist eine offene Einladung an unsere größten Wissenschaftler", sagte Umweltminister Josh Frydenberg bei der Vorstellung der Regierungspläne. Man erhoffe sich "innovative Lösungen" zum Schutz der Korallen und für die Genesung beschädigter Riffe.

Beispiellose Schäden

© pa/dpa/The Ocean Agency/XL
Tote Korallenbänke: Angelegt auf 35 Jahre sieht das Schutzprogramm vor, die Wasserverschmutzung in den kommenden zehn Jahren um 80 Prozent zu reduzieren.
Am größten Korallenriff der Welt haben großflächige Korallenbleichen in den vergangenen zwei Jahren beispiellose Schäden verursacht. Betroffen sind fast 90 Prozent des Riffs. Nach Einschätzung von Experten sind weite Teile der Korallenstöcke bereits tot.

Schon 2017 kündigte die australische Regierung an, rund 1,3 Milliarden Euro zu investieren, um unter anderem die Wasserqualität zu verbessern.

Zuvor hatte die UNESCO gedroht, das Great Barrier Reef auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen.


Ursache der Korallenbleiche

Erhöhte Wassertemperaturen in den vergangenen Jahren sollen einer der Gründe für die Korallenbleiche sein. Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe.

Die Korallenbleiche bedeutet auch wirtschaftliche Gefahren. Experten schätzen den Gesamtwert des Great Barrier Reef auf umgerechnet etwa 38 Milliarden Euro.

Vor diesem Gesamtwert entfallen wohl etwa 20 Milliarden auf den Tourismusbereich. Insgesamt hängen mehr als 64.000 Jobs direkt von der Arbeit am Riff ab.


Sendedaten
Montag, 19. Februar 2018, 21.45 Uhr

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Australien: Great Barrier Reef

Ein Film von Werner Meyer

Hintergrund
© padpaSeit einigen Jahren leidet das Riff an einer gravierenden Korallenbleiche. An vielen Stellen haben Forscher bereits Schäden ausgemacht.

Das Great Barrier Reef besteht aus 400 unterschiedlichen Korallenarten und beherbergt 1.500 Fischarten sowie 4.000 Arten von Weichtieren.

Seit 1981 ist das Riff offizielles Weltnaturerbe der UNESCO. Die UN-Behörde hatte in den vergangenen Jahren immer wieder damit gedroht, das Riff auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen, da sich die australische Regierung nicht ausreichend um den Schutz bemühe.

2017 hat nun die Regierung mit einem Aktionsplan reagiert.

Glossar
Great Barrier Reef
Das Great Barrier Reef ist der größte Insel- und Korallenkomplex der Welt. Das artenreiche Ökosystem besteht aus 2600 Riffen und 300 Inseln.
Widerstandsfähige Riffe
Super-Korallen
Im Münchner Tierpark Hellabrunn züchten Wissenschaftler widerstandsfähige Korallen. Diese sollen steigende Wassertemperaturen und die Verschmutzung der Meere aushalten.
Schutzmaßnahmen
Great Barrier Reef bleibt Weltnaturerbe
Ein Aktionsplan der australischen Regierung zum Schutz des weltgrößten Korallenriffs verhindert, dass es auf der Roten Liste landet.
Glossar
Korallenriffe
Meeresbiologen nennen sie die "Regenwälder der Meere": Korallen zählen zu den ältesten Ökosystemen der Erde.